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Klinsmanns Late-Night-Show spielt Löw in die Karten

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Fußball  

Klinsmanns Late-Night-Show spielt Löw in die Karten

23.06.2014, 12:25 Uhr | dpa

Klinsmanns Late-Night-Show spielt Löw in die Karten. Manuel Neuer (l-r), Benedikt Höwedes, Mesut Özil and Mario Götze beim Training.

Manuel Neuer (l-r), Benedikt Höwedes, Mesut Özil and Mario Götze beim Training. Foto: Thomas Eisenhuth. (Quelle: dpa)

Santo André (dpa) - Das unglückliche 2:2 der beeindruckenden Amerikaner gegen Portugal in Manaus entspannte die Lage für die deutsche Mannschaft vor dem prestigeträchtigen Gruppenfinale gegen Klinsmanns Power-Fußballer erheblich.

Nach der packenden Late-Night-Show von Jürgen Klinsmanns leidenschaftlichen US-Boys konnten Joachim Löw und seine Spieler im Campo Bahia ganz entspannt in die Betten fallen. Das große Zittern vor einem blamablen Vorrunden-K.o. ist im Grunde erledigt - jetzt reicht ein Unentschieden am Donnerstag in Recife nicht mehr nur für das Minimalziel Weiterkommen, sondern sogar für den wertvollen Gruppensieg.

Trotzdem bleibt das Kräftemessen zwischen Jogi und Klinsi, die 2006 als Trainergespann für das deutsche Sommermärchen verantwortlich waren, "ein besonderes Duell", wie Oliver Bierhoff betonte. Der Teammanager hatte noch vor dem beeindruckenden Auftritt der US-Auswahl gegen Portugal in der Nacht zum Montag deutscher Zeit ein ideales Drehbuch für die 90 Minuten in Brasilien parat gehabt: "Ich würde liebend gerne unterschreiben, dass wir als Erste durchgehen und die Amerikaner als Gruppenzweiter."

Ein schiedlich-friedliches Unentschieden der punktgleichen Teams (4 Zähler, Ghana und Portugal jeweils 1) würde Bierhoffs Wunsch Realität werden lassen. Aber Klinsmann erteilte prompten Spekulationen über einen möglichen Deal mit Löw unmittelbar nach dem Abpfiff in Manaus eine Absage: "Wir sind nicht gemacht für Unentschieden. Beide Mannschaften werden da reingehen und wollen die Gruppe gewinnen."

Zwischen den langjährigen Weggefährten werde wie im bisherigen Turnierverlauf auch bis zum Wiedersehen unverändert Funkstille herrschen, wie nach Löw auch Klinsmann erklärte: "Es wird keinen Anruf geben." Der US-Coach bekräftigte: "Wir fahren nach Recife, um Deutschland zu schlagen." Die Leistung gegen Portugal stützte dieses Ansinnen. Auch wenn das Gegentor in letzter Minute, das den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale kostete, von Klinsmanns kraftstrotzenden Dauerläufern erst einmal verdaut werden muss.

Dem deutschen Team würde schon ein Remis genügen, um mit der besseren Tordifferenz als Gruppenerster ins Achtelfinale einzuziehen und nach derzeitigem Stand ein Duell mit den als Geheimfavorit gehandelten Belgiern zu vermeiden. Aktuell wäre Außenseiter Algerien als Zweiter der Gruppe H der Kontrahent in der ersten K.o.-Runde.

Auf Unentschieden zu spielen, hält Mats Hummels aber für keine gute Idee. "Nee, so etwas macht einen verrückt", meinte der Dortmunder. "Wir haben die Qualität, aus der Gruppe als Erster rauszukommen. Das muss das Ziel sein", hatte auch Lukas Podolski bereits nach dem zwiespältigen 2:2 gegen Ghana gesagt.

Die Kraftprobe mit Klinsmann ist zumindest für Löw deutlich entspannter geworden. Der Bundestrainer muss kaum noch befürchten, dass ihn ausgerechnet sein Vorgänger und langjähriger Kompagnon aus dem Turnier - und damit auch aus dem Amt - kapituliert. Nicht einmal eine Niederlage müsste wegen des guten Torverhältnisses (6:2) das deutsche WM-Aus bedeuten - eine komfortable Situation.

Der Anspruch von Löw und seiner Spieler kann jedoch nicht lauten, sich irgendwie in die K.o.-Spiele zu retten. Vielmehr geht es gerade nach dem Ghana-Spiel darum, mit einem Prestigeerfolg gegen Ex-Chef Klinsmann neuen Rückenwind aufzubauen. "Selbstverständlich erwarten wir mehr von uns", gestand Hummels. "Wir müssen uns auf das besinnen, was uns stark macht", empfahl Mittelfeldspieler Toni Kroos.

Löw steht vor neuen richtungweisenden Entscheidungen, auch wenn er zunächst abwarten muss, ob ihm Sami Khedira (Bänderzerrung am Knie) und Jérome Boateng (Muskelverhärtung) wie erhofft gegen die USA wieder zur Verfügung stehen. Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger lauert nach seinem engagierten Teilzeiteinsatz gegen Ghana auf seine Chance im Mittelfeld. Bierhoff traut dem 29-jährigen Münchner trotz einer von Knieproblemen behinderten WM-Vorbereitung auch einen Einsatz über 90 Minuten zu, wie er im ZDF erklärte: "Mit Sicherheit."

Schweinsteiger könnte wie in der Endphase des Ghana-Spiels Khedira ersetzen, der unabhängig von der aktuellen Blessur nach seiner langwierigen Kreuzbandverletzung das hohe WM-Niveau bislang nicht erreichen konnte. Löw muss sich in dieser Frage positionieren. Denn bislang gab es keinerlei Anzeichen dafür, dass der Trainer den im Mittelfeld bislang ebenfalls nicht überzeugenden Lahm zurück in die Abwehr beordern möchte. "Ich sehe es als Vorteil an, dass wir flexibel spielen können", bemerkte Bierhoff zu den Personaldebatten, die in der Offensive auch Miroslav Klose mit seinem 15. WM-Tor zum 2:2-Endstand gegen Ghana befeuerte.

Für Abwehrchef Per Mertesacker ist das DFB-Team in Brasilien weiter in einem Findungsprozess. Löw hatte das neue 4-3-3-System schließlich erst auf den letzten Drücker zu seiner WM-Taktik erhoben. Insofern sei es "manchmal auch gut, dass nicht alles klappt", wie es gegen Ghana der Fall war, meinte Mertesacker: "Das zeigt einfach, dass wir vielleicht noch nicht so eingespielt sind, wie man es sein müsste. Aber wir hatten auch keine großartige Zeit." Gegen die USA bietet sich die letzte Gelegenheit, dann beginnt die Zeit der K.o.-Spiele.

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