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Fußball  

Plötzlich WM-Engpass auf der Sechser-Position

17.11.2013, 12:37 Uhr | dpa

Plötzlich WM-Engpass auf der Sechser-Position. Joachim Löw muss vorerst auf den verletzten Sami Khedira verzichten.

Joachim Löw muss vorerst auf den verletzten Sami Khedira verzichten. Foto: Federico Gambarini. (Quelle: dpa)

Mailand (dpa) - Im Rollstuhl wurde Sami Khedira nachts ins Mailänder Luxushotel "Principe di Savoia" geschoben. Aber schon vor der Rückkehr des prominenten Patienten aus dem Krankenhaus hatten alle im deutschen Teamquartier das Schlimmste befürchtet.

"Wir waren richtig niedergeschlagen", berichtete Joachim Löw, der sich in seinen neun Jahren beim DFB an keine "so schwere Verletzung" eines Fußball-Nationalspielers erinnern konnte wie ausgerechnet bei seinem 100. Länderspiel als Bundestrainer. "Gerade beim Sami, der für uns eine große Persönlichkeit und ein wichtiger Spieler ist, hat uns das schon getroffen", berichtete Löw in der ARD-"Sportschau".

Der Kreuz- und Innenbandriss von Khedira beim 1:1 gegen Italien war ein Schock, der eine Langzeitwirkung haben könnte. Urplötzlich hat sich für den Bundestrainer da eine riesige Baustelle für die WM im kommenden Jahr aufgetan, wo er sie noch vor kurzen wohl am wenigsten befürchten musste. Auf der strategisch bedeutsamen Sechser-Position sind ihm sieben Monate vor Turnierbeginn in Brasilien am 12. Juni 2014 in Bastian Schweinsteiger (Fuß-OP), Ilkay Gündogan (Rücken) und Khedira alle Topleute weggebrochen. "Im Moment haben wir in der Zentrale, wo wir vor fünf, sechs Monaten gedacht haben, wir haben viele, überragende Spieler, erstmal drei wichtige Spieler verletzt", sagte der Bundestrainer durchaus beunruhigt.

Den 26 Jahre alten Khedira erwischte es beim 1:1 gegen Italien mit einem Kreuz- und Innenbandriss im rechten Knie so arg, dass Löw bei ihm hinsichtlich einer WM-Teilnahme am Wochenende nur von "einen kleinen Funken Hoffnung" sprechen konnte. Schon als Khedira am Freitagabend nach dem Zusammenprall mit Italiens Regisseur Andrea Pirlo mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen liegen blieb und den rechten Arm in die Höhe reckte, um medizinische Hilfe auf den Platz zu winken, herrschte Alarm auf der deutschen Bank. Nach der niederschmetternden nächtlichen Diagnose wurde der Profi von Real Madrid keine 24 Stunden später in Augsburg operiert. "Die Operation ist gut verlaufen", teilte Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt mit.

Sechs Monate Pause werden gemeinhin bei einem Kreuzbandriss veranschlagt. Einen Monat später beginnt die WM. Es könnte reichen, muss es aber nicht: Nationalverteidiger Holger Badstuber vom FC Bayern München hatte vor exakt einem Jahr einen Kreuzbandriss erlitten, war ebenfalls in Augsburg operiert worden und wird nach mehreren Nachoperationen wohl auch das WM-Turnier verpassen.

Das große WM-Fragezeichen hinter Khedira, der auch in seinem 44. Länderspiel bis zu der verhängnisvollen Aktion in der 65. Minute mit seiner Dynamik ein Aktivposten im deutschen Spiel war, stellt ein ernsthaftes Problem für die Nationalelf dar. Denn die Anzahl der prominenten Sorgenkinder hat sich erhöht, zum Sechser-Notstand mit Khedira, Schweinsteiger und Gündogan gesellen sich auch noch die Offensiv-Patienten Miroslav Klose, Mario Gomez und Lukas Podolski.

Schon in Mailand hatte Löw einmal mehr Philipp Lahm ins defensive Mittelfeld verschoben. Gegen die ausgebufften Italiener wollte er mit dem 30 Jahre alten Kapitän "Erfahrung" auf der Sechser-Position haben und "nicht mit einem ganz jungen Spieler dort spielen". Das wird er nun beim Klassiker gegen England tun müssen. Dem Vielspieler Lahm gönnt Löw eine Pause. Neben Toni Kroos (23) sind damit die 24 Jahre alten Bender-Zwillinge Lars und Sven die einzigen verbliebenen Kandidaten für das defensive Mittelfeld. "Wir haben da schon Möglichkeiten", meinte Löw noch gelassen.

Der Bundestrainer muss hoffen, dass sich die Personalsituation zu Beginn des WM-Jahres 2014 wieder verbessert. "Bei Schweinsteiger und Gündogan sehe ich das so, dass wir, denke ich, in der Rückrunde mit diesen Spielern planen können", sagte der Chefcoach. Bei Vize-Kapitän Schweinsteiger sei die Operation an dessen rechtem Problemfuß "super" verlaufen, erzählte Löw am Wochenende. Der Dortmunder Gündogan muss seit seinem Kurzeinsatz beim 3:3 zu Saisonbeginn im Länderspiel gegen Paraguay wegen hartnäckiger Rückenprobleme pausieren - keiner mag mehr eine Comeback-Prognose wagen. Eine gute Winter-Vorbereitung und Spielpraxis in der Rückrunde könnten reichen, "um eine gute Physis und Form bei der WM zu haben", hat Löw gesagt. Dieses Gütesiegel für Brasilien 2014 kann zumindest Khedira schon nicht mehr erreichen.

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