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Wolfgang Niersbach: Mit viel Lob ins neue Amt

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Wolfgang Niersbach: Mit viel Lob ins neue Amt

02.03.2012, 16:53 Uhr

Wolfgang Niersbach: Mit viel Lob ins neue Amt. Wolfgang Niersbach wird künftig den DFB führen. (Quelle: dapd)

Wolfgang Niersbach wird künftig den DFB führen. (Quelle: dapd)

Wolfgang Niersbach ist einstimmig zum neuen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gewählt worden. Der bisherige Generalsekretär durfte sich beim Außerordentlichen DFB-Bundestag in einem Frankfurter Flughafen-Hotel über das klare Votum der 260 Delegierten sogar ohne Enthaltung freuen und führt nun als Nachfolger von Theo Zwanziger den größten Sportfachverband der Welt an. "Du wirst ein großartiger Präsident", prophezeite Zwanziger bei einer Versammlung voller Lobeshymnen und Erinnerungen.

Der 61-Jährige war einziger Kandidat und ist zunächst einmal bis zum nächsten Bundestag im Oktober 2013 im Amt. "An allererste Stelle stelle ich die Einheit des Fußball", sagte der frühere Agenturjournalist Niersbach. "Ich bin in vielerlei Hinsicht ein Quer- oder Seiteneinsteiger, einer, der sich diesem DFB seit 24 Jahren mit Haut und Haaren verschrieben hat."

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Niersbach will weiter Nachwuchsförderung ausbauen

Niersbach kündigte an, die Bürokratie abzubauen und den Service des 6,75 Millionen Mitglieder starken Verbandes zu stärken. Ein Schwerpunkt bleibt die Nachwuchsarbeit. Der elfte Präsident der Verbandsgeschichte verwies auf die 366 Stützpunkte mit 1000 bezahlten Trainern: "Man kann da sogar vom deutschen Weg sprechen. Ich glaube, das System ist nahezu perfekt, aber es muss immer noch verbessert werden."

Nach siebeneinhalb Jahren an der Spitze des DFB verabschiedete sich Zwanziger mit dem, was er am besten kann - mit einer Rede: "Ich bin ein zufriedener und glücklicher Mensch. Ich schaue zurück auf eine fantastische Zeit beim DFB", sagte der 66 Jahre alte Jurist aus Altendiez und durfte sich noch einmal mit viel Applaus und Standing Ovations feiern lassen. Von Bundeskanzlerin Angela Merkel gab es eine Videobotschaft.

Zwnziger lobt Schmidt

Mit den Worten "Fußball ist nicht alles, alles hat seine Zeit" eröffnete Zwanziger seine Ansprache. "Meine Zeit im schönsten Amt, das es in Deutschland subjektiv gibt, ist vorbei. Ich freue mich auf morgen." Niersbach werde und müsse den Fußball nicht neu erfinden, sagte der Jurist: "Du wirst dich nicht verändern, denn der Einzige, der versucht hat, dich zu ändern, das war ich - und ich bin gescheitert."

Als großen Mitstreiter in seiner Zeit in der DFB-Zentrale in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise hob Zwanziger aber nicht Niersbach, sondern den früheren Generalsekretär Horst R. Schmidt hervor: "Hinter allem und vor allem, was der DFB ist, steht ein Name: Horst R. Schmidt." Zwanziger war 2004 zunächst gemeinsam mit Gerhard Mayer-Vorfelder DFB-Präsident, von 2006 an allein. Er wird Vorsitzender der DFB-Kulturstiftung bleiben, die künftig seinen Namen trägt. Als Abschiedsgeschenk erhielt er eine Collage und einen Gutschein für ein Familienwochenende in Bad Füssing.

Beckenbauer fordert hauptamtlichen Präsidenten

Nach Ansicht von Franz Beckenbauer braucht der DFB künftig einen hauptamtlichen Präsidenten. "Der Fulltimejob lässt sich nicht länger ehrenamtlich ausüben, sondern sollte auch wie ein Spitzenamt bezahlt werden", sagte der Beckenbauer in seiner "Bild"-Kolumne vor der Wahl seines langjährigen Freundes Niersbach. "Es kann nicht angehen, dass Niersbach bei seinem Wechsel vom Generalsekretär zum Präsidenten, der letztlich die Gesamtverantwortung trägt, finanzielle Verluste hinnehmen muss. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß."

Mit Niersbach, sagte Beckenbauer, bekomme der DFB einen "sehr weltmännischen Boss". Joachim Watzke, Geschäftsführer des deutschen Meisters Borussia Dortmund, bezeichnete im Internetportal von Sport1 den neuen Verbandsboss als "eine Idealbesetzung. Das ist ein total netter Kerl, aber auch total professionell."

Geballte Prominenz vor Ort

Der DFB feierte sich bei Niersbachs Inthronisierung selbst - und die Fußball-Prominenz den neuen Präsidenten: Beckenbauer, Uwe Seeler, Lothar Matthäus, Joachim Löw, Günter Netzer, Wolfgang Overath, Rudi Völler, Matthias Sammer, Innenminister Hans-Peter Friedrich, Ligapräsident Reinhard Rauball, DOSB-Chef Thomas Bach und sogar die 1954er Weltmeister Horst Eckel und Hans Schäfer waren gekommen.

"Er ist überall in der Welt akzeptiert. Da kann Deutschland stolz sein, einen solchen Präsidenten zu haben", sagte Netzer über Niersbach. Im nächsten Jahr soll der Fan von Fortuna Düsseldorf Zwanziger in der UEFA-Exekutive ablösen. Zu Niersbachs Wählern gehörte auch der frühere Stuttgarter Bundesliga-Präsident Erwin Staudt. Er war ursprünglich Zwanzigers Wunschkandidat, hatte aber nach Niersbachs Zusage zurückgezogen.

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