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Joachim Löw ignoriert Druck vor Ende der WM-Qualifikation

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Fußball  

Viel Gerede, wenig Neues: Löw "unabhängig von Druck"

02.10.2013, 13:56 Uhr | dpa

Joachim Löw ignoriert Druck vor Ende der WM-Qualifikation. Joachim Löw (r) im Gespräch mit Stefan Kießling bei einer Trainingseinheit im Mai 2010.

Joachim Löw (r) im Gespräch mit Stefan Kießling bei einer Trainingseinheit im Mai 2010. Foto: Marcus Brandt. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Benachteiligte Dortmunder? WM-Notnagel Kießling? Alternative Weidenfeller? Comeback von Götze? Vor dem Abschluss der WM-Qualifikation wird wieder einmal heftig über die deutsche Fußball-Nationalmannschaft debattiert und spekuliert. Joachim Löw hält sich mit Aussagen zurück.

Er machte sich als Live-Gast der Champions League vor der nächsten Länderspiel-Nominierung an diesem Freitag lieber ein klares Bild von der Form seiner Spieler. "Jogi hat klare sportliche Vorstellungen, er trifft seine Entscheidungen unabhängig vom öffentlichen Druck", erklärte Teammanager Oliver Bierhoff nochmals deutlich in der "Sport Bild".

Bierhoff verwies auf das Beispiel Kevin Kuranyi. Auch im Fall des inzwischen für Dynamo Moskau spielenden Stürmers hatten Experten, Kollegen und Medien vor der WM 2010 vehement ein Comeback im DFB-Trikot gefordert. Löw blieb bei seiner Linie, wie er es jetzt im Fall Stefan Kießling tut - unabhängig von den Verletzungen, die seine Top-Angreifer Miroslav Klose und Mario Gomez am 11. Oktober in Köln gegen Irland und vier Tage später in Stockholm gegen Schweden zum Zuschauen zwingen.

Natürlich stärkt Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler weiter den Bayer-Torjäger Kießling. "Ich glaube, dass Stefan Kießling sich eine Position erarbeitet hat, auch ein Alter und Erfahrungen hat, dass es gar nicht mehr wichtig ist, dass er gegen die Aserbaidschans dieser Welt nominiert wird. Dafür hat er viele junge Spieler, die sich ihre Sporen verdienen können", sagte der ehemalige DFB-Teamchef am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin.

Doch auch Völler hat wohl inzwischen erkannt, dass Löw den Bundesliga-Toptorschützen für Brasilien 2014 nur für den Notfall eingeplant hat. "Wichtig ist, und da spreche ich aus Erfahrung, bei der WM dabei zu sein. Er wird nicht nur in der Lage sein zu helfen, er wird auch bereit sein, für Deutschland zu spielen", formulierte Völler.

Gegen die kompakten und kopfballstarken Iren ordnet der Bundestrainer ohnehin andere Offensivstrategien als erfolgsversprechender ein. Wie schon einige Male mit Mario Götze praktiziert, könnte einer der offensiven Mittelfeldspieler eine abgewandelte Rolle als verkappte Sturmspitze übernehmen. Allerdings fehlt dem Neu-Münchner Götze nach einer Sprunggelenksverletzung Spielpraxis, seine Nominierung ist offen. Löw hatte auch schon den Dortmunder Marco Reus als "falschen Stürmer" ins Gespräch gebracht.

Auch beim Dortmunder Torhüter Roman Weidenfeller spielt Löw auf Zeit. Die Entscheidung über den dritten WM-Torhüter falle nicht jetzt, sondern erst kurz vor dem Turnier in Brasilen, hat der DFB-Chefcoach mehrfach erklärt. Viele hatten den BVB-Keeper schon vor dem Länderspiel-Doppelpack gegen Österreich und Färöer in Löws Aufgebot erwartet. "Ich war nicht überrascht, dass Roman nicht nominiert wurde", hatte Dortmund-Trainer Jürgen Klopp Anfang September erklärt und ergänzte: "Ich bin über die Gedankenspiele des Bundestrainers informiert. Aber jetzt hätte ich mich beinahe verplappert. Dabei darf ich nichts sagen, das müssen andere tun."

In Dortmund verfolgt man Löws Entscheidungen ohnehin mit besonderem Blick. Mats Hummels hat gerade noch einmal darauf verwiesen, dass er sich sein Standing in der Nationalelf härter erarbeiten musste als andere. BVB-Verantwortliche hegen schon länger den Verdacht, dass Löw bei den schwarz-gelben Nationalspielern verschärfte Bewertungskriterien anwendet.

Das wies Bierhoff zurück: "Von unserer Seite gibt es keinerlei Vorbehalte gegenüber den Spielern aus Dortmund oder auch anderen Vereinen. Bei uns werden alle Spieler gleich behandelt", betonte der Manager. Selbst Hummels, der zuletzt seinen Startplatz an den Münchner Jérome Boateng verloren hatte, will von Konflikten mit dem Bundestrainer nichts wissen. Er habe nur gesagt, was er denke, "ohne jemanden auf den Schlips zu treten", verteidigte er sein Interview im "Kicker"-Sportmagazin: "Ich hab da nichts drin gesehen, woraus man einen Skandal machen könnte."

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