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SV Darmstadt 98: Lilien träumen von der Zweiten Bundesliga

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Vom Absteiger zum Aufsteiger?  

Die Lilien dürfen wieder von der 2. Liga träumen

01.03.2014, 12:34 Uhr | T-Online/ost

SV Darmstadt 98: Lilien träumen von der Zweiten Bundesliga. Lässt die Muskeln spielen: Torjäger Dominik Stroh-Engel (links, hier mit Teamkamerad Hanno Behrens) steht sinnbildlich für den Aufschwung des SV Darmstadt 98. (Quelle: imago/Jan Hübner)

Lässt die Muskeln spielen: Torjäger Dominik Stroh-Engel (links, hier mit Teamkamerad Hanno Behrens) steht sinnbildlich für den Aufschwung des SV Darmstadt 98. (Quelle: imago/Jan Hübner)

Von Oliver Strerath

Von ziemlich weit unten, nach ziemlich weit oben. Kaum eine Mannschaft im bezahlten Fußball in Deutschland hat im vergangenen Jahr solch eine Entwicklung genommen wie der SV Darmstadt 98. Sportlich eigentlich abstiegen, kämpfen die Lilien – der Rufname des Klubs gegründet sich aus dem Vereinswappen – nun in der Dritten Liga um den Aufstieg.

Rang drei steht derzeit zu Buche, der Relegationsrang. Und selbst Platz zwei und damit die direkte Rückkehr in die Zweite Bundesliga ist noch drin – aus der waren die Hessen übrigens 1993 abstiegen. Seither kämpfen sie um eine bessere sportliche Zukunft . Mal schlecht. Teils fanden sie sich in der Oberliga wieder. Mal recht. Wie aktuell. Jedenfalls haben die Darmstädter wirklich gute Chancen auf ein Comeback in der Zweiten Liga. Womit die Lilien selbst nicht gerechnet hätten.

Ausgerechnet der Erzrivale hilft

"Das kommt schon ein bisschen überraschend nach dem Ende der vergangenen Saison", stellte Michael Weilguny klar. Der Geschäftsführer des Drittligisten geht damit noch einmal auf die Situation im Sommer 2013 ein. Die Lilien hatten den Klassenerhalt verpasst, der bittere Gang in die Regionalliga stand bevor. Doch ausgerechnet Erzrivale Kickers Offenbach half – wenn auch unfreiwillig.

Der hessische Konkurrent erhielt wegen finanzieller Probleme keine Drittliga-Lizenz und musste zwangsabsteigen. Die Rettung für die Lilien war damit perfekt. Und seitdem geht es für den SV 98 vor allem eins: aufwärts.

Stroh-Engel als Glücksgriff

Großen Verdienst daran hat Dirk Schuster. Der Trainer, der Ende Dezember 2012 in Darmstadt übernahm, hatte die Lilien schon in der vermeintlichen Abstiegssaison auf Kurs gebracht. Nachdem der Klassenerhalt über Umwege gelungen war, stellte der Coach ein schlagkräftiges Team für die aktuelle Saison auf die Beine. Obwohl die Darmstädter gewiss nicht auf Rosen gebettet sind – wenngleich der Klub mittlerweile auf gesunden Füßen steht, nachdem er 2006 vor der Insolvenz stand.

Doch in dieser Saison scheint das finanzielle Niveau in der Liga ausgeglichener zu sein, als in den Jahren zuvor. Es gibt Teams – allen voran Spitzenreiter FC Heidenheim und Verfolger RB Leipzig -,  die deutlich mehr Optionen haben. Andere, wie die Darmstädter, versuchen aus ihren Möglichkeiten das Beste zu machen. Und dies gelingt den Lilien so gut wie kaum einem anderen Drittligisten.

So wurde vor allem der Offensivbereich verstärkt. Etwa durch Dominik Stroh-Engel, der in Darmstadt eine neue Chance bekam und das Vertrauen in seine Qualitäten zurückzahlte. Er kam vom Ligakonkurrenten SV Wehen Wiesbaden und hatte dort in 34 Spielen der vergangenen Saison lediglich drei Tore erzielt. Zum Vergleich: Mit 21 Treffern aus 25 Spielen führt der Stürmer momentan die Torjägerliste der Liga an und steht sinnbildlich für den Aufschwung der Hessen. Der Angreifer ist nicht der einzige Glücksgriff, den Schuster tätigte. Auch andere wie Aytac Sulu, Jerome Gondorf oder Marcel Heller schlugen ein. Logische Konsequenz: Der Erfolg stellte sich ein.

Hausaufgaben gemacht

"Der Aufwärtstrend ist seit seinem Amtsantritt klar erkennbar. Dirk Schuster hat die Mannschaft stabilisiert", sagte Weilguny, "und das zahlt sich nun aus". Das sportliche Hoch hat den SV 98 aber nicht übermütig werden lassen. Auch wenn der Abstieg kein Thema mehr ist, ist es der Aufstieg längst noch nicht. "Erst mal sind wir froh, diesmal so frühzeitig den Klassenerhalt gesichert zu haben. Jetzt schauen wir, was noch geht", erklärte der Geschäftsführer. Was nicht heißen soll, dass die Hessen ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben.

Trainer Schuster ("Absteigen werden wir nicht mehr. Aber wir bleiben am Boden") hat seinen Vertrag bis 2016 verlängert. Auch Leistungsträger wie Kapitän Aytac Sulu (bis 2017) und Stroh-Engel (2015) sind länger gebunden – und die Verträge gelten auch für die Zweite Liga. "Das Gerüst steht", meinte Weilguny und fügte an: "Wir haben die Lizenzunterlagen für Zweite und Dritte Liga eingereicht."

Befristeter Umzug denkbar

Ein bisschen träumen sie also insgeheim dann doch schon von der Zweiten Liga in Darmstadt. Es wäre aber auch fahrlässig, für den Fall der Fälle nicht vorbereitet zu sein. Denn vor allem das alt-ehrwürdige Stadion am Böllenfalltor, das seit Jahren auf eine Renovierung oder gar Neubau wartet, ist eigentlich nicht zweitliga-tauglich. So fehlt eine Rasenheizung. Pflicht in den Ligen eins und zwei. Auch an der Infrastruktur mangelt es.

Derzeit laufe daher der Abstimmungsprozess mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL). "Und die Hürden sind hoch", sagte Weilguny, der sich aufgrund der Aktualität der Prüfung nicht weiter dazu äußern konnte. Aber warum sollten die Darmstädter nicht auch in den Genuss von Ausnahmeregeln kommen, wie viele andere Klubs zuvor auch. "Es ist aber auch unsere Pflicht, Alternativen zu prüfen", erklärte Weilguny weiter. Ein befristeter Umzug in ein anderes Stadion ist also denkbar.

"Aber natürlich wollen wir als Darmstädter Verein in Darmstadt spielen", machte der Geschäftsführer deutlich. Erst recht, wenn es wirklich wieder Zweitliga-Fußball am Böllenfalltor geben sollte. Zumindest sind die Lilien wieder auf den Geschmack gekommen. Im Schnitt kommen rund 5500 Zuschauer zu den Heimspielen. Und im DFB-Pokal kehrte der SV 98 in den Spielen gegen Borussia Mönchengladbach (Sieg im Elfmeterschießen) und den FC Schalke 04 (1:3)  auf die große Bühne zurück. Für den Moment zumindest.

Auch im Pokal auf Kurs

Die Auftritte vor großer Kulisse machten Lust auf mehr. Und sorgten für unplanmäßige und damit willkommene Einnahmen. Eine Wiederholung ist daher erwünscht – und möglich. Der SV 98 steht im Hessenpokal als Titelverteidiger im Halbfinale. Gegner ist Fünftligist Bayern Alzenau. Überdies würde auch der vierte Platz in der Liga noch die Qualifikation für den DFB-Pokal bedeuten.

Doch natürlich würden die Darmstädter die Saison viel lieber auf Rang drei beenden. Und dann die Chance nutzen, um noch ein bisschen weiter oben zu sein.

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