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DFB und DFL im Streit: Andreas Rettig erzürnt Wolfgang Niersbach

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DFL und DFB gehen auf Konfrontationskurs

18.06.2013, 08:02 Uhr | sid, dpa

DFB und DFL im Streit: Andreas Rettig erzürnt Wolfgang Niersbach. DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig ist unzufrieden mit der Arbeit beim DFB. (Quelle: imago/Martin Hoffmann)

DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig ist unzufrieden mit der Arbeit beim DFB. (Quelle: Martin Hoffmann/imago)

Es knistert gewaltig zwischen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" forderte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig unverblümt eine Neustrukturierung der DFB-Spitze und kritisierte die Arbeit des Verbandes.

Dessen Präsident Wolfgang Niersbach schoss scharf gegen Rettig zurück: "Wenn nun ein Mann, der noch kein halbes Jahr bei der DFL angestellt ist, so ziemlich alles und jedes in unserem Verband dazu noch sachlich falsch infrage stellt, ist dies anmaßend und völlig unangebracht."

Zahlreiche Kritikpunkte

Rettig hatte die Schwäche des DFB vor allem am Posten von DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock festgemacht. "Dass die Führung eines so großen Verbandes von einer hauptamtlichen Person geleistet werden kann, da habe ich meine Zweifel. An dieser Stelle des DFB kommen sehr viele Aufgaben zusammen. Es wäre eine Überlegung wert, wie man die sportliche Kompetenz noch einmal stärken konnte", sagte Rettig.

Nach Informationen des Sport-Informations-Dienstes (SID) vertritt er damit keine Einzelmeinung. In der Liga wünscht man sich unter anderem eine Verschlankung der DFB-Spitze. Dem Präsidium gehören derzeit 17 Personen an, dem Vorstand 38.

Mitspracherecht bei Besetzung des DFB-Sportdirektor-Postens?

In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich dem FAZ-Bericht zufolge viel Konfliktstoff angehäuft. Die DFL wolle sich deshalb auch nicht mehr mit ihrer Kritik zurückhalten.

Im Detail monierte Rettig das Verfahren um den vakanten Posten des DFB-Sportdirektors nach dem vorzeitigen Abschied von Robin Dutt. Hier mahnte er ein Mitspracherecht der DFL an. "Die Entscheidung über den Sportdirektor kann keine exklusive Entscheidung des DFB sein. Da geht es auch um Interessen des Ligaverbands." Sandrock hatte bisher immer darauf gepocht, dass "die Personalie Sportdirektor eine originäre Aufgabe des DFB ist".

Mehr für deutsche Interessen einsetzen

Deutliche Kritik übte Rettig auch am Verhalten des Verbands beim Thema EM 2020. Der DFB hat bereits erklärt, auf eine Kandidatur für die beiden Halbfinals und das Endspiel zu verzichten, falls die Türkei sich ebenfalls um dieses Finalpaket bewirbt. Das hängt davon ab, ob Istanbul den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2020 erhält.

Der DFL-Geschäftsführer sprach in diesem Zusammenhang von "vorauseilendem Gehorsam" und warf dem DFB vor, die Interessen seiner Vereine aus den Augen zu verlieren. "Wir wissen von Außenständen von einigen Millionen Euro, die türkische Klubs unseren Klubs seit langer Zeit schuldig sind", erklärte Rettig. "Bei aller Sportpolitik sollte man immer das Gesamtbild im Auge haben."

Kritik an Einführung der U19-Champions League

Bei der Zustimmung zur Einführung der Champions League für U19-Klubmannschaften habe der DFB seiner Einschätzung nach die Interessen der deutschen Vereine nicht vertreten. "Ich kann keinen Vorteil für unsere Vereine erkennen", monierte Rettig.

Und noch schlimmer: "Hier hat der DFB gegen seine eigene Überzeugung und den Rat aller Fachleute den Wunsch der UEFA zur Einführung dieses Wettbewerbes mitgetragen."

Am Freitag Thema im DFB-Präsidium

Niersbach will die seiner Meinung nach unangebrachte Kritik auf der nächsten Präsidiumssitzung am Freitag zur Sprache bringen. Mit dem Liga-Präsidenten Reinhard Rauball habe er bereits "über diesen Vorgang" geredet.

Bisher ging der DFB-Boss auch von einer guten Zusammenarbeit zwischen dem Verband und der DFL aus. "Ich kann mich nur wundern. Bei meinen ständigen Kontakten mit Liga-Präsident Reinhard Rauball haben wir uns immer einvernehmlich abgestimmt, etwa bei so wichtigen Themen wie der EM-Bewerbung 2020 oder den Sicherheitsfragen - in diesem Geist haben wir auch den Grundlagenvertrag bis 2017 verlängert."

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