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Nach Enkes Tod: Über ein Dutzend Fußball-Profis suchte Hilfe

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Nach Enkes Tod: Viele Spitzensportler nehmen Hilfe an

06.11.2012, 17:24 Uhr | sid

Nach Enkes Tod: Über ein Dutzend Fußball-Profis suchte Hilfe . Depressionen und Burn-out sind auch unter Spitzensportlern noch immer ein Tabu-Thema. (Quelle: Symbolfoto: Thinkstock by Getty-Images)

Depressionen und Burn-out sind auch unter Spitzensportlern noch immer ein Tabu-Thema. (Quelle: Symbolfoto: Thinkstock by Getty-Images)

In den drei Jahren nach dem Tod von Nationaltorwart Robert Enke hat mehr als ein Dutzend Fußballer der 1. und 2. Bundesliga wegen Depressionen bei der Initiative "MentalGestärkt" Hilfe gesucht. "Unter ihnen sind bekannte Namen, auch ziemlich verzweifelte Spitzenathleten anderer Sportarten meldeten sich", sagt Marion Sulprizio, Geschäftsführerin der im September 2011 gegründeten Einrichtung an der Sporthochschule Köln.

Die Diplom-Psychologin macht deutlich: "Die Dunkelziffer ist sicher hoch. Auf jeden, der sich an uns wendet, kommen mindestens zehn weitere, die Hilfe nötig hätten."

Teresa Enke übt Kritik

Teresa Enke, Witwe des Torhüters, der sich am 10. November 2009 mit 32 Jahren das Leben genommen hatte, war mit ihrer Robert-Enke-Stifung, der Spielergewerkschaft , der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft und der Deutschen Sporthochschule Köln Initiatorin der von führenden Sportpsychologen und Psychiatern getragenen Netzwerkinitiative.

Doch drei Jahre nach dem Tod ihres Mannes kritisiert Teresa Enke, dass es immer noch nicht ausreichend Anlaufstellen für depressive Bundesligaprofis gibt. Mit der Anstellung von Sport-Psychologen sei es nicht getan, sagte die Vorstandsvorsitzende der Robert-Enke-Stiftung in einem Interview mit "Sport Bild". Dennoch ist sie überzeugt, dass die Arbeit ihrer Stiftung nun Früchte trägt: "Da bin ich sicher. Es gibt auch Vereine, die sich an uns wenden und Hilfe suchen. Mit denen arbeiten wir zusammen. Sie müssen sich vorstellen, dass wir damals selbst gar nicht wussten, wo wir mit Roberts Depressionen überhaupt hin sollten. Wir waren totale Autodidakten ohne irgendeine Anlaufstelle. Niemand sollte etwas mitbekommen, alles war geheim."

Viele Spitzensportler suchen Hilfe

Die Enke-Stiftung und die Initiative "MentalGestärkt" haben bislang geholfen, Barrieren zu überwinden: "25 bis 30 Spitzensportler haben sich in gut einem Jahr bei uns gemeldet, wobei die Fußballer momentan noch überwiegen. Aber auch aus den den Bereichen Tennis und Triathlon gab es Hilferufe, wenn auch nicht von Topathleten der Sportart", sagt Sulprizio, die Teresa Enke zweimal im Jahr bei Kuratoriumssitzungen der Enke-Stiftung trifft.

Bei der Kölner Psychologin laufen die Fäden an der Sporthochschule zusammen. "An der Uni München und der Ruhr-Uni Bochum sitzen unsere Partner, die auch wieder kleinere Netze zur Verfügung haben." Viele Psychologen und Psychotherapeuten sind eingebunden. "Unser Netzwerk verschiedener Mitarbeiter steht schnell und heimatnah zur Seite. Für Sportler aus der Region ist binnen weniger Stunden Hilfe möglich über Experten der Aachener Klinik. Aber wir sind immer noch nicht flächendeckend und deutschlandweit präsent."

Enke: "Werde es nie verarbeiten, sondern lerne lediglich, damit zu leben"

Ob es gelungen wäre, Robert Enke zu retten, wenn es "MentalGestärkt" damals schon gegeben hätte? "Das weiß ich nicht. Es ist generell so, dass man nicht alle retten kann. Es wird immer wieder Suizide geben, die nicht zu verhindern sind", sagt Sulprizio. Teresa Enke wird am dritten Todestag ihres Mannes am Samstag gemeinsam mit Freunden in Hannover verbringen.

"Jeder wird individuell für sich trauern. Danach werden wir zusammensitzen. Nicht schwermütig, sondern wir werden sprechen und Robert gedenken. Man verarbeitet so einen Tod auch nicht. Ich werde es nie verarbeiten, sondern lerne lediglich, damit zu leben."

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