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Klubs legen Einspruch gegen DFB-Urteil ein

18.06.2012, 20:23 Uhr | sid

Klubs legen Einspruch gegen DFB-Urteil ein . Klubs wehren sich gegen Strafen wegen Platzstürmen und Pyrotechnik. (Quelle: imago)

Klubs wehren sich gegen Strafen wegen Platzstürmen und Pyrotechnik. (Quelle: imago)

Über sechs Wochen nach dem letzten Bundesliga-Spieltag ist das Sportgericht des Deutschen Fußball Bundes (DFB) weiter mit der abgelaufenen Saison beschäftigt. Die Aufarbeitung von Fan-Randalen zieht sich in die Länge. Denn die von Fanausschreitungen betroffenen Klubs wehren sich gegen die drohenden Strafen.

Fortuna Düsseldorf, Bayern München, Dynamo Dresden, der Karlsruher SC und Jahn Regensburg haben nach Angaben eines Sprechers des Deutschen Fußball-Bundes dem Antrag des Kontrollausschusses auf Zuschauerausschlüsse und Geldstrafen nicht zugestimmt. Eine Fristverlängerung haben Hertha BSC, der 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt beantragt.

Termine für Urteilsverkündungen weiter offen

Offen ist, ob das Sportgericht in einer mündlichen Verhandlung oder im Einzelrichterverfahren entscheidet. Diese Woche ist mit Urteilen jedenfalls nicht mehr zu rechnen. Bundesliga-Aufsteiger Düsseldorf und Zweitliga-Absteiger Karlsruhe sollen nach Platzstürmen in beziehungsweise nach den Relegationsspielen ihr erstes Heimspiel der neuen Saison unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen.

Hertha, Köln und Frankfurt dürften gemäß Antrag maximal 20.000 Tickets für das erste Heimspiel verkaufen, Dynamo Dresden werden höchstens 13.000 zugestanden. Alle Stehplätze müssten zudem freibleiben. Wegen des unerlaubten Abbrennens von Pyrotechnik drohen Bayern München 40.000 Euro Strafe, Jahn Regensburg muss mit 10.000 Euro Strafe rechnen.

Düsseldorf erwartet hartes Urteil

Am härtesten soll Fortuna Düsseldorf wegen des schlagzeilenträchtigen Relegationsspiels vom 15. Mai gegen Hertha bestraft werden. Die Vorfälle während des Partie hatten eine Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht und dem DFB-Bundesgericht nach sich gezogen. In diesem Fall fordert der Kontrollausschuss, dass die Düsseldorfer ihre erste Heimbegegnung in der Bundesliga unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen und darüber hinaus 100 000 Euro Geldstrafe bezahlen sollen. Dagegen hat die Fortuna Widerspruch eingelegt.

Das Relegations-Rückspiel hatte wegen Einsatzes von Pyrotechnik und eines Platzsturms insgesamt dreimal unterbrochen werden müssen. Auch Hertha will seine Strafe nicht akzeptieren. "Wir halten diesen Antrag des Kontrollausschusses für vollkommen unangemessen und nicht hinnehmbar", sagte Hertha-Manager Michael Preetz.

Weniger Tickets in den Verkauf

Hertha, Köln und Frankfurt sollen bei ihren Heimpremieren der neuen Runde jeweils nur 15.000 Karten an ihre Anhänger zuzüglich 5.000 Karten an die Gäste-Fans verkaufen dürfen. Zudem sollen die Klubs jeweils 50.000 Euro Strafe bezahlen.

Die Eintracht hat sich noch nicht offiziell geäußert, ob sie das Strafmaß akzeptiet. Vorstandschef Heribert Bruchhagen sagte der "Frankfurter Rundschau" vor Ende der internen Gespräche: "Im Ergebnis wird festzustellen sein, dass wir dem Antrag nicht zustimmen werden." Bei einem Teilausschluss der Fans würden dem Erstliga-Aufsteiger angeblich 600 000 Euro Zuschauer-Einnahmen entgehen.

Spiel ohne Zuschauer und Geldstrafe gegen den KSC

Im Fall des KSC geht es nicht nur um ein "Geisterspiel", sondern auch um 15.000 Euro Geldstrafe. Der DFB will Vorfälle aus vier Rückrunden-Spielen und den beiden Relegationsspielen gegen Jahn Regensburg ahnden. "Wir hoffen, dass die Argumente, die wir vorgebracht haben, zu mehr Verständnis aufseiten des DFB sowie einer veränderten Bewertung der Situation führen und damit letztlich zur Abwendung des drohenden Geisterspiels führen werden", sagte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther.

Zweitligist Dresden soll beim ersten Heimspiel lediglich 10.000 Karten an seine Anhänger und 3.000 Karten an die Gästeanhänger verkaufen dürfen und hatte bereits am Freitag Widerstand angekündigt.

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