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Sepp Blatter: FIFA-Boss sorgt für Aufruhr

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FIFA-Boss sorgt mit Rassismus-Aussagen für Wirbel

17.11.2011, 15:39 Uhr | dapd

Sepp Blatter: FIFA-Boss sorgt für Aufruhr. FIFA-Boss Sepp Blatter hat mit Rassismus-Aussagen für Wirbel gesorgt. (Foto: dpa)

FIFA-Boss Sepp Blatter hat mit Rassismus-Aussagen für Wirbel gesorgt. (Foto: dpa)

Sepp Blatter hat einmal mehr mit seiner eigenen Sicht der Fußball-Welt für Aufruhr gesorgt und das Rassismus-Problem im Fußball bagatellisiert. Abfällige Gesten oder Bemerkungen während eines Spiels seien nach dem Abpfiff "vergessen", sagte der FIFA-Präsident in einem Interview mit dem TV-Sender Al-Dschasira. Und sollte ein Problem auch nach einer Partie doch noch bestehen, müssten die Offiziellen der jeweiligen Liga "die beiden Streitenden zusammenbringen und ihnen sagen: Schüttelt euch die Hände".

Später hatte Blatter dann zwar verlauten lassen, dass "Rassismus und Diskriminierungen jeglicher Art keinen Platz im Fußball hätten. Das habe ich immer wieder betont und werde es immer wieder betonen." Gleichzeitig verharmloste der Schweizer aber Vorkommnisse mit rassistischem Hintergrund als etwas, das "in der Hitze des Gefechts" passieren könne: "Das soll keine Entschuldigung sein, aber manchmal werden in hitzigen Situationen gewisse Dinge auf dem Spielfeld gesagt und getan." Diese Äußerungen haben bereits zu Rücktrittsforderungen geführt. "Er hat damit eine Grenze überschritten und sollte seinen Hut nehmen. Seine Aussagen haben gezeigt, dass er nicht mehr zeitgemäß ist", sagte Gordon Taylor, Chef der englischen Spielergewerkschaft, dem Sender Sky Sport News.

Ferdinand: "Herablassend, fast schon lachhaft"

Der dunkelhäutige Manchester-United-Verteidiger und englische Nationalspieler Rio Ferdinand reagierte per Twitter entrüstet auf die Äußerungen Blatters. Er sei "erstaunt" über die Aussagen des FIFA-Präsidenten und bezeichnete den Kommentar Blatters als "so herablassend, dass es fast schon lachhaft ist". Er sei dumm gewesen zu glauben, dass der "Fußball eine Führungsrolle im Kampf gegen Rassismus" übernehmen würde, schrieb Ferdinand.

Blatter spricht von "Missverständnis"

Blatter meldete sich daraufhin mit einer weiteren Mitteilung zu Wort, dieses Mal auf der Webseite der FIFA, wo er die ganze Angelegenheit als "Missverständnis" bezeichnete. "Was ich mit meinen Äußerungen zum Ausdruck bringen wollte, ist, dass Fußballspieler während einer Partie 'Kämpfe' mit ihren Gegenspielern austragen und dabei manchmal Dinge passieren, die nicht passieren sollten", schrieb Blatter. "Normalerweise gibt man sich nach dem Schlusspfiff die Hand und entschuldigt sich beim Gegner, wenn es während der Partie zu einer Konfrontation gekommen ist." Er wolle das Rassismus-Problem im Fußball keinesfalls kleinreden.

Zuletzt hatten vor allem in England Rassismus-Vorwürfe für Schlagzeilen gesorgt. Dem Kapitän der englischen Nationalmannschaft, John Terry, wurde vorgeworfen, seinen Gegenspieler Anton Ferdinand, den Bruder von Rio Ferdinand, in einem Erstligaspiel rassistisch beleidigt zu haben. Am Mittwoch erhob der englische Verband (FA) zudem Anklage gegen den Liverpooler Spieler Luis Suarez, weil er Manchester Uniteds Verteidiger Patrice Evra wegen dessen "Herkunft, Hautfarbe oder Rasse" verunglimpft haben soll.

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