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Vom "Wunderkind" in die Regionalliga

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Vom "Wunderkind" in die Regionalliga

02.08.2013, 12:54 Uhr | sid

Vom "Wunderkind" in die Regionalliga. Marco Quotschalla spielt jetzt für Eintracht Trier. (Quelle: imago/Eibner)

Marco Quotschalla spielt jetzt für Eintracht Trier. (Quelle: Eibner/imago)

2001 war Marco Quotschalla für einige Wochen ein nationales Thema. Als 12-Jähriger war er von Bayer Leverkusen zum 1. FC Köln gewechselt und hatte dort einen Acht-Jahres-Vertrag unterschrieben. Fortan war Quotschalla in der Presse ein "Wunderkind", aber auch Mittelpunkt einer bundesweiten Diskussion.

Von Kinder-Handel war damals die Rede. Die Fußball-Prominenz, Spielerberater, Politiker, Rechtsanwälte und Moralisten ließen sich zu dem Thema aus. Der Bubi Quotschalla, der als gebürtiger Kölner einfach nur bei seinem Verein Fußball spielen wollte, war plötzlich zum Politikum geworden.

"Einfach zu viel für einen 12-Jährigen"

"Der Wechsel damals war nicht unbedingt ein Fehler, aber der Rummel drum herum war einfach zu viel für einen 12-Jährigen", sagt er heute, 13 Jahre später, der "Bild"-Zeitung und ergänzt etwas wehmütig: "Wer weiß, wie es ohne das alles gelaufen wäre." Denn wenn Marco Quotschalla mit dem Regionalligisten Eintracht Trier zum ersten Mal auf die 1. Mannschaft des 1. FC Köln trifft, tut er das quasi als Gescheiterter.

Germania Dattelfeld, Bonner SC und Wuppertaler SV hießen seine Stationen, dazwischen schnupperte er 13 Minuten Bundesliga-Luft für Alemannia Aachen und 45 Minuten im DFB-Pokal für Schalke 04. Ziemlich wenig für ein Wunderkind. Aufgegeben hat der Stürmer den Glauben an den Durchbruch in der Bundesliga nie. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagt er. "Wer weiß, wohin der Weg noch geht."

Vom Pech verfolgt

Er hatte auch wirklich viel Pech in seiner Karriere. Schon in Köln erlitt er früh zwei schwere Verletzungen, einige weitere folgten im Laufe der Karriere. Und als er in Aachen vor dem Durchbruch zu stehen schien, flog sein Förderer Michael Frontzeck raus. Das vielleicht größte Problem waren aber das Rampenlicht und die Erwartungshaltung. "Es war keine einfache Zeit", sagt er jetzt. "Ich musste mich früh der Öffentlichkeit stellen, was meine Mitspieler in dem Alter nicht mussten." Es sei eben sein Traum gewesen, "für den FC aufzulaufen. Aber der ganze Rummel war schon gewöhnungsbedürftig für ein Kind."

Immerhin zog er eine wichtige Lehre: "Ich habe auch die Leute kennengelernt, die einem nur im Erfolgsfall auf die Schulter klopfen - und so meine Menschenkenntnis enorm verbessert." Viele haben es nicht geschafft aus seiner damaligen Mannschaft. Aus der U17 waren es der heutige Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler (Hannover 96) und der immer noch beim Zweitligisten Köln spielende Adil Chihi.

"Altem Jugendverein ein Bein stellen"

Nach der Saison 2004/05 war Schluss beim FC, nach vier von acht geplanten Jahren. Der damalige U19-Trainer sortierte ihn aus. "Obwohl er mich kaum gesehen hat", berichtet Quotschalla. Der Name des Trainers: Frank Schaefer, heute Nachwuchskoordinator. Auch ihn wird Quotschalla am Samstag wiedertreffen. Rachegelüste hat er nach eigener Auskunft nicht: "Das Kapitel ist abgehakt. Ich sehe das rein sportlich."

Und hofft deshalb auf eine Sensation: "Es wäre schön, wenn ich meinem alten Jugendverein ein Bein stellen könnte. Wenn am Ende an der Anzeigentafel steht, dass wir gewonnen haben und ich vielleicht das entscheidende Tor geschossen habe, wäre das wunderschön." Vielleicht schafft er es ja auch doch noch einmal irgendwann in die Bundesliga.

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