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Vergabe der WM 2022: Nun auch Vorwürfe gegen Australien

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WM-Vergabe 2022  

Nun auch Vorwürfe gegen Australien

03.06.2014, 12:21 Uhr | dpa

Vergabe der WM 2022: Nun auch Vorwürfe gegen Australien. Bewerbung des australischen Verbandes. (Quelle: Reuters)

Nun rückt auch der australische Verband mit seiner WM-Vergabe ins Visier der Ermittlungen. (Quelle: Reuters)

Nach den Korruptionsvorwürfen gegen Katar droht einem Bericht des "Sydney Morning Herald" zufolge jetzt auch Australien in den Skandal um die Vergabe der WM 2022 hineingezogen zu werden. Die ehemalige Funktionärin des australischen Verbandes (FFA), Bonita Mersiades, räumte bei Vergünstigungen an stimmberechtigte FIFA-Mitglieder sogar Parallelen zu den Geschäftspraktiken der Katarer ein.

Die FFA habe es versäumt, der Polizei zu melden, dass der inzwischen zurückgetretene FIFA-Spitzenfunktionär Jack Warner 462.000 Dollar des australischen Bewerbungskomitees erhalten habe, berichtete die Zeitung. Warner habe diese Summe zur Renovierung eines Stadions in seiner Heimat Trinidad erbeten.

Verbindungen zu FIFA-Mitgliedern im Fokus

FIFA-Chefermittler Michael Garcia hat nach Angaben der Zeitung Mersiades und den ehemaligen FFA-Finanzchef Ian Lewis bereits verhört. Dabei sei es vor allem um die Verbindung des australischen Bewerbungskomitees zu Warner und dem 2010 wegen Korruptionsverdachts suspendierten FIFA-Exekutivmitglied Reynald Temarii gegangen, die im Zentrum der Bestechungsvorwürfe gegen Katar stehen.

UMFRAGE
Soll die Austragung der WM 2022 neu vergeben werden?

Katar hatte sich bei der Vergabe der WM im Dezember 2010 neben Australien auch gegen die USA, Südkorea und Japan durchgesetzt. Seitdem wird diese Entscheidung durch Korruptionsvorwürfe belastet. Die britische Zeitung "Sunday Times" meldete, dass der ehemalige katarische Spitzenfunktionär Mohammed bin Hammam Schmiergelder in Höhe von fünf Millionen Dollar an stimmberechtigte Offizielle gezahlt hätte.

Australischer Verband weist Vorwürfe zurück

Die FFA hat die Vorwürfe derweil zurückgewiesen. Der Verband räumte zwar eine Zahlung in Höhe von 462.000 Dollar ein, das Geld sei aber an das Projekt "Centre of Excellence" des Kontinentalverbandes CONCACAF und nicht an dessen stimmberechtigten Präsidenten Jack Warner gegangen. Das Geld sei auf das CONCACAF-Konto verbucht worden und dafür gebe es auch einen Beleg.

"Die FFA hat die australische Regierung und die Fußball-Verantwortlichen, Mr. Garcia eingeschlossen, zu allen relevanten Zeiten über diese Vorgänge untersucht", teilte der Verband mit. Die FFA habe bereits im April 2013 der CONCACAF bei der Aufklärung möglicher Vergehen von Warner geholfen. Dabei sei herausgekommen, dass der höchst umstrittene Spitzenfunktionär die Gelder veruntreut habe. FIFA-Chefermittler Garcia will bis zum 9. Juni seine Untersuchung zu möglichen Korruptionsvergehen im Zuge der WM-Vergaben 2018 und 2022 abschließen.

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