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Am Anfang stehen Nachwuchskonzept und Reformwillen

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Fußball  

Am Anfang stehen Nachwuchskonzept und Reformwillen

14.07.2014, 16:14 Uhr | dpa

Am Anfang stehen Nachwuchskonzept und Reformwillen. Joachim Löw und Liga-Präsident Reinhard Rauball gratulieren sich nach dem Finale.

Joachim Löw und Liga-Präsident Reinhard Rauball gratulieren sich nach dem Finale. Foto: Thomas Eisenhuth. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Dem WM-Titel in Brasilien geht eine 14-jährige Aufbauarbeit voraus. Nach dem EM-Fiasko von 2000 wurde ein Nachwuchskonzept initiiert, das die Verantwortlichen der Bundesligaclubs und Macher wie Jürgen Klinsmann, Matthias Sammer und natürlich Joachim Löw mit Leben füllen.

Entscheidend angestoßen hatte der ehemalige DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder die Projekte. Am Ende der tiefgreifenden Reformen steht der vierte WM-Gewinn der deutschen Fußball-Nationalelf.

"Die Bundesliga hat natürlich einen großen Anteil mit ihrer Ausbildung. Es war auch ganz wichtig nach 2010, als wir mit einer ganz jungen Mannschaft bei der WM in Südafrika waren, dass danach viele Trainer die jungen Spieler eingesetzt und ihnen vertraut haben. 2000 und 2004 lag der deutsche Fußball am Boden, damals sind wir jeweils in der Vorrunde der EM-Turniere ausgeschieden. Da wurden Maßnahmen ergriffen", erinnerte Löw nach dem WM-Triumph in Rio de Janeiro. "Da wurde gesagt, wir müssen mehr in die Ausbildung investieren, wir müssen technisch bessere Spieler haben. Nur mit deutschen Tugenden hätte man keine Fortschritte gemacht. Wir haben Leistungszentrum in den Vereinen gemacht, dort wird großartige Arbeit geleistet. Klar, dafür muss ich mich immer bedanken. Der Titel ist auch ein Produkt der hervorragenden Ausbildung in Deutschland."

DEBAKEL BEI EURO 2000: Die DFB-Elf scheidet mit dem Bundestrainer Erich Ribbeck als Titelverteidiger bei der EM in den Niederlanden und Belgien sieglos in der Vorrunde aus.

NACHWUCHSKONZEPT 2001: Als Konsequenz aus dem Debakel der EM 2000 wird im April 2001 ein Nachwuchskonzept angestoßen, das auf drei Säulen beruht: verpflichtende Jugendleistungszentren für alle Bundesligisten, deutschlandweites Netz an Stützpunkten zur Talentförderung und die Gründung einer A-Jugend-Bundesliga.

WELTMEISTERSCHAFT 2002: Mit Glück, einem überragenden Torhüter Oliver Kahn und Michael Ballacks entscheidenden Toren erreicht das DFB-Team das WM-Finale. Trotz des zweiten Platzes bleibt Deutschland in Tempo, Technik und Taktik auch in den nächsten Jahren rückständig.

ENTTÄUSCHENDE EURO 2004: Das spiegelt sich bei der EM 2004 in Portugal wider. Teamchef Rudi Völler verabschiedet sich nach einem erneut sieglosen Europameisterschafts-Turnier.

JÜRGEN KLINSMANN WIRD TEAMCHEF: Als Völler-Nachfolger tritt Jürgen Klinsmann am 26. Juli 2004 den Posten des Teamchefs der Nationalmannschaft an. Als Reformer will er verkrustete Strukturen im deutschen Fußball aufbrechen und "den ganzen Laden auseinandernehmen". Der Schwabe ernennt den Badener Joachim Löw zu seinem Assistenten.

WELTMEISTERSCHAFT 2006: Mit dem Trainerduo Klinsmann/Löw machen sich die Erneuerungen im deutschen Fußball langsam bemerkbar. Bei der Heim-WM, die als "Sommermärchen" in die Geschichte eingeht, sorgen junge Spieler wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski für Aufmerksamkeit. Nach der WM löst Löw Klinsmann als Bundestrainer an und setzt dessen eingeschlagenen Weg fort. Die DFB-Elf überzeugt die Fußballwelt mit offensiven, direkten und dynamischen Spiel. Fünf Spieler, die von Anfang an Klinsmanns Reformkurs mitgingen, stehen auch im Brasilien-Team von 2014: Lahm, Schweinsteiger, Podolski, Per Mertesacker und Miroslav Klose.

NACHWUCHSFÖRDERUNG MIT SPORTDIREKTOR MATTHIAS SAMMER: Als DFB-Sportdirektor ist Matthias Sammer von 2006 bis 2012 für die Nachwuchsförderung und -koordination verantwortlich. Im Jahr 2009 gewinnen alle deutschen U-Teams den EM-Titel. In der Startelf der U-21, die England im Finale 4:0 besiegt, stehen sechs Spieler, die auch beim WM-Gewinn 2014 in Brasilien eine wichtige Rolle spielen: Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Benedikt Höwedes, Mats Hummels, Sami Khedira und Mesut Özil.

MODERNE IM DEUTSCHEN CLUBFUSSBALL: Die positiven Veränderungen im deutschen Fußball strahlen auch auf die Bundesligaclubs ab. Werder Bremen erreicht 2009 das Finale im UEFA-Cup. Der FC Bayern bestreitet in vier Jahren dreimal das Endspiel in der Champions League, das er 2013 gegen seinen Liga-Konkurrenten Borussia Dortmund gewinnt. Der BVB entwickelt sich neben dem FCB zum zweiten international anerkannten Schwergewicht.

VERJÜNGTE NATIONALMANNSCHAFT: "Es gibt eine veränderte Philosophie bei den Trainern, die bereit sind, junge Spieler in die Verantwortung zu schicken. Sie haben das Vertrauen zurückgezahlt. Und das ist in der Nationalmannschaft auch so", lobt DFL-Präsident Reinhard Rauball bereits im vergangenen Jahr. Bei der WM 2010 schickt der DFB mit einem Durchschnittsalter von 25,33 Jahren seine zweitjüngste Mannschaft in der Turniergeschichte ins Rennen. Zwei Jahre später tritt Deutschland zur EM mit seinem jüngsten Team an (Durchschnitt: 24,39 Jahre). Bei der WM 2014 beträgt das durchschnittliche Alter 25,8 Jahre.

WM 2010 und EM 2012: Das Team von Bundestrainer Löw erreicht jeweils das Halbfinale. In Südafrika überzeugt die deutsche Mannschaft mit Offensiv-Spektakeln wie dem 4:1 gegen England oder dem 4:0 gegen Argentinien. Nach dem Halbfinal-Aus 2012 gegen Italien muss sich Löw Kritik für sein verändertes Spielsystem in dieser Partie gefallen lassen. Dem Team fehlt (noch) die Reife zum Titelgewinn.

TITELGEWINN WM 2014 in Brasilien: Beim WM-Turnier in Brasilien feiert Deutschland mit seinem vierten Titelgewinn den über Jahre erarbeiteten Erfolg. Laut Liga-Präsident Rauball haben die deutschen Clubs von 2001 bis 2013 weit mehr als 700 Millionen Euro in das Nachwuchs-Konzept investiert.

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