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Profifussballer Zahir Belounis ist gefangen in der Wüste

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Gefangen in der Wüste  

Zahir Belounis bittet Weltstars um Hilfe

15.11.2013, 12:44 Uhr | sid

Profifussballer Zahir Belounis ist gefangen in der Wüste. Kann Bayern-Coach Pep Guardiola Zahir Belounis helfen? (Quelle: imago/Lackovic)

Kann Bayern-Coach Pep Guardiola Zahir Belounis helfen? (Quelle: imago/Lackovic)

Die Wohnung ist so gut wie leer. Nur eine schäbige Matratze weist in den kahlen Räumen irgendwo in Doha darauf hin, dass hier eine vierköpfige Familie lebt. Und wenn Zahir Belounis in die Augen seiner Töchter Maissa und Louna blickt, kullern unweigerlich die Tränen. Denn der Profifußballer und seine Liebsten sind gefangen - gefangen in Katar, dem Gastgeberland der ohnehin schon arg in Verruf geratenen Weltmeisterschaft 2022.

"Stellen Sie sich vor, was ich dabei täglich durchstehen muss", schrieb Belounis nun in einem von der englischen Tageszeitung "The Guardian" veröffentlichten Brief. Er fühle sich "beschämt und angewidert", seine Familie in solch eine Situation gebracht zu haben.

Belounis bittet Guardiola und Zidane um Hilfe

Belounis hofft inständig auf prominente Unterstützung. Das Schreiben ist an den dreimaligen Weltfußballer Zinedine Zidane und an Bayern Münchens Trainer Pep Guardiola gerichtet, die sich als Botschafter "sicherlich mit guten Absichten", wie Belounis schreibt, für eine WM-Vergabe an das Emirat eingesetzt hatten. Nun aber benötigt er dringend deren Hilfe, denn "ich bin ein Opfer und das System in Katar wird mich noch umbringen."

Seit über einem Jahr hat Belounis seine Angehörigen in Frankreich nicht mehr gesehen, die Tortur des 33-Jährigen und seiner Familie beginnt aber eigentlich schon 2010. Damals wollte er zurück in seine Heimat, entscheidet sich dennoch in letzter Minute für ein Engagement beim katarischen Armeeklub Al-Jaish. Als Kapitän führt er den Verein in die erste Liga - dann wird er nicht mehr gebraucht.

Verein hat Pass eingezogen

Sein Vertrag besitzt zwar noch bis 2015 Gültigkeit, Gehalt hat Belounis aber schon seit Monaten nicht mehr gesehen. Auch deshalb hat er immer mehr Möbel verkaufen müssen, zusammen mit der finanziellen Unterstützung aus Frankreich könne er wahrscheinlich etwa noch ein halbes Jahr über die Runden kommen. Wie alle Gastarbeiter - ganz egal ob Profifußballer oder Handwerker - ist auch er Teil des Kafala-Systems. Als Bürge hat der Verein bei Belounis' Einreise dessen Pass bis zum Vertragsende eingezogen.

Nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung, wahrscheinlich wegen der ausstehenden Gehaltszahlungen, rückt der Verein nun die für eine Ausreise nötigen Papiere nicht mehr heraus. Die letzte Hoffnung? Zidane und Guardiola. "Ich weiß, dass Ihre Zeit derzeit stark beansprucht wird", schreibt Belounis in seinem Brief: "Aber ich wende mich an Sie als Vater und als Fußballer. Bitte nutzen Sie Ihren Einfluss, um über mein Schicksal und das zahlreicher anderer zu sprechen und zu helfen, dass ich endlich wieder nach Hause darf."

Blatter zeigt kein Interesse

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter lässt die ganze Sache offensichtlich kalt. Der Mann, der wahrscheinlich noch weitaus mehr Einfluss als Guardiola und Zidane zusammen hat, traf sich in der vergangenen Woche in Abu Dhabi mit dem Emir von Katar. Thema war vor allem der Zeitpunkt der Winter-WM, nicht aber Belounis.

Aus diesem Grund hat sich mittlerweile auch die internationale Spielergewerkschaft Fifpro eingeschaltet. In einem Brief forderte der Fifpro-Vorsitzende Theo van Seggelen, dass sich Blatter "dringend einschalten und Belounis befreien soll." Bis dahin lebt Belounis mit seiner Familie in kahlen Räumen mit einer schäbigen Matratze.


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