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Fan-Vertreter reagieren geschockt auf Klub-Beschlüsse

17.07.2012, 19:10 Uhr | sid, dpa

Bundesliga-Sicherheit: Fan-Vertreter reagieren geschockt. Stehplätze bleiben der Bundesliga erhalten, Pyrotechnik bleibt tabu. (Quelle: imago)

Stehplätze bleiben der Bundesliga erhalten, Pyrotechnik bleibt tabu. (Quelle: imago)

Mit längeren Stadionverboten und höheren Zuwendungen für Fan-Projekte hat der deutsche Fußball auf die zunehmende Gewalt in den Stadien reagiert. Auf dem Sicherheitsgipfel in Berlin, zu dem Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich die Klubs von Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga geladen hatte, wurde zudem wie erwartet der Erhalt von Stehplätzen beschlossen. Dies geschehe "zum Schutz der einzigartigen Fankultur in Deutschland", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Doch die Fan-Vertreter sind entsetzt über die Beschlüsse.

Anstatt einer Versachlichung der Diskussion erwarten sie nun Repressalien und härtere Strafen. Thomas Beckmann von der Bundesgemeinschaft der Fanprojekte glaubt, dass der Sicherheitsgipfel nur einen Sinn verfolgt: "Es werden Dinge verkündet, nur um die öffentliche Meinung zu beruhigen."

Stadionverbote von bis zu zehn Jahren

Zwar wird der Fußball seine Zahlungen an Fan-Projekte künftig um 50 Prozent erhöhen. Damit sollen Länder und Kommunen erheblich entlastet werden. Gleichzeitig sind ab sofort wieder Stadionverbote von fünf statt bisher drei Jahren möglich, in Ausnahmefällen sogar zehn Jahre. "Die erst 2007 vorgenommene Aufweichung wird somit auf Grund der neuen Intensität von Ausschreitungen und Regelverstößen zurückgenommen", hieß es in der Erklärung.

Fan-Privilegien auf dem Prüfstand

Keine Toleranz zeigten alle Beteiligten gegenüber Pyrotechnik im Stadion. Verstöße sollen künftig von den Klubs individuell konsequent bestraft werden. Zudem sollen bei gewalttätigen Zwischenfällen und Abbrennen von Pyrotechnik Fan-Privilegien wie etwa der Zugang zu Ticket-Kontingenten auf den Prüfstand gestellt werden. "Ich bin sehr dankbar, dass ein Verhaltenskodex unterzeichnet wurde, indem klargemacht wurde: Keine Gewalt, keine Pyrotechnik, klare Grenzen mit klaren Sanktionen", sagte Friedrich.

"Da verschlägt es einem die Sprache"

Die Fanvertreter der Bundesligaklubs haben geschockt auf die Ergebnisse des Sicherheitsgipfels reagiert. "Da verschlägt es einem die Sprache. Das sieht danach aus, dass die Repressalien erhöht werden", fürchtete René Lau von der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte. "Meines Erachtens ist der Gipfel für die Fans eine Katastrophe."

Diskussion "ohne Fanvertreter zwecklos"

"Das ist eine härtere Keule, als wir erwartet haben. Das ist eine drastischere Verschlechterung und ein falsches Signal", kritisierte Jakob Falk von der Fanvertretung "Pro Fans". "Ich frage mich, wozu wir dann in der AG Fanbelange mitarbeiten, wenn wir an solchen entscheidenden Tagen nicht da sind." Nur allzu gerne hätten die Fans an der Konferenz teilgenommen. Eine Einladung erhielten sie aber nicht. "Im Grunde ist es ohne Fanvertreter zwecklos, über Maßnahmen gegen Gewalt im Fußball zu diskutieren", sagte Falk.

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