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Fußball  

DFB-Arzt: "Kein Hinweis auf Blutdoping"

31.08.2013, 15:36 Uhr | dpa

DFB-Arzt: "Kein Hinweis auf Blutdoping". Tim Meyer ist der Teamarzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Tim Meyer ist der Teamarzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Eine zwei Jahre alte Studie von Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer hat eine Diskussion über mögliches Blutdoping in der Fußball-Bundesliga ausgelöst.

Anti-Doping-Experten lesen aus den Untersuchungen von mehreren hundert Profifußballern in der Saison 2008/09 verdächtige Blutwerte in gleich neun Fällen heraus. Meyer selbst wies das vehement zurück. Sein Schluss aus der erst 2011 fertiggestellten Studie sei, "dass kein Hinweis auf EPO- oder Blutdoping abzuleiten ist", schrieb der Sportmediziner der Universität des Saarlandes in einem Brief, den die Deutsche Fußball Liga (DFL) an alle Vereine der 1. und 2. Bundesliga verschickt hat und den die "Bild"-Zeitung veröffentlichte.

Meyer und ein Co-Autor hatten vor und während der Saison 2008/09 je viermal die Blutwerte von 532 Spielern entnommen - vor dem Saisonstart, im Herbst, Winter und Frühjahr. Die Werte von 467 Fußballern flossen in seine bislang nur in Fachkreisen einsehbare Studie ein. "Spiegel Online" veröffentlichte am Freitag, dass bei neun dieser anonymisierten Proben ein erhöhter Hämoglobinwert von mehr als 17 Gramm pro Deziliter festgestellt wurde, der in Sportarten wie der Leichtathletik oder dem Radsport sofort als Dopingindiz gewertet und weitere Untersuchungen nach sich ziehen würde.

Der Anti-Doping-Experte Fritz Sörgel sagte der "Bild"-Zeitung deshalb auch: "Wir hätten Radsportler mit diesen Zahlen geköpft. Ausdauersportler werden mit Schutzsperren belegt, zum Schutz vor ihrem eigenen Doping. Der Fußball verschließt die Augen."

Meyer entgegnete bereits am Donnerstag vor der Veröffentlichung des "Spiegel Online"-Artikels" in einem Interview auf der DFB-Homepage: Die Studie zeige, "dass nur bei knapp 1 Prozent der Spieler ein Hämoglobinwert über 17,0 g/dl vorlag. Bei Männern liegt nach dem Standardwerk der Labormedizin in Deutschland der Normalbereich zwischen 14 und 17,5 g/dl, und 2,5 Prozent der gesunden männlichen Bevölkerung liegen sogar über 17,5 g/dl." Außerdem sei seine Studie nie darauf angelegt gewesen, Doping-Hinweise zu finden. Deshalb seien dafür relevante Werte wie etwa die Retikulozyten- Konzentration der Spieler nie erfasst worden.

Die Diskussion über Meyers Studie fällt allerdings genau in eine Zeit, in der der Deutsche Fußball-Bund für seinen vermeintlich viel zu laxen und ständig verharmlosenden Umgang mit dem Thema Doping in der Kritik steht. Erst vor drei Wochen hatten Experten den neuen Vertrag zwischen dem DFB und der Anti-Doping-Agentur NADA angeprangert, der zwar die Einführung sporadischer Bluttests bei den 36 Profi-Clubs regelt - aber keine Erstellung von Blutprofilen.

"Die zuverlässige Entdeckung von Doping im Bereich aller direkten Blutmanipulationen, wie Eigenblutdoping oder Epo-Doping, kommt heute ohne diese Methode nicht mehr aus", sagte Sörgel in einem Interview der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Das sollte Standard sein, auch wenn sich der mächtige Deutsche Fußball-Bund derzeit mit Händen und Füßen dagegen wehrt. Warum eigentlich?"

Dazu meinte Meyer: "Da wir keine Hinweise auf eine Verbreitung von ausdauerwirksamen Dopingmethoden im deutschen Fußball haben - auch nicht vom Hörensagen oder durch andere Indizien -, erscheinen uns aktuell die Blutprofile mit der Notwendigkeit häufiger Blutentnahmen nicht verhältnismäßig."

Nach dem Bericht von "Spiegel Online" ist der DFB den Werten aus Meyers Studie nie nachgegangen oder hat sie an die NADA weitergereicht. Meyer bestätigte lediglich, sie "unter Wahrung der notwendigen Diskretion und Schweigepflicht zeitnah an die Vereinsärzte übermittelt" zu haben.

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