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Kollektiv-Blackout - Löw: "Vieles schief gelaufen"

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Kollektiv-Blackout - Löw: "Vieles schief gelaufen"

17.10.2012, 07:36 Uhr | dpa

Kollektiv-Blackout - Löw: "Vieles schief gelaufen". Joachim Löw gehen nach dem denkwürdigen Remis die Erklärungen aus.

Joachim Löw gehen nach dem denkwürdigen Remis die Erklärungen aus. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Dieser verrückte Fußballabend wird Joachim Löw und seinen Spielern noch lange durch die Köpfen spuken. Eine Erklärung für den kollektiven Systemausfall nach einer brillant herausgespielten 4:0-Führung vermochte nach dem 4:4 im WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden niemand zu finden.

"Wir haben 60 Minuten überragend gespielt, was Kombinationen, Abschluss, Ordnung und Disziplin betraf. In den letzten 30 Minuten haben wir unheimlich viel falsch gemacht. Wir hatten nicht mehr die Ordnung und Sicherheit am Ball, plötzlich war eine große Unruhe da bei uns. Da ist vieles schief gelaufen, wir haben das Spiel nicht mehr in den Griff bekommen", fasste Bundestrainer Löw in einer ersten Analyse die 93 turbulenten Minuten in Berlin zusammen.

"Unerklärlich. Ich habe so etwas noch nie erlebt", meinte auch Mittelfeld-Chef Bastian Schweinsteiger, der wie alle seine zuvor zauberhaft aufspielenden Kollegen im deutschen Nationaltrikot kein Gegenmittel gegen den Konzentrationsabfall und die sich häufenden Fehler fand. "Man kann es jetzt nicht an einzelnen Spieler oder individuellen Fehlern festmachen. Es war irgendwie im ganzen Kollektiv. Die ganze Mannschaft hat nicht mehr so konsequent gearbeitet", bemerkte ein geschockter Löw. "Dass man die 30 Minuten nicht mehr konzentriert weiter gespielt hat, das darf nicht passieren", erklärte Manager Oliver Bierhoff und bemerkte deutlich: "Ich hoffe, dass das eine wichtige Lektion war."

Nach den Toren von Miroslav Klose (8./15. Minute), dem jetzt nur noch ein Treffer zum nationalen Rekord von Gerd Müller fehlt, sowie Per Mertesacker (39.) und Mesut Özil (56.) hatte alles nach einem schwarz-rot-goldenem Freudenabend vor 72 369 Zuschauern im Berliner Olympiastadion ausgesehen. "60 Minuten war es eine großartige Leistung. Die Schweden waren 60 Minuten nicht vorhanden. Ibrahimovic und Elmander hat man 60 Minuten nicht gesehen", bemerkte Löw. "Das zeigt wieder, dass es im Fußball Sachen gibt, die nur schwer zu erklären sind", kommentierte Kapitän Philipp Lahm.

Nach dem Anschluss durch Schwedens Torstürmer Zlatan Ibrahimovic (62.) lief das Spiel der DFB-Elf "irgendwie aus dem Ufer", wie der Bundestrainer zwar sprachlich nicht exakt, aber zutreffend formulierte. Der Zauber von Özil, Reus und Co. wurde förmlich weggespült. Noch nie zuvor hatte eine deutschen Nationalmannschaft in mehr als hundert Jahren einen 4:0-Vorsprung noch aus der Hand gegeben. "Es gibt keinen einzigen Knackpunkt für so etwas. Die Unsicherheit wurde immer größer", bemerkte Toni Kroos. Mikael Lustig (64.), Johan Elmander (76.) und Rasmus Elm (90.+3) ließen mit ihren Toren die mitgereisten schwedischen Fans jubeln.

Nach der gerissenen Serie der Qualifikationssiege führt Deutschland noch immer die Gruppe C mit 10 Punkten vor Schweden (7) an. Doch die Chance ist verpasst, sich schon vor der fast halbjährigen Punktspielpause ein beruhigendes Polster im Kampf um das Direktticket zur WM 2014 in Brasilien zu verschaffen.

Löw denkt nicht, "dass da jetzt was hängenbleibt". Er verwies auf die jüngsten Diskussionen im Umfeld, mit denen das Team "absolut professionell umgegangen" sei. "Natürlich muss man das analysieren und darüber sprechen. Natürlich ist das ein Lernspiel gewesen", betonte der Bundestrainer allerdings.

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