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FIFA-Präsident Blatter will aufklären

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FIFA-Präsident Blatter will aufklären

21.10.2011, 18:40 Uhr | sid

FIFA-Präsident Blatter will aufklären . Franz Beckenbauer (li.) und FIFA-Boss Sepp Blatter (Quelle: imago)

Franz Beckenbauer (li.) und FIFA-Boss Sepp Blatter (Quelle: imago)

Kampf gegen Korruption, mehr Transparenz und ganz viel Deutscher Fußball-Bund (DFB): FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat vier Monate nach seiner Wiederwahl seinen Reformwillen unterstrichen und setzt bei der Neuausrichtung des Weltverbandes vor allem auf die Unterstützung von DFB-Präsident Theo Zwanziger und Franz Beckenbauer. Zudem kündigte Blatter überraschend an, dass die jahrelang unter Verschluss gehaltenen Akten aus der ISL-Bestechungsaffäre geöffnet werden. Damit könnten hochrangige Funktionäre in Kürze arg in die Bredouille geraten.

2008 waren während des Strafprozesses gegen die ISL Schmiergeld-Zahlungen an Funktionäre der FIFA, des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und anderer Verbände in Höhe von 138 Millionen Franken öffentlich geworden. Das Verfahren wurde eingestellt, nachdem die Begünstigten Rückzahlungen geleistet hatten. Nun könnten die Namen von hochrangigen Funktionären publik werden, die von der mittlerweile bankrotten ISL bestochen worden sein sollen.

"Der Fußball-Weltverband ist nicht korrupt, aber vielleicht sind es einige Mitglieder. Ich bin glücklich, dass wir diese Reformen einstimmig beschließen konnten. Wir wollen nicht in der Vergangenheit schwelgen. Wir wollen mit großen Schritten in eine positive Zukunft ohne Betrug und Korruption gehen", sagte der 75-Jährige und schloss einen Rücktritt vor Ende seiner Amtsperiode im Jahr 2015 kategorisch aus: "Ich werde die FIFA in Ordnung bringen. Es ist nicht meine Absicht, zurückzutreten."

Nach einer zweitägigen Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees wurden im Kampf gegen die Korruption vier neue "Task Forces" gegründet. Jurist Zwanziger wird wie erwartet die "Task Force Statuten-Kommission" anführen, Beckenbauer ist Vorsitzender der "Task Force Football 2014". Dieses Gremium kann Vorschläge erarbeiten für das International Board, das alleine Regeländerungen beschließen darf.

Zur sogenannten "FIFA Task Force Football 2014" gehören neben dem Vorsitzenden Beckenbauer auch die Legenden Pele und Bobby Charlton sowie Cafu und Christian Karembeu an.

Zudem gründete die FIFA sowohl eine Task Force für mehr Transparenz als auch eine "Task Force Ethik-Kommission". Damit will FIFA-Boss Blatter den Weltverband grundsätzlich reformieren, nachdem insbesondere die doppelte Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar wegen massiver Korruptionsvorwürfe ins Zwielicht geraten war.

Das Exekutivkomitee bestätigte auch die von Blatter nach seiner Wiederwahl am 1. Juni angekündigten Reformen bei der zukünftigen Vergabe der Weltmeisterschaften. Damit wird das Exekutivkomitee, die skandalumwitterte Weltregierung des Fußballs, in Zukunft nur noch eine Vorschlagsliste abgeben. Entscheiden über die WM-Vergabe werden dagegen alle 208 Mitgliedsländer der FIFA in einer Abstimmung.

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