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DFB-Elf siegessicher: Österreich soll weiter leiden

05.09.2013, 19:17 Uhr | dpa

DFB-Elf siegessicher: Österreich soll weiter leiden. Die deutschen Spieler wollen am Freitag unbedingt gegen Österreich gewinnen.

Die deutschen Spieler wollen am Freitag unbedingt gegen Österreich gewinnen. (Quelle: dpa)

München (dpa) - Brasilien lockt immer mehr - und dafür soll die Leidenszeit des kleinen Nachbarn Österreich weitergehen.

"Die Österreicher kommen immer einen Schritt näher. Aber wir wollen klarstellen, dass es noch nicht soweit ist", betonte Bayern-Mittelfeldmann Thomas Müller vor dem "besonderen Spiel" am Freitag in der mit 68 000 Zuschauern ausverkauften Münchner Arena.

Seit 1931 hat Österreich in Deutschland nicht mehr gewonnen. Auf dem direkten Weg zur WM im kommenden Jahr im Fußball-Traumland am Amazonas will das Team von Bundestrainer Joachim Löw diese Serie unbedingt fortsetzen.

"Jeder einzelne Spieler wird bis in die Haarspitzen motiviert sein", versprach Löws Assistent Hansi Flick. Auch ein weiterer personeller Ausfall soll nicht ins Gewicht fallen. Die medizinische Abteilung der Nationalmannschaft hat beim Leverkusener Lars Bender einen kleinen Einriss der Muskelhülle am Beckenkamm diagnostiziert.

Damit wird der 24 Jahre alte Mittelfeldmann nicht nur gegen die Österreicher, sondern auch beim zweiten WM-Qualifikationsspiel am kommenden Dienstag in Tórshavn gegen die Färöer ausfallen. Die weiteren 18 Feldspieler und drei Torhüter seien "fit und einsatzbereit", vermeldete Flick. Alle außer Bender waren auch beim Abschlusstraining dabei. Das Stadion war schon in schwarz-rot-goldener Optik präpariert.

Die Sportliche Leitung des DFB-Teams hielt sich vor dem Prestigeduell gegen Österreich zur Startelf bewusst "bedeckt", wie Flick hervorhob. Nach den Ausfällen von Bastian Schweinsteiger, Ilkay Gündogan und nun auch Lars Bender gilt der Münchner Toni Kroos aber als erste Option neben Sami Khedira im defensiven Mittelfeld. "Jeder kann eins und eins zusammenzählen", bemerkte Flick. Deutschland führt die WM-Qualifikationsgruppe C mit 16 Punkten vor Österreich, Schweden und Irland (alle 11) an. Mit zwei Siegen und Punktverlusten der Konkurrenz wäre das Brasilien-Ticket am Dienstag fix gebucht.

Für das große Ziel stellt Philipp Lahm auch sein Jubiläum im eigenen Wohnzimmer hintenan. "Wichtig ist, dass wir gewinnen", unterstrich der 29 Jahre alte Münchner: "Mein 100. Länderspiel ist eine schöne Nebensache." Die 100 Spiele seien ohnehin kein Ziel, das man sich als Fußballprofi stelle: "Ein Titelgewinn ist ein Ziel. Am liebsten 2014", sagte Lahm, der zunächst aber seinen Eltern und vielen Freunden im Stadion einen schönen Abend bereiten möchte.

Wie das geht, hat der Bundestrainer mit seinen Spielern intensiv besprochen und eingeübt. Mit Spielanalysen und Trainingsauswertungen zeigte Löw den einzelnen Mannschaftsteilen auf, wie er sich die richtige Balance zwischen Offensiv-Spektakel und Defensiv-Kompaktheit vorstellt. "Die ganze Mannschaft ist gefordert. Die Abwehr muss nach vorne kommen, das Mittelfeld aggressiv agieren, die Stürmer früh attackieren", forderte Löw. Ob und für wen der Münchner Jérome Boatang in die Innenverteidigung rückt, wollte er nicht verraten.

"Wir müssen besser verteidigen, das geht beim Stürmer vorne los und geht bis hinten zum Torwart", ergänzte Jubilar Lahm, der locker wie selten über die sportliche Aufgabe, sich selbst und sogar über Michael Ballack plauderte. Das lange angespannte Verhältnis zu seinem Kapitäns-Vorgänger, der am Freitag mit Verspätung vom Verband offiziell verabschiedet wird, wollte der "Hunderter" nicht mehr bewerten: "Wir werden uns sicherlich nicht bekriegen", scherzte Lahm.

Ballack sieht auch sein Verhältnis zu Löw wieder normalisiert. "Wir sind erwachsene Leute und können uns in die Augen schauen. Im Fußball kommt es vor, dass Dinge passieren, die für den einen oder anderen nicht so schön sind", sagte der Ex-Kapitän in Sport1: "Man muss nicht immer alles mit einer Aussprache vom Tisch kriegen."

Nach neun Gegentoren in den vergangenen drei Länderspielen und viel Kritik soll gegen die taktisch und technisch gereiften sowie schnellen Österreicher endlich wieder die Null stehen. "Am meisten machen wir 1:0-Siege Spaß. Da ist bis zur letzten Minute Adrenalin drin", bemerkte Müller, der neben dem Neu-Engländer Mesut Özil und dem Dortmunder Marco Reus nicht nur für die Angriffsshow zuständig ist. "Die Verteidigung ist immer am wichtigsten", sagte der WM-Torschützenkönig von 2010.

Ganz nebenbei möchten alle Toptorjäger Miroslav Klose helfen, endlich den Tore-Rekord von Gerd Müller zu knacken, dem der Routinier von Lazio Rom nun schon seit fast einem Jahr hinterherläuft. Ein Törchen fehlt Klose (67) noch bis zur nationalen Bestmarke von Gerd Müller, dem "Bomber der Nation".

"Wir sind dann stark, wenn wir Schnelligkeit, Laufbereitschaft, Konzentration und Präsenz ins Spiel einbringen", fasste Flick die Voraussetzungen für den angestrebten 25. Sieg gegen Österreich zusammen. In den 38 bisherigen Begegnungen gab es nur acht Niederlagen, darunter das legendäre 2:3 von Cordoba bei der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien. Damit wollen sich die Spieler von heute nicht beschäftigen: "Wir sind eine andere Generation", bemerkte André Schürrle, der noch eine ganz spezielle Motivation herausstellte: "Jeder muss sich beweisen, denn jeder will bei der WM dabei sein. Klar geht es dabei schon um die persönlichen Tickets."

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