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Viele Baustellen: Löw sucht seine EM-Elf

30.05.2012, 15:25 Uhr | dpa

Viele Baustellen: Löw sucht seine EM-Elf. Bundestrainer Joachim Löw hat seine EM-Elf noch nicht gefunden.

Bundestrainer Joachim Löw hat seine EM-Elf noch nicht gefunden. (Quelle: dpa)

Leipzig (dpa) - Nur noch ein ernsthafter Test, dann muss Joachim Löws EM-Elf stehen. Der Bundestrainer arbeitet auf mehreren Baustellen. Löw hofft, dass er am Donnerstag bei der Turnier-Generalprobe der Fußball-Nationalmannschaft in Leipzig gegen Israel zumindest die eine oder andere schließen kann.

"Auf den meisten Positionen sind wir jetzt doppelt besetzt", erklärte der 52 Jahre alte Chef der deutschen EM-Mission. Einige von Löws Favoriten auf einen Stammplatz schwächeln noch - aus unterschiedlichen Gründen.

Manuel Neuer ist unumstritten. Bei seinem ersten großen Turnier 2010 in Südafrika hat er sofort den Sprung in die Weltklasse geschafft. Nach seinem Wechsel zum FC Bayern musste der 26-Jährige seinen Stil etwas umstellen, hat sich einige kleine Fehler erlaubt. Wenn Neuer etwas passiert, stehen Routinier Tim Wiese und Frischling Ron-Robert Zieler bereit, die nicht Neuers Klasse haben. Wiese hat keins seiner bisherigen sechs Länderspiele gewonnen. Zieler kann überhaupt erst einen Einsatz im A-Team vorweisen.

Bayerns Holger Badstuber war in der EM-Qualifikation die feste Größe. Per Mertesacker fehlt nach langer Verletzung die Spielpraxis. Mats Hummels sucht im DFB-Team bisher vergeblich das Dortmund-Gen. Zwar sagt Löw: "Alle drei passen hervorragend zusammen und sind auf höchstem internationalen Level." Doch Zweifel bleiben. Löw will unbedingt Mertesackers Abgeklärtheit. Höwedes und Boateng könnten zur Not auch innen verteidigen.

Am liebsten hätte Löw seinen Kapitän rechts und links zugleich. Doch er muss sich entscheiden, vielleicht sogar von Spiel zu Spiel. "Philipp Lahm wird mal links beginnen in Leipzig. Das hat noch nichts damit zu tun, wie wir gegen Portugal antreten", sagt der Bundestrainer. Der Dortmunder Double-Sieger Marcel Schmelzer konnte links nicht überzeugen. Die Tendenz: Jérome Boateng macht die rechte Seite dicht und ist auch links ein Kandidat, falls Lahm doch wie bei Bayern rechts spielt. Höwedes scheint eher Lückenfüller.

Nach vielen Verletzungen muss sich Löw ausgerechnet um Chef Bastian Schweinsteiger sorgen. "Er braucht noch die eine oder andere zusätzliche Einheit", erklärt der Chefcoach, traut seinem Vize-Kapitän aber noch die Rückkehr zur alten Stärke zu. Feste Größen sind die beiden Real-Madrid-Stars Sami Khedira und Mesut Özil. Khedira ist für Löw der "Inbegriff der Präsenz". Toni Kroos ist die erste Alternative. "Auch Mario Götze kann die Sechs spielen", meint Löw. Das Wichtigste: Das Dreieck muss nicht nur offensiv glänzen, sondern auch für defensive Stabilität sorgen. Ilkay Gündogan gilt als Ergänzung, Lars Bender als Mann für besondere Aufgaben.

WM-Torschützenkönig Thomas Müller ist rechts gesetzt. Links steht der "ewige Poldi" vor seinem 100. Länderspiel. Allerdings wird Lukas Podolski von André Schürrle bedrängt. Löw sieht hier einen Fortschritt: Bei der WM 2010 konnte sein Team die Halbfinal-Sperre von Müller nicht kompensieren. "Heute haben wir mehr Möglichkeiten: Marco Reus, Mario Götze", erklärt der Bundestrainer.

Löw will wie in den Turnieren zuvor den spielstarken Miroslav Klose. Doch der Routinier sucht seinen Rhythmus. Der DFB-Chefcoach ist nicht sicher, ob der beim Turnier 34-Jährige die Spielbelastung alle vier Tage aushält. "Wenn ein Spieler so lange verletzt war, gibt es vielleicht auch mal Schwankungen", fürchtet Löw. Die Chancen von Mario Gomez sind gestiegen. Seine Trefferquote vor allem in der Champions League spricht mit für den Münchner.

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