Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball >

FIFA-Präsidentschaftswahl: UEFA-Funktionäre gegen Sepp Blatter

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Spitzenfunktionäre der UEFA wollen Platini  

Fußball-Europa revoltiert gegen Sepp Blatter

11.06.2014, 06:49 Uhr | sid, dpa

FIFA-Präsidentschaftswahl: UEFA-Funktionäre gegen Sepp Blatter. Sepp Blatter. (Quelle: dpa)

Sepp Blatter steht heftig in der Kritik. (Quelle: dpa)

Mit offenem Widerstand gegen Sepp Blatter haben Europas Spitzenfunktionäre am Vorabend des Kongresses in Sao Paulo einen Bruch mit dem weiter machthungrigen FIFA-Präsidenten heraufbeschworen. In bislang nicht gekannter Deutlichkeit kritisierten die UEFA-Vertreter den Schweizer und forderten ihn zum Abschied aus dem Amt Ende Mai 2015 auf.

Blatter hatte zuvor seinen Willen zu einer weiteren Amtszeit als Patron des Weltfußballs verkündet - und erntete dafür keinen Applaus. Im Gegenteil. Im Kellerraum des Hotels Renaissance herrschte eine Stimmung zwischen großer Anspannung und dem Willen zur Revolte. "Das ist relativ sachlich abgelaufen, sehr, sehr kühl auch. Es hat bei der Ankündigung keine Beifallsstürme gegeben", sagte DFB-Chef Wolfgang Niersbach. "Wir waren klar von einem Stabwechsel 2015 ausgegangen", verdeutlichte Niersbach die enttäuschte Erwartungshaltung.

Blatter schuld an schlechtem FIFA-Image?

Der niederländische Verbandschef Michael van Praag wurde deutlicher und machte Blatter für das schlechte FIFA-Image verantwortlich. "Das ist nicht persönlich, aber wenn man den Ruf der FIFA in den letzten sieben Jahren sieht, verbinden die Menschen die FIFA mit Korruption und Bestechung. Die FIFA hat einen exekutiven Präsidenten und das bedeutet, dass dieser verantwortlich ist", sagte der Niederländer.

Der Engländer Greg Dyke rügte Blatter vor den anderen Delegierten für dessen Rassismus-Vorwurf gegen britische Medien im Zuge der Diskussion um die Katar-WM 2022. Dieser reagierte pikiert, berichteten Augenzeugen. Aus Funktionärskreisen ist Blatter diese konfrontative Art nicht gewohnt. Nach etwa 20 Minuten soll Blatter die Sitzung wie geplant verlassen haben.

Europa gegen den Rest der Welt

Zuvor war der FIFA-Chef von den Delegierten der fünf anderen FIFA-Konföderationen für seinen Plan einer weiteren Amtszeit teilweise mit Standing Ovations gefeiert worden. Ein großer Riss teilt nun die 209 Verbände vor dem WM-Anpfiff - Europa gegen den Rest der Welt.

"Ich glaube, es ist Zeit dafür", sprach sich auch der ehemalige UEFA-Präsident Lennart Johansson für einen Abschied Blatters aus, dem er bei der Wahl 1998 unterlegen war. Der Schwede forderte eine Kandidatur von Michel Platini, der ihn 2007 bei der UEFA aus dem Amt gedrängte hatte. Niersbach verriet, dass sich Platini im September endgültig zu seinen Plänen äußern wird.

Blatter teilt gegen britische Presse aus

Mit einem Strategiewechsel hatte Blatter bei Kontinentalvertretern aus Asien, Afrika und Amerika noch Erfolg gehabt und Attacken gegen die "Feinde" der FIFA gefahren. Den bösen Kontrahenten wähnte der FIFA-Boss nach monatelangem Verbalscharmützel mit Platini nicht in dieser Vehemenz unter den Funktionärskollegen, sondern außerhalb der FIFA. "Ich weiß nicht, was der Grund hinter all dem ist. Aber wir müssen jetzt zusammenstehen", rief der Schweizer den asiatischen Kollegen bei deren interner Sitzung vor der großen Vollversammlung zu.

Die afrikanischen Delegierten schwor er bei deren Planungsmeeting noch martialischer ein und prangerte direkt das "rassistische" Verhalten speziell der britischen Medien bei deren Berichterstattung über die umstrittene Katar-WM an. Dies konnte Englands Verbandschef Dyke nicht unkommentiert lassen. Unklar ist nun, wie Blatter seinen Plan umsetzen will, ohne brüskierende Reaktionen von den UEFA-Delegierten im großen Auditorium zu provozieren.

Sachthemen sekundär

Sachthemen waren für den Schweizer vor Kongressbeginn mit einer Musikshow und dem formellen Sitzungsteil sekundär. Es geht um den Machterhalt, und das Rezept schien simpel. Eine gute Portion "Wir-Gefühl" soll Grundlage für ein positives Votum bei der erwarteten Kandidaten-Proklamation für eine fünfte Blatter-Amtszeit sein.

Kann Platini Blatter stürzen?

Blatter bewies, dass er es versteht, der Funktionärs-Seele zu schmeicheln. Erst versprach er den Asiaten und Afrikanern eine höhere Beteiligung für die Verbände aus dem WM-Gewinntopf. Dann stellte er fest: "Wir sind in einer Situation, in der wir Führung brauchen. Ich habe noch Feuer in mir", betonte der 78-Jährige.

Der Machtkampf Blatter gegen Europa lähmt die FIFA in manchen wichtigen Themenfeldern. Dieses Problem wird sich wohl erst lösen, wenn geklärt ist, ob Platini für den höchsten FIFA-Posten kandidieren will und falls ja, ob dem Franzosen dann der Umsturz in Zürich gelingt.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal