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Niersbach: "Hinterfragen unsere Arbeit auch kritisch"

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Fußball  

Niersbach: "Hinterfragen unsere Arbeit auch kritisch"

23.10.2013, 12:05 Uhr | dpa

Niersbach: "Hinterfragen unsere Arbeit auch kritisch". Wolfgang Niersbach ist der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes DFB.

Wolfgang Niersbach ist der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes DFB. Foto: Peter Steffen. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Fragen an DFB-Präsident Wolfgang Niersbach in einer Medien-Gesprächsrunde vor dem DFB-Bundestag am Donnerstag und Freitag in Nürnberg. Dort stellt sich der 62-Jährige zur Wiederwahl.

Wie viel Brisanz steckt in dem Nürnberger Bundestag?

Niersbach: Wenn es um die personellen Fragen geht, sind keine Kampfabstimmungen zu erwarten. Da mag mancher eine kontroverse Debatte vermissen, das hat aber alles im Vorfeld stattgefunden.

Wozu braucht man dann überhaupt so eine Veranstaltung mit garantiertem Jubel-Charakter?

Niersbach: Der Bundestag ist enorm wichtig, er ist das wichtigste Organ des DFB. Hier wird über Anträge und Satzungen entschieden. Wenn dann alle Abstimmungen 100:0 ausgehen, heißt es vielleicht manchmal, das ist ja nur Harmonie, aber so ist es nicht. Wir hinterfragen unsere Arbeit durchaus auch kritisch, aber wichtig ist, am Ende eine gemeinsame Linie zu finden.

Auch Ihre Führungsrolle gilt als unumstritten.

Niersbach: Was meine Position angeht, bin ich sehr dankbar, dass mich der Ligaverband und die Regional- bzw. Landesverbände für meine erste komplette Amtszeit vorschlagen. Die erste war ja keine unordentliche, aber zumindest eine außerordentliche – im Sinne des Verbandsrechts. Wenn das Votum so ist, dass ich das Vertrauen bekomme, stehe ich bis 2016 zur Verfügung.

Dennoch werfen Ihnen Kritiker Zurückhaltung gerade bei den sozialen Themen vor.

Niersbach: Wer behauptet das denn? Alle Projekte sind weitergeführt worden, nichts ist liegen geblieben. Theo Zwanziger hat gute Dinge angeschoben, wie den Julius-Hirsch-Preis gegen jede Form von Rechtsextremismus. Wir bringen jetzt zum Bundestag erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht raus, der unser breites gesellschaftliches und soziales Engagement beschreibt. Wir sind gemeinsam mit unseren Stiftungen an vielen Stellen aktiv, und das wird auch so bleiben.

Was sind Ihre Ziele und Themen für die nächste Amtszeit?

Niersbach: Das sind die drei Themen des Bundestages. ‚Vereint Innovativ, Leistungsstark'.

Das bedeutet konkret?

Niersbach: Beim Thema ‚Vereint' geht es zunächst um den Grundlagenvertrag mit dem Ligaverband bis 2017. Er ist die wichtigste Stütze im Zusammenspiel von Profis und Amateuren. Er wurde seriös und diskret verhandelt. Ich gehe davon aus, dass er angenommen wird. Er ist ein wesentlicher Baustein, der uns von anderen Nationen positiv unterscheidet.

Und Innovativ?

Niersbach: Wir stehen vor großen demografischen Herausforderungen, das sehen wir bei den Zahlen der aktiven Fußballer. Wir müssen an der Basis für Jungen und Mädchen werben wie nie zuvor. Wir haben beispielsweise bei den zehn- bis 14-Jährigen 4000 Mannschaften weniger als im Jahr zuvor.

Was tun Sie dagegen?

Niersbach: Wir wollen den Amateurfußball und das Ehrenamt stärken. Dazu starten wir auf dem Bundestag unter anderem eine Imagekampagne, die rund 2,5 Millionen Euro kosten wird. Für die Medien ist das nicht so spektakulär wie die Vertragsverlängerung mit dem Bundestrainer, aber für die Zukunft nicht weniger wichtig. Ich nenne gerne das Beispiel von der Mutter von Philipp Lahm. Wenn die beim FT Gern in München 16 Jugendmannschaften managt, dann ist das hochprofessionelle Arbeit.

Reichen denn Imagekampagnen aus?

Niersbach: Es ist ein Bestandteil. Wir müssen die digitale Welt so nutzen, dass wir die Jugendlichen dort erreichen, sie in der realen Welt aber auch noch Fußball spielen wollen. Und allen im Fußball Engagierten Hilfestellungen geben, dazu starten wir eine neue Online-Vereinsberatung.

Bliebe noch: Leistungsstark.

Niersbach: Der dritte Punkt ist die Topleistung, das absolute Bekenntnis zur Elite. Ein Verband wie der DFB muss sich klar zur Spitze bekennen.

Apropos Elite. Wird das DFB-Kompetenzzentrum realisiert und vor allem wann?

Niersbach: Es geht um die Idee, Wissen zu bündeln und zu verteilen. Wir sprechen über ein Zukunftsprojekt, über das jetzt eine Machbarkeitsstudie erstellt wird. Die Entscheidung wird aber nicht vor der WM in Brasilien fallen. Unsere erste Option für einen möglichen Standort ist Frankfurt.

Nach der WM-Qualifikation stehen die Prämienverhandlungen für die Nationalspieler an. Gibt es einen Sonderzuschlag für Philipp Lahm und Co.?

Niersbach: Die Prämien werden in den bekannten Dimensionen bleiben. Prämienpoker in dunklen Zimmern hinter verschlossenen Gardinen hat es schon lange nicht mehr gegeben. Wir werden das Thema bald und total unaufgeregt angehen.

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