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Blatter: "Deutschland wollte WM in Katar"

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Streit um Wüstenturnier  

Blatter: "Deutschland wollte WM in Katar"

22.11.2013, 17:58 Uhr | dpa

Blatter: "Deutschland wollte WM in Katar". Sepp Blatter nimmt Deutschland in die Verantwortung. (Quelle: imago/xinhua)

Sepp Blatter nimmt Deutschland in die Verantwortung. (Quelle: xinhua/imago)

FIFA-Präsident Sepp Blatter hat Deutschland und Frankreich politische Einflussnahme aus wirtschaftlichem Interesse für eine WM in Katar unterstellt. "Es war politischer Druck aus europäischen Ländern, die WM nach Katar zu bringen", behauptete der Weltverbandschef nach einer Audienz bei Papst Franziskus. "Zwei der Länder, die Druck auf die Wahlmänner in der FIFA gemacht haben, waren Frankreich und Deutschland. Das ist bekannt, das ist keine neue Information."

Angesichts der bekanntgewordenen Missstände auf den WM-Baustellen verlangte er aus beiden Ländern Äußerungen von höchster politischer Stelle. "Sie sollen erklären, was sie von der Situation halten. Es ist leicht zu sagen, alle Verantwortung liegt bei der FIFA", sagte Blatter.

"Wir missbilligen, was dort passiert ist"

Der Schweizer unterstützt den Beschluss des EU-Parlaments zu den Arbeitsbedingungen auf den Baustellen für das Turnier 2022. "Wir missbilligen, was dort passiert ist", betonte er. Die großen Baufirmen, die alle aus Europa stammten, seien jedoch auch für ihre Arbeiter verantwortlich, fügte er hinzu.

Die Regierung des Golf-Emirates wies die Entschließung des EU-Parlaments als voreilig zurück. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte laut Medienberichten aber, man sei zu einem Dialog mit dem Parlament bereit. Die Europa-Abgeordneten hatten den WM-Ausrichter zur Vermeidung von Zwangsarbeit und Sklaverei aufgefordert.

EU plant Anhörung zu Katar

Angedacht sei, im Frühjahr 2014 eine Delegation zu entsenden, teilte die Grünen-Politikerin Barbara Lochbihler, die Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im EU-Parlament, mit. Der Ausschuss plane auch eine Anhörung zu Katar. Daran teilnehmen sollen Vertreter des Fußball-Weltverbandes FIFA, der Europäischen Fußball-Union UEFA und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Der Weltverband müsse die Vergabe von WM-Austragungsorten künftig an Kriterien knüpfen, die sich an UN-Menschenrechtskonventionen orientieren, forderte Lochbihler. "Es freut mich sehr, dass deren Präsident Blatter die menschenrechtlichen Probleme in Katar nun auch öffentlich anerkennt", erklärte sie am Freitag.

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