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Fan-Proteste: DFL und 12:12 setzen sich zusammen

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DFL und Fans gehen aufeinander zu

02.01.2013, 16:07 Uhr | t-online.de, sid

Fan-Proteste: DFL und 12:12 setzen sich zusammen. Wer will wen wie haben? Die Fans beenden ihr Schweigen. (Quelle: imago/MIS)

Wer will wen wie haben? Die Fans beenden ihr Schweigen. (Quelle: MIS/imago)

Die Fan-Proteste im deutschen Fußball haben zunächst ein Ende. Die Aktion "12:12" beendet das Schweigen in den deutschen Stadien und will stattdessen wieder für Stimmung sorgen. Damit reagieren die Anhänger auch auf eine Einladung von Andreas Rettig, dem neuen Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Das Gespräch soll einen vorläufigen Schlusspunkt hinter die Proteste der Fankurven an den letzten Spieltagen der Hinrunde setzen. "Nach der Winterpause gibt es von uns keinen Aufruf zu einem Stimmungsboykott. Wir werden uns auf Einladung von Herrn Rettig in den nächsten Tagen zusammensetzen und uns zunächst beschnuppern. Es ist unser Ziel, auf Dauer nicht nur gegen etwas zu sein, sondern zu gestalten und aktiv mitzuwirken", sagte "12:12"-Sprecher Jan-Henrik Gruszecki.

"Situation war nie im Sinne des Fußballs"

Die Schweige-Aktionen unter dem Leitsatz "Ohne Stimme keine Stimmung" wertet "12:12" als "Riesenerfolg", obwohl sie bei vielen Vereinen die Fanszene gespalten haben. Als Fazit betonte Gruszecki, man habe das neue DFL-Sicherheitskonzept "nicht in Gänze verhindert. Aber wenn man sich anschaut, was vom ersten Entwurf noch übrig war, haben wir ziemlich viel verhindert." Mit Rettigs Angebot könne der "immer eingeforderte Dialog endlich ernsthaft beginnen" - die Fans erhielten endlich eine Stimme.

DFL-Vize Heribert Bruchhagen zeigte sich erleichtert. "Diese Konfliktsituation war nie im Sinne des Fußballs. Ich würde mich sehr freuen, wenn sie nun Stück für Stück aufgelöst würde." Die Aktion "12:12" stellt allerdings schon wieder Bedingungen: Ein Erfolg der Gespräche sei Voraussetzung für das dauerhafte Ausbleiben von Protesten. "Die Gesamtsolidarität muss in der Fanszene beibehalten werden", sagte Gruszecki. "Wir werden uns immer gegen Vollkontrollen und die Beschneidung von Gästekontingenten stellen und gegebenenfalls mit Protest, Kreativität und Aufklärung gegen derlei Repressalien agieren." An diesen Punkten hatten sich die Proteste entzündet.

Andere Besucher waren zunehmend genervt

Rettig wird am Donnerstag um 11.00 Uhr in Frankfurt/Main offiziell in seinem neuen Amt vorgestellt, er wird sich dort auch über sein Gesprächsangebot äußern. Vorab bestätigte er schon einmal seinen Willen, konstruktiv mit den Fans zusammenzuarbeiten. Das 16 Punkte umfassende Konzept "Stadionerlebnis" war von der Vollversammlung der DFL am 12. Dezember beschlossen worden. Die Vertreter der 36 Vereine der Bundesliga und 2. Liga erzielten in allen Punkten "mit großer Mehrheit" Einigkeit.

Der harte Kern der Fans hatte aus Protest an drei Spieltagen die ersten 12:12 Minuten lang geschwiegen, zahlreiche Spruchbänder richteten sich gegen den Deutschen Fußball-Bund und die DFL. Viele andere Besucher zeigten sich zunächst solidarisch, dann aber zunehmend genervt.

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