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EM 2024 in Deutschland: Vorstoß begeistert nicht nur Platini

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EM-Bewerbung 2024  

Deutschlands Vorstoß begeistert nicht nur Platini

25.10.2013, 12:50 Uhr | dpa

EM 2024 in Deutschland: Vorstoß begeistert nicht nur Platini. UEFA-Präsident Michel Platini (li.) und DFB-Chef Wolfgang Niersbach beim Champions-League-Finale 2013. Der UEFA-Boss begrüßt Deutschlands EM-Bewerbung 2024. (Quelle: imago/Avanti)

UEFA-Präsident Michel Platini (li.) und DFB-Chef Wolfgang Niersbach beim Champions-League-Finale 2013. Der UEFA-Boss begrüßt Deutschlands EM-Bewerbung 2024. (Quelle: Avanti/imago)

Mit seinem Bewerbungs-Coup um die EM 2024 hat DFB-Chef Wolfgang Niersbach die deutsche Fußball-Euphorie weiter angeheizt und neben vielen Fans auch Joachim Löw oder Günter Netzer begeistert. Michel Platini stand hingegen staunend im Nürnberger Messezentrum.

Der UEFA-Boss konnte die Vorfreude auf ein "neues Sommermärchen", wie Niersbach es bezeichnete, in elf Jahren nicht ganz begreifen. "Deutschland ist ein starker Kandidat", sagte der Chef des Kontinentalverbandes. Näheres wollte und konnte Platini aber nicht zur Bewerbung sagen. "Ich muss mich erstmal um die EM 2016 kümmern, dann um die EM 2020 und dann sehen wir mit 2024 weiter", so Platini.

Löw ist begeistert

Bundestrainer Löw wagte hingegen schon den Blick weit in die Fußball-Zukunft. "Wenn man ein Turnier ausrichten kann, das haben wir ja 2006 alle erlebt, ist es sensationell. Von daher wären wir alle glücklich, wenn es soweit kommen würde", sagte der DFB-Chefcoach, der allerdings nicht damit rechnet, dann noch im Amt zu sein. "Jetzt habe ich die ersten zehn Jahre überstanden. Das ist eher unwahrscheinlich", fügte er mit einem Schmunzeln an.

Vor seiner Wiederwahl für drei weitere Jahre als DFB-Präsident wies Niersbach auf die erfolgreiche WM-Bewerbung für 2006 hin, als der DFB sogar schon 14 Jahre zuvor seine Kandidatur verankert hatte. "Das beweist, dass es richtig ist, schon jetzt den Hut in den Ring zu werfen", betonte der ehemalige DFB-Pressechef. Jetzt sei 2024 "ein Fernziel, eine Langzeitplanung", so Niersbach: "Es ist ein klares Ziel, eine Vision."

Signal gesetzt

Zudem setze der Deutsche Fußball-Bund damit ein Signal: "Ihr wisst es, aber es wissen auch die Anderen", sagte der DFB-Präsident in Richtung des im Nürnberger Messezentrum anwesenden UEFA-Chef Michel Platini und an die Adresse möglicher Konkurrenten.

Eine frühzeitige Bewerbung sei auch aus Planungsgründen wichtig. "18 Jahre nach der WM 2006 müssen die Stadien wieder neu angestrichen und der eine oder andere Nagel in die Wand geschlagen werden", sagte Niersbach.

Entscheidung frühestens 2017

Platini konnte das Szenario mit Zufriedenheit registrieren. Die UEFA muss sich um ihr auf 24 Teams aufgeblähtes Mammut-Turnier mit Deutschland als Kandidat keine Sorgen machen. Das war auch mal anders. Platinis Pan-Europa-Event 2020 mit 13 Ländern ist genau aus dem Mangel an geeigneten Kandidaten entstanden. "Es kann mehrere starke Kandidaten geben. Aber 2024 ist noch weit weg", sagte er.

Auch beim DFB rückt die Kandidatur erstmal wieder in den Hintergrund. Frühestens 2017 wird die UEFA über das Turnier 2024 befinden. "Wo dann die einzelnen Spiele und auch das Endspiel stattfinden würden, das ist viel Kaffeesatzleserei. Da müssen wir abwarten", sagte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock. An Spielort-Bewerbern für 51 EM-Partien wird es dem Verband nach dem WM-Rausch des Sommers 2006 sicher nicht mangeln.

Schlechte Karten fürs Finale 2020

Andere Entscheidungen des DFB-Präsidiums werden nun erklärbar. Die deutsche Bewerbung mit München statt Berlin für die Trans-Europa-EM 2020 ist jetzt logisch. Berlin wäre im Herzen Europas ein zu starker Final-Kandidat für Platinis Europa-Turnier gewesen. Zwei EM-Endspiele in Serie sind aber nicht denkbar. Deutschland hätte also seine eigenen Pläne für 2024 vorab geschwächt.

"Wenn man sich für 2024 bewirbt, heißt das vielleicht, dass man keine Stimmen für das Finale 2020 bekommt", sagte auch Platini. München bleiben somit aller Wahrscheinlichkeit drei Gruppenspiele und ein K.-o.-Match 2020. Berlin ist sicherlich erster Anwärter auf das Endspiel 2024. Platini wartet aber ab: "Wir haben noch viel Zeit", sagte der UEFA-Boss.

Niersbach als DFB-Präsident im Amt bestätigt

Nach dem Trubel um die Bewerbung war Niersbachs Wiederwahl nur noch Formsache. Die Delegierten des 41. DFB-Bundestages wählten den 62-Jährigen für drei weitere Jahre an die Spitze des Verbandes. Der ehemalige Sportjournalist und DFB-Generalsekretär hatte das Amt im März 2012 von Theo Zwanziger übernommen. "Ich verspüre mehr Lust als Last, viel mehr Freude als manchmal Frust", erklärte der alte und neue Verbandschef zu seiner weiteren Zeit als DFB-Vorsitzender.

Seine Wahl wertete Niersbach auch als Zustimmung für seinen Führungsstil als Präsident des größten Sportfachverbandes der Welt. «Ich bin Teamplayer und fühle mich nicht als Machtmensch», unterstrich er. Niersbach setzt in seiner ersten ordentlichen Amtszeit auf das weitere Miteinander von Amateur- und Spitzenfußball. «Unsere Amateure - echte Profis», heißt es im umfangreichen Masterplan des Verbandes, den der Präsident zur Stärkung der Jugend- und Amateurarbeit umsetzen will.



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