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Schwieriger Neustart: Löw kämpft gegen Skepsis

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Schwieriger Neustart für Löw

12.08.2012, 13:33 Uhr | dpa

Schwieriger Neustart: Löw kämpft gegen Skepsis. Bundestrainer Joachim Löw will mit der Nationalmannschaft gleich zu Saisonbeginn ein Erfolgserlebnis feiern.

Bundestrainer Joachim Löw will mit der Nationalmannschaft gleich zu Saisonbeginn ein Erfolgserlebnis feiern. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Joachim Löw taucht wieder auf. 46 Tage nach dem bitteren EM-K.o. gegen Italien eröffnet der Bundestrainer die WM-Mission 2014.

Es wird ein schwieriger Neustart, wenn Löw am Montag in Frankfurt/Main sein Team versammelt, um zwei Tage später gegen Argentinien den Weg Richtung Brasilien anzutreten. Der EM-Schmerz ist bei Spielern, Offiziellen und Fans noch nicht komplett überwunden. Doch DFB-Chef Wolfgang Niersbach sieht beim Trainer keine Nachwirkungen mehr: "Löw ist selbstbewusst, ganz entschlossen, optimistisch, gut erholt. Er hat klare Vorstellungen, eine positive Ausstrahlung."

Fehlen wird gegen die Argentinier Torwart Manuel Neuer. Wegen einer starken Beckenkammprellung müsse er ein paar Tage kürzertreten und könne nicht anreisen, schrieb der 26-Jährige am Sonntagabend auf seiner Facebook-Seite. "Schade, wäre gern dabei gewesen und hoffe, dass die Kollegen dennoch einen Sieg einfahren", meinte Bayern-Torwart Neuer. Wen der Bundestrainer nachnominieren wird, war zunächst nicht bekannt.

"Enttäuschung gab es natürlich, aber zu keinem Zeitpunkt wollte Löw aufgeben", betonte Niersbach im Radio FFH. Gemeinsam mit der Mannschaft steht eine Aufarbeitung des 1:2 im EM-Halbfinale gegen Italien und des gescheiterten Titelunternehmens in Polen und der Ukraine noch aus. Bisher hat nur Löw-Assistent Hansi Flick an die Spieler geschrieben, "dass die EM trotz des Ausscheidens im Halbfinale eine gute Sache war", wie Mats Hummels in der "Bild am Sonntag" berichtete.

Der Dortmunder selbst hatte den deutschen EM-Auftritt weit kritischer gesehen als die Sportliche Leitung. Mit den Leistungen, "die wir in der Europameisterschaft abgerufen haben, glaube ich nicht an eine realistische Chance, die Top-Nationen in den entscheidenden Spielen zu schlagen und Weltmeister zu werden. Da muss noch deutlich mehr kommen", hatte Hummels während der Saisonvorbereitung gesagt.

17 EM-Teilnehmer um den zum Fußballer des Jahres gewählten Neu-Dortmunder Marco Reus stehen für das Prestige-Duell am Mittwoch gegen den zweimaligen Weltmeister Argentinien wieder im deutschen Kader. Dazu kommt der Schalker Youngster Julian Draxler.

Kapitän Philipp Lahm (wird Vater), Bastian Schweinsteiger (Trainingsrückstand), Mario Gomez (verletzt), Lukas Podolski und Per Mertesacker (beide sollen sich beim FC Arsenal beweisen) fehlen wie der nun verletzte Neuer. Die langjährigen Nationalspieler gehören aber weiterhin zu Löws Personal für die am 7. September in Hannover gegen die Färöer beginnenden WM-Qualifikationsspiele. Nur für Torwart-Routinier Tim Wiese ist das Kapitel Nationalteam praktisch beendet.

Löw war nach dem K.o. gegen Italien, für den er nach seinen personellen und taktischen Entscheidungen öffentlich mit die Verantwortung übernommen hatte, lange abgetaucht. Der zuvor von Fans und Medien fast zu einem Magier überhöhte und danach kritisierte Trainer brauchte Abstand, "um zu sehen, welche neuen Reize und welche neuen Möglichkeiten da sind", wie der Freiburger auf dem Rückflug von der EM formulierte.

Nun muss der DFB-Chefcoach auch gegen die Skepsis ankämpfen, den letzten Schritt schaffen zu können, nachdem es bei den vergangenen Turnieren zu zweiten und dritten Plätzen gereicht hatte. Zwar hat Löw ohne Frage das DFB-Team - zuerst als Assistent von Jürgen Klinsmann, dann als Chef - nach der verkorksten EM 2004 zurück in die Weltspitze geführt. In den entscheidenden Spielen seit 2006 zog Deutschland aber jeweils zweimal gegen Spanien (EM 2008, WM 2010) und Italien (WM 2006, EM 2012) den Kürzeren.

Viele Chancen haben sowohl Löw als auch die Generation Schweinsteiger nicht mehr. Gerade der Mittwoch-Gegner Argentinien mit Superstar Lionel Messi steht als bestes Beispiel, was die DFB-Elf auch gegen große Fußball-Nationen schaffen kann. Der 4:0-Triumph im WM-Viertelfinale 2010 war vielleicht das beste Spiel der Ära Löw. "Mittlerweile haben wir diese Nationen eingeholt, das ist eine große Leistung der Mannschaft", hatte Löw nach der EM erklärt, aber auch mit dem Blick nach in die Zukunft hinzugefügt: "Den einen oder anderen Gegner zu überholen, wird sicherlich das Ziel sein."

Löw muss die Qualifikations-Pflicht gegen Österreich, Schweden, Irland, Kasachstan und die Färöer auch dazu nutzen, die Schwachstellen im Team zu beseitigen. "Wir haben mit Sicherheit keine Angst vor dieser Gruppe", betonte Oliver Bierhoff. "Wir wissen aber auch, dass die Qualifikation kein Selbstläufer wird. Wir müssen aufpassen, die Gegner sind unangenehm", warnte der Teammanager.

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