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WM 2022 in Katar: Das Verhalten der Funktionäre ist skandalös

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Kommentar zur WM 2022  

Das Verhalten der Funktionäre ist skandalös

27.01.2014, 07:47 Uhr | t-online.de

WM 2022 in Katar: Das Verhalten der Funktionäre ist skandalös.  (Quelle: t-online.de)

(Quelle: t-online.de)

Jetzt reden sie wieder und sind alle wahnsinnig betroffen, die Funktionäre der Fußballverbände FIFA und DFB. Wolfgang Niersbach findet die Zustände "furchtbar" und fordert "konkretes" Handeln. Sepp Blatter verspricht genau das und faselt etwas von "fairen Arbeitsbedingungen", die er vom WM-Veranstalter erwartet. So ähnlich hörte sich das schon einmal an, vor wenigen Monaten, als die Missstände in Katar erstmals öffentlich wurden.

Passiert ist seitdem rein gar nichts. Fast 400 Gastarbeiter allein aus Nepal sind bisher bei den Bauarbeiten für die Weltmeisterschaft 2022 ums Leben gekommen. Bei Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius wird den Arbeitern Wasser verweigert, sie bekommen zu wenig zu essen. Auch geschlagen und getreten werden sie.

Pure Arroganz und Ignoranz

Dass es sich hierbei um Sklaverei handelt, scheint bei den Funktionären von DFB und FIFA noch nicht wirklich angekommen zu sein. Unvergessen sind die unsäglichen Worte von Franz Beckenbauer, der in Katar "keine Sklaven mit Büßerkappe und in Ketten" gesehen hatte. Ähnlich arrogant und ignorant gehen vermutlich auch Beckenbauers Funktionärs-Freunde an das Thema heran.

Statt die Macht der Fußball-Gemeinschaft einmal sinnvoll einzusetzen, wird versucht die schlimmste Empörung mit Hilfe von rasch gegründeten Arbeitskreisen, zeitraubenden Untersuchungen und peinlicher Pseudoansagen auszusitzen. Weitere Todesopfer werden von den Fußball-Verbänden sehenden Auges in Kauf genommen.

Der größte Skandal der Fußballgeschichte

Wie man es dreht und wendet: Die WM in Katar 2022 und das Verhalten der Funktionäre ist vermutlich der größte Skandal, den es in der Geschichte des Weltfußballs jemals gegeben hat. Das ohnehin schon ramponierte Image der Fußball-Verbände, vorneweg der FIFA, ist nur durch eine Maßnahme noch zu retten: Eine Neuvergabe der WM 2022.

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