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Sepp Blatter: FIFA-Präsident rudert nach harscher Kritik zurück

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Nach harscher Kritik: Blatter rudert zurück

17.07.2012, 07:41 Uhr | dpa

Sepp Blatter: FIFA-Präsident rudert nach harscher Kritik zurück. Der Druck auf FIFA-Präsident Joseph Blatter wird immer größer. (Quelle: Reuters)

Der Druck auf FIFA-Präsident Joseph Blatter wird immer größer. (Quelle: Reuters)

Es sollte ein großer Schritt in eine saubere Zukunft im korruptionsgebeutelten Weltverband werden. Jetzt muss sich FIFA-Präsident Joseph S. Blatter für die Sünden der Vergangenheit rechtfertigen und gegen massive Rücktrittsforderungen wehren. Kurz vor dem Treffen des Exekutivkomitees wird Blatter in der Schmiergeldaffäre vor allem in Deutschland öffentlich unter Druck gesetzt - aber nicht nur. Der ehemalige FIFA-Direktor Guido Tognoni erhob ebenfalls schwere Vorwürfe gegen seinen früheren Chef, der seine Aussagen mittlerweile zu relativieren versucht.

Nachdem Blatter in einem Interview Unregelmäßigkeiten bei der WM-Vergabe für das "Sommermärchen" 2006 angedeutet hatte und viel Kritik aus Deutschland erntete, sagte Tognoni: "Sepp Blatter war immer dabei. Wenn Sepp Blatter den Deutschen jetzt irgendwelche Vorwürfe macht, dann treffen die auf ihn zu. Denn er hätte ja das Ganze stoppen können, wenn es unsauber gelaufen wäre. Dann hätte er sagen müssen: So geht es nicht", sagte der Schweizer im "ARD-Morgenmagazin".

"Im Nachhinein zu kommen finde ich billig"

Der Präsident des Weltverbandes habe jedes Detail bei der WM-Vergabe im Juli 2000 an Deutschland gewusst, erklärte Tognoni. "Jetzt im Nachhinein zu kommen, das finde ich etwas billig. Tatsache ist, dass in der FIFA unter der Präsidentschaft von Sepp Blatter Dinge geschehen sind, die eigentlich in einem Fußballbetrieb nicht geschehen sollten."

Inzwischen hat Blatter in einem offenen Brief an "Fußball-Deutschland" seine Aussagen relativiert. Er erklärte in der "Bild"-Zeitung, dass "man immer einen Vorwand finden kann, um die Rechtmäßigkeit eines Entscheides zu bezweifeln." Blatter rechtfertigte sich, er habe lediglich "darauf hingewiesen, dass selbst bei der WM-Vergabe an Deutschland 2006 solche Vorwürfe erhoben worden waren." Er erklärte in dem Schreiben weiter, dass man bei WM-Vergaben immer einen Grund finden könne, "um irgendwelche Verschwörungstheorien zu spinnen. Sogar in Zusammenhang mit Deutschland, das eine perfekte WM lieferte. Ein Sommermärchen sondergleichen, worauf das Land stolz sein kann."


Fakten statt Theorien

Er glaube nicht an Verschwörungstheorien, sondern nur an Fakten: "Solange keine konkreten Beweise vorliegen, dass bei irgendeiner WM-Vergabe etwas schief gelaufen ist, muss und soll man an der Rechtmäßigkeit der Wahl festhalten. Dies gilt für Deutschland ebenso wie für alle anderen Länder. Das ist die Kernaussage meiner Botschaft."

Das FIFA-Exekutivkomitee trifft sich nun in Zürich. "Die Sitzung des Exekutivkomitees ist eigentlich anberaumt worden, um den Reformprozess zu verabschieden. Aber diese Sitzung ist total überschattet von dem, was jetzt öffentlich geworden ist", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach vor dem brisanten Treffen. Nach Bekanntwerden des Ausmaßes der Schmiergeld-Affäre wird Blatter in Zürich Stellung beziehen müssen.

Das in den Akten der Staatsanwaltschaft Zug belegte Ausmaß der Korruptionsaffäre hat weltweit Wellen geschlagen und ein schlechtes Licht auf den Präsidenten geworfen. Gerade deshalb misst Exekutivmitglied Theo Zwanziger dem Treffen große Bedeutung bei. Denn die auf der Agenda stehende Verabschiedung des Ethik-Kodex und die Einsetzung der Vorsitzenden der beiden Kammern der Ethikkommission sollen ein Signal für die Erneuerung im Weltverband setzen. Als unabhängigen Chefankläger wünscht sich die FIFA den argentinischen Top-Juristen Luis Moreno Ocampo.

"Der Sepp heiligt die Mittel"

Der 76-Jährige Blatter gibt sich als großer Reformer, nachdem er jahrelang nichts gegen den Filz unternommen hatte und erntete dafür auch viel Spott. "Der Sepp heiligt die Mittel", titelte die "Süddeutsche Zeitung". Er habe auf dem FIFA-Kongress 2011 entschieden, so Blatter, "dass wir nun vorwärtsgehen. Wir änderten die Statuten, bildeten eine Ethik-Kommission und eine Lösungskommission. Jetzt haben wir die Instrumente, um einzugreifen", sagte der mächtige Funktionär und forderte: "Das Exekutivkomitee muss die Reformen jetzt absegnen."

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