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Homosexueller Ex-Nationalspieler  

Hitzlsperger: Unterstützung von Familie entscheidend

10.01.2014, 17:41 Uhr | dpa

Hitzlsperger: Unterstützung von Familie entscheidend. Thomas Hitzlsperger wollte seinen Eltern selbst mitteilen, dass er schwul ist.

Thomas Hitzlsperger wollte seinen Eltern selbst mitteilen, dass er schwul ist. Foto: Marijan Murat. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Thomas Hitzlsperger freut sich über die große öffentliche Anerkennung nach seinem Coming-Out. Wichtiger ist für den ehemaligen Fußball-Nationalspieler aber der Rückhalt seines privaten Umfeldes.

"Die Entscheidung, sich öffentlich zu äußern oder auch nicht, die muss letztlich jeder für sich allein treffen. Entscheidend aber ist die Unterstützung im Familien- und Freundeskreis", sagte Hitzlsperger im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Ob er zu einem Vorbild oder Ansprechpartner für andere homosexuelle Sportler wird, wollte der 31-Jährige nicht beurteilen. "Ich denke, dass ich mit meinem Bekenntnis zu meiner Sexualität einen wichtigen Beitrag geleistet habe. Ich wollte Mut machen und eine Diskussion anstoßen, und das ist mir gelungen. Was darüber hinaus geschieht, wird die Zeit zeigen", betonte Hitzlsperger.

Die Unterstützung aus vielen Gesellschaftsbereichen hielt nach dem Coming-Out vom Mittwoch weiter an. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) forderte einen sachlichen Umgang mit dem Thema Homosexualität. "Ich beglückwünsche ihn zu diesem mutigen Schritt. Man sollte dies nicht so hochstilisieren. Ich wünsche mir bei solchen Themen viel mehr Normalität und Gelassenheit", sagte der auch für den Sport zuständige Minister am Freitag.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht derweil zur Zeit keinen Bedarf für weitere Vertrauenspersonen zur Unterstützung schwuler Profis. "Der Fußball ist sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und muss sich mit dem, was er leisten kann, einbringen. Im Moment sehe ich allerdings keine Notwendigkeit, neue Strukturen zu schaffen", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch in einem Interview des "Münchner Merkur". Beim DFB seien genügend "Ansprechpartner vorhanden", urteilte Koch. "Es wird niemand alleingelassen."

Hitzlsperger lobte den Verband für sein Engagement. "Der DFB hat mit seiner Broschüre 'Fußball und Homosexualität' im vergangenen Jahr schon ein starkes Signal gegeben. Das finde ich sehr gut", betonte der WM-Teilnehmer 2006.

Franz Beckenbauer äußerte sich im TV-Sender Sky Sport News HD zu Hitzlspergers Homosexualität: "Sehr mutig von einem, der sich jetzt outet. Aber auf der anderen Seite sage ich immer, das ist sein Privatleben, das geht niemanden was an. Aber wenn er meint, das der Öffentlichkeit mitteilen zu müssen, dann soll er das tun."

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sagte dem Sender: "Ich freue mich unglaublich, dass das Echo so positiv ist. Das entspricht meiner persönlichen Einstellung, aber auch der unseres Verbandes, dass es ein Stück Normalität ist in unserem Leben."

Hitzlspergers Weg an die Öffentlichkeit wertete DFB-Vize Koch als "mutigen, wichtigen und wegweisenden Schritt". "Jetzt können sich andere auf ihn beziehen. Es wird so nun viel leichter, sich zu seiner eigenen Position zu bekennen", sagte Koch und forderte eine Null-Toleranz-Politik gegen schwulenfeindliche Aussagen: "Man muss sofort die Rote Karte zeigen, wenn sich jemand gegen Hitzlspergers Weg stellt." Dem Respekt vor sexueller Entscheidungsfreiheit komme eine genauso große Bedeutung bei wie vor Herkunft oder Hautfarbe.

"Wichtig ist, dass der Schiedsrichter solche Beschimpfungen auf dem Platz konsequent ahndet und die Sportgerichtsbarkeit handelt, wo es möglich ist. Bei den Besuchern ist man darauf angewiesen, dass sich der Gedanke in der Menge manifestiert, dass solche Aussagen nicht in Ordnung sind", sagte Koch.

Hitzlsperger sieht den Sport noch vor einem langen Weg. "In weiten Teilen der Gesellschaft wird ja schon recht offen mit dem Thema Homosexualität umgegangen. Der Profisport hat da eindeutig Nachholbedarf. Und er hat auch Vorbildfunktion. Es war wichtig, einen Akzent zu setzen und eine Diskussion anzuregen. Ich hoffe, dass die Diskussion die Akzeptanz für Homosexualität im Profisport erhöht."

Erst mit Ende 20 hatte Hitzlsperger seinen Eltern erzählt, dass er schwul ist. "Das liegt gute zwei Jahre zurück. Für viele Homosexuelle ist es schwer, ihren Eltern das zu erzählen. Aber ich wollte, dass sie das von mir erfahren", sagte er in einem Interview der "Bild"-Zeitung. Die Reaktion sei damals "toll" gewesen. "Sie haben gesagt 'Wir lieben dich und wir wollen, dass du ein glückliches Leben führst.'" Nach dem Trubel der vergangenen Tage will Hitzlsperger ausspannen. "Ich habe noch den einen oder anderen Termin und mach' dann erst mal Urlaub. Es ist ja jetzt erst mal alles gesagt."

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