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Franz Beckenbauer wehrt sich gegen Korruptionsvorwürfe

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"Nullkommanull zu verbergen"  

Beckenbauer wehrt sich gegen Vorwürfe

11.06.2014, 11:10 Uhr | dpa

Franz Beckenbauer wehrt sich gegen Korruptionsvorwürfe . Franz Beckenbauer wehrt sich gegen die Vorwürfe gegen ihn wegen der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022. (Quelle: imago/Ulmer)

Franz Beckenbauer wehrt sich gegen die Vorwürfe gegen ihn wegen der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022. (Quelle: imago/Ulmer)

Franz Beckenbauer hat jede Form der Vermischung von FIFA-Amt und persönlichen Geschäftsbeziehungen zurückgewiesen. "Ehrlich gesagt: Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Ich habe oft genug erklärt, dass ich für das Thema Korruption der falsche Ansprechpartner bin", sagte der Kaiser in einem Interview der "Bild"-Zeitung.

Er habe "nullkommanull zu verbergen". Möglichen Untersuchungen durch die FIFA-Ethikkommission sieht er gelassen entgegen. "Darüber kann ich mich nur wundern. Ich habe bei der FIFA nur noch einen Berater-Status, bin also kein Kommissionsmitglied mehr und somit nicht verpflichtet, mit Herrn Garcia zu reden."

Juristen-Englisch nicht verstanden

Seine Ablehnung, die Fragen von FIFA-Chefermittler Michael Garcia im Zuge der Katar-Ermittlungen zu beantworten, begründete Beckenbauer mit Sprachproblemen. "Ich war bereit, alle relevanten Fragen zu beantworten, nur die kamen in Juristen-Englisch, die ich bei einer so komplizierten Materie nicht vollständig verstanden habe. Ich bat daraufhin höflich um eine Unterredung in deutscher Sprache und diese wurde abgelehnt. Daraufhin war meine Reaktion: Dann eben nicht."

Beckenbauer sprach sich im Falle von Korruptionsbeweisen für eine Bestrafung der Schuldigen aus.

Den DFB-Empfehlungen gefolgt

Bei der Entscheidung über die WM-Gastgeber 2018 und 2022 vor rund eineinhalb Jahren habe er als damaliges Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees "eine ganz normale Rolle gespielt", betonte der 68-Jährige. Die englische Zeitung "Sunday Times" hatte von Reisen Beckenbauers nach Katar auf Einladung des mittlerweile lebenslang gesperrten Ex-Funktionärs Mohamed bin Hammam berichtet. Er soll 2009 und 2011 im Emirat gewesen sein, bei der zweiten Reise als Berater zu Geschäftsgesprächen einer Hamburger Firma.

Sein Wahlverhalten bei der brisanten WM-Doppelvergabe 2018 und 2022 an Russland und Katar offenbarte Beckenbauer aber weiterhin nicht. "Es gibt immer noch ein Wahlgeheimnis, das gilt auch für mich", erklärte er. Beckenbauer merkte aber an, dass er den Empfehlungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gefolgt sei. Der Verband war nicht für Katar als WM-Ausrichter.

Mit Forderung nach Verlegung nicht beliebt gemacht

Beckenbauer merkte an, dass er es gewesen sei, der als erster öffentlich auf die Klimaproblematik in Katar hingewiesen und eine Verlegung in den Winter gefordert habe. Dies habe er auch bei einer Katar-Reise den Gastgebern gesagt. "Der Emir reagierte nicht sehr erfreut über meine Einwände", sagte Beckenbauer.

Auch eine Verbindung zwischen dem FIFA-Votum für Russland und seinem anschließenden Engagement für die "Russian Gas Society" von Gazprom wies Beckenbauer zurück. "Das hatte mit der WM-Vergabe absolut nichts zu tun, ich kannte die Leute damals noch gar nicht. Die Diskussion darum ist Unsinn", sagte er.

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