22.12.2011, 16:29 Uhr | t-online.de, dpa
Der Druck war für Theo Zwanziger am Ende wohl doch zu groß: Der DFB-Präsident hat bekannt gegeben, bereits am 2. März 2012 sein Amt zur Verfügung zu stellen. An diesem Tag soll auf einem Außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes sein designierter Nachfolger Wolfgang Niersbach an die Spitze des Verbandes gewählt werden. Darauf habe er sich mit den Regional- und Landesverbänden in persönlichen Gesprächen verständigt, ließ Zwanziger verlauten.
Damit weicht Zwanziger von seinem ursprünglichen Plan ab, erst im Oktober des kommenden Jahres von der Spitze des größten Sportverbandes der Welt zurückzutreten. "Nach Abwägung der gesamten Situation bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass es für den gesamten DFB und auch für mich persönlich besser ist, zügig für klare Verhältnisse an der Spitze des Verbandes zu sorgen", sagte Zwanziger in einer DFB-Erklärung.
Die Vorwürfe gegen den 66-Jährigen waren zuletzt immer lauter geworden, dass Zwanziger den Verband nur in seiner Entwicklung aufhalten würde. Auch der Verdacht, Zwanziger wolle seine Amtszeit unbedingt noch mit dem Titel bei der EM 2012 schmücken, kam auf. Treibende Kraft hinter einem schnelleren Wechsel war vor allem die Deutsche Fußball-Liga (DFL). "Es gibt sachliche Gründe dafür, es früher als im Oktober zu machen - vor allem die EM im Sommer", hatte Liga-Präsident Rauball dem "Tagesspiegel" gesagt.
Ähnlich hatte sich bereits zuvor Geschäftsführer Christian Seifert geäußert, dafür von Zwanziger jedoch nur belehrende Kritik geerntet. "Ich benötige bestimmt nicht den Ratschlag von Herrn Seifert", polterte Zwanziger in der "Welt". "Ich denke, dass ihm noch ein bisschen Lebenserfahrung, vor allem aber der Respekt vor der Lebensleistung älterer und erfahrener Menschen fehlen."
Nachfolger Niersbach begrüßte nun die Entscheidung seines Noch-Chefs. "Wir sind uns einig in der Zielsetzung, einen reibungslosen und harmonischen Übergang zu vollziehen. Ich bin mir auch sicher, dass uns dies gelingt", sagte der bisherige Generalsekretär. Eigentlich bis Oktober 2013 gewählt, endet Zwanzigers Amtszeit damit nun zum frühestmöglichen Zeitpunkt und sogar noch vor der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine.
Quelle: t-online.de, dpa
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