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UEFA-Nationenliga: Löw befürchtet Einschränkung bei Gegnerwahl für Tests

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UEFA-Nationenliga  

Löw befürchtet Einschränkung bei Gegnerwahl für Tests

27.03.2014, 14:38 Uhr | t-online.de, dpa

UEFA-Nationenliga: Löw befürchtet Einschränkung bei Gegnerwahl für Tests. Bundestrainer Joachim Löw ist skeptisch wegen der Einführung einer europäischen Nationenliga. (Quelle: dpa)

Bundestrainer Joachim Löw ist skeptisch wegen der Einführung einer europäischen Nationenliga. (Quelle: dpa)

Die geplante Einführung einer europäischen Nationenliga durch die Europäische Fußball-Union (UEFA) ist im deutschen Fußball auf ein geteiltes Echo gestoßen. Während sich DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Bundestrainer Joachim Löw leicht skeptisch äußerten, kritisierte DFL-Liga-Präsident Rauball die Pläne scharf. Kein Problem sieht hingegen Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge.

Das neue Format soll nach der WM 2018 in Russland starten und jeweils in den ungeraden Jahren stattfinden, wenn keine WM oder EM auf dem Plan steht. In der ersten Auflage sollen über die Nations League vier Startplätze für die EM 2020 vergeben werden. Das exakte Format ist allerdings noch nicht finalisiert.

"Wir wollen am liebsten immer gegen die großen Nationen spielen"

Löw sieht die Möglichkeiten der Nationalmannschaft für hochwertige Testspiele durch die Einführung einer europäischen Nationenliga eingeschränkt. Das DFB-Team wolle sich auch in Zukunft weiter mit Nationen außerhalb Europas messen.

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"Die Termine und Gelegenheiten hierfür zu finden, wird sicher nicht einfacher. Wir wollen am liebsten immer gegen die großen Nationen im Weltfußball spielen, auch außerhalb der WM- und EM-Turniere. Nur dann können wir uns weiterentwickeln", erklärte der Bundestrainer. Wenn dies im Rahmen der Nationenliga möglich sei, könne der DFB "aus rein sportlicher Sicht damit leben".

DFB nicht glücklich

In einer Zwickmühle steckt Niersbach. "Ich verhehle nicht, dass der DFB und auch ich persönlich ganz offen Bedenken geäußert haben. Die Skepsis ist sicherlich auch noch nicht total verschwunden", erklärte er in seiner Eigenschaft als DFB-Präsident. Als Vorsitzender des UEFA-Komitees für Nationalmannschaften erklärte er: "Das ist ein großer Schritt für die Nationalmannschaften in Europa und wir hoffen, dass die Fans das neue Format unterstützen."

Der DFB hat die Entscheidung letztendlich mitgetragen. "Wir müssen akzeptieren und respektieren, dass die Mehrheit der Verbände ganz einfach etwas ändern möchte. Da können auch wir uns nicht gegen stellen. Wir haben immer gesagt, wir brauchen keine Änderung, weil bei uns die Freundschaftsspiele auch so funktionieren. Ähnlich ist es bei den Holländern, den Engländern - und dann hört es aber schon auf", sagte Niersbach.

DFL fühlt sich übergangen

Wichtig im Zusammenhang ist den Beteiligten, ob eine Mehrbelastung auf die Spieler zukommt. Niersbach versicherte, dass dies nicht der Fall sein wird. "Die bestehenden Termine werden anders genutzt. Und wir haben immer noch ein bisschen Freiraum für attraktive Freundschaftsspiele, die wir auch machen wollen. Die Phase vor jedem Turnier, da haben wir alle Freiheiten", versprach er.

Davon muss er anscheinend auch noch die Deutsche Fußball Liga überzeugen. Deren Präsident Rauball kritisierte die Einführung der Nations League: "Insbesondere in der Endphase der nationalen und internationalen Klub-Wettbewerbe sind Vereinen und Spielern zusätzliche Belastungen nicht zumutbar." Der Dachverband der deutschen Profiklubs stört sich auch daran, "dass dieses Thema in Astana ohne Vorankündigung auf die Tagesordnung gekommen ist". Gerade bei der Terminplanung gebe es aus Sicht der Vereine noch "einige Punkte, die es zu berücksichtigen gilt".

Bayer Leverkusens Geschäftsführer sieht die Einführung ebenfalls kritisch. "Ich befürchte, dass der Fußball in Gefahr gerät, sich zu inflationieren", sagte Michael Schade. Welt- und Europameisterschaften sowie die Champions League seien hervorragende Wettbewerbe. "Wenn man einen weiteren hinzufügt, kann man sich gegenseitig kannibalisieren."

Rummenigge: Keine Konkurrenz für die Champions League

Die großen europäischen Fußball-Klubs wie der FC Bayern München nehmen hingegen keine ablehnende Haltung zur neuen Liga ein. "Wir sind nicht gegen den Nations Cup", sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge auch in seiner Funktion als Vorsitzender der europäischen Klub-Vereinigung ECA. "Wir haben Verständnis, dass speziell die kleinen und mittleren Nationalverbände die Freundschafts-Länderspiele nicht mehr vermarkten können."

Auf deren Einfluss hin sei es zu der Entscheidung der UEFA für die Einführung des neuen Wettbewerbs nach der WM 2018 gekommen. "Jetzt ist es wichtig, ein Format zu entwickeln, dass den Geschmack der Fernsehsender, Fans und Sponsoren findet", erklärte der Bayern-Chef.

Negative Effekte auf die Champions League befürchtet Rummenigge durch die Nationenliga nicht: "Um die Champions League mache ich mir keine Sorgen. Sie ist die Königsklasse des Klub-Fußballs. Ich kann den deutschen Klubs jetzt schon versprechen, dass in der Champions League und auch in der Europa League die Zahlen weiter nach oben gehen", sagte der ECA-Vorsitzende.

Auch Rummenigge sieht keine Mehrbelastung der Nationalspieler auf die Klubs zukommen. Denn die Zahl der Länderspiele würde nicht ansteigen. Für die Klubs gebe es sogar einen "kleinen, angenehmen Nebeneffekt": Durch die Nationenliga gebe es künftig keine Freundschaftsspiele mehr, zu denen etwa die spanischen Nationalspieler des FC Bayern wie zuletzt weite und anstrengende Reisen nach Südafrika oder Südamerika in Kauf nehmen müssten.

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