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WM 2022: FIFA verschiebt die Entscheidung

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Blatter verharmlost Probleme  

Entscheidung über Winter-WM vertagt - Blatter verharmlost Skandal

04.10.2013, 15:26 Uhr | sid

WM 2022: FIFA verschiebt die Entscheidung. Katar freut sich auf die WM 2022 - ob im Winter oder im Sommer. (Quelle: dpa)

Katar freut sich auf die WM 2022 - ob im Winter oder im Sommer. (Quelle: dpa)

Rückschlag für FIFA-Boss Joseph S. Blatter: Die Verlegung der Weltmeisterschaft 2022 aus der brütenden Sommerhitze im Wüstenstaat Katar ist vorerst auf Eis gelegt - der Alleingang des scheinbar übermächtigen Blatter damit gestoppt. Das entschied das Exekutivkomitee des Weltverbandes in Zürich.

Blatter fiel außerdem unangenehm auf, als er mit höchst fragwürdigen Aussagen die anscheinend unmenschlichen Arbeitsbedingungen im WM-Gastgeberland verharmloste. "In jedem Land der Welt kann es passieren, dass es Todesfälle auf Baustellen gibt, insbesondere auf WM-Baustellen." Die englische Zeitung "Guardian" hatte jüngst über zahlreiche Todesfälle und moderne Sklaverei in Katar berichtet.

Von November bis April - die Terminwünsche gehen weit auseinander

Ob Sommer oder Winter: Um einen Termin für die WM in Katar zu finden, soll nun eine Task-Force her. "Das Exko hat entschieden, einen Konsultationsprozess für einen WM-Termin 2022 zu starten", twitterte Blatter unmittelbar nach der Sitzung: "Vor der WM 2014 in Brasilien wird es keine Entscheidung geben." Die generelle Entscheidung für eine Winter-WM in neun Jahren galt aber speziell für Blatter im Vorfeld der Sitzung des Exkos, dem auch der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger angehört, als beschlossen. Der 77-Jährige ging von einem glatten Durchmarsch in seinem Komitee aus, nachdem er erst im Juli völlig überraschend feststellte, dass der katarische Sommer zu heiß für die Fußballfamilie werden könnte.

Der Widerstand, vor allem aus Europa, gegen die Schnellschüsse des Schweizers war am Ende erfolgreich, auch wenn sich der europäische Fußballverband UEFA zuletzt für eine Winter-WM geöffnet hatte. FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke ist nun als Vorsitzender einer entsprechenden Kommission beauftragt, mit allen Betroffenen - Sponsoren, Vereinen, Fernsehstationen und Verbänden - Gespräche über eine Verlegung zu führen, und bestenfalls einen optimalen Termin zu finden. Blatter hatte nie einen Hehl daraus gemacht, im November/Dezember 2022 spielen lassen zu wollen, UEFA-Chef Michel Platini bevorzugt den Januar/Februar 2022. Karl-Heinz Rummenigge brachte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der europäischen Klubvereinigung ECA zuletzt eine Austragung im April ins Gespräch.

Organisationskomitee gibt sich gelassen

Die Schlagzeilen bestimmten in Zürich aber ohnehin weitaus wichtigere Dinge: Die britische Zeitung "Guardian" hatte über massive Probleme auf den WM-Baustellen berichtet, wo die Gastarbeiter unmenschlich und wie moderne Sklaven behandelt würden. Allein im Zeitraum zwischen dem 4. Juni und 8. August seien 44 nepalesische Arbeiter ums Leben gekommen, zur Hälfte wegen Herzversagen oder bei Arbeitsunfällen. Der Internationale Gewerkschaftsbund IGB prophezeite 4000 Leichen auf dem Weg zur WM 2022.

Daraufhin war aus vielen Teilen der Welt eine Neuausschreibung der WM gefordert worden - für die FIFA stand dies zu keinem Zeitpunkt zur Diskussion. "Haben wir jemals Angst um die WM gehabt? Nein, weil wir in unserer Situation sehr zuversichtlich sind", sagte Hassan Al Thawadi, Generalsekretär des WM-Organisationskomitees. Katar hatte am 2. Dezember 2010 den Zuschlag erhalten. Die Winter-Sommer-Debatte, die fast ausschließlich in Europa geführt worden war, verfolgte das WM-OK mit einem Lächeln. Egal, was passiert - "wir bleiben bei unserem Plan", sagte Al Thawadi .

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