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FIFA im Korruptions-Sumpf  

Neue Anschuldigungen im WM-Vergabe-Skandal

30.11.2014, 16:10 Uhr | sid, dpa

Neue Anschuldigungen im WM-Vergabe-Skandal. FIFA-Präsident Joseph Blatter will an der WM in Katar festhalten. (Quelle: dpa)

FIFA-Präsident Joseph Blatter will an der WM in Katar festhalten. (Quelle: dpa)

Im pikanten Skandal um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 kommen immer mehr Details ans Licht. Nach einem Bericht der englischen Zeitung "Sunday Times" soll der englische Verband FA externe Spezialisten angeworben haben, um Mitbewerber auszuspionieren. So habe man "Hintergrundinformationen zum Fortschritt des Bewerbungsprozesses in verschiedenen Ländern sammeln" wollen, gab der Verband zu.

"Wir hatten Erkenntnisse, dass Staaten Bestechungsgelder an FIFA-Mitglieder gezahlt haben", sagte eine ehemalige Geheimdienst-Quelle dem Blatt zufolge. Aber nicht nur Gelder sollen geflossen sein. Das Blatt listet zudem in den mehrseitigen Ausführungen eine Reihe prominenter Namen auf, die mit teuren Gemälden oder einem Stück Land für die Familie bestochen worden sein sollen. Auch politisch sei Druck auf das Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA ausgeübt worden.

England hatte sich um die Weltmeisterschaft 2018 beworben und war bereits im ersten Wahlgang klar gescheitert. Die FIFA-Ethikkommission hatte zuletzt Russland und Katar von Korruptionsvorwürfen freigesprochen, was weltweit Kritik ausgelöst hatte.

Mittlerweile ermittelt die Ethikkommission aber mindestens gegen vier hochrangige aktuelle oder frühere Funktionäre. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge steht dabei euch Franz Beckenbauer, ehemaliges Mitglied der FIFA-Exko, im Visier.

"Endlich eine Ende erzwingen"

FIFA-Informantin Bonita Mersiades kündigte bereits an, vor dem EU-Parlament aussagen zu wollen. Sie hoffe, "dass sich mit der breiten Unterstützung aller Mitglieder endlich eine Wende erzwingen lässt. Die FIFA ist jedenfalls nicht in der Lage, sich selbst zu reinigen", sagte die ehemalige Chefin für öffentliche Angelegenheiten von Australiens Kandidatur der "Bild am Sonntag". Die Bewerbungskomitees von Russland und Katar wiesen bislang jedes Fehlverhalten von sich.

Die FIFA verwies auf Anfrage auf die Zuständigkeiten in dem Verfahren. "Sämtliche Angelegenheiten in Bezug auf die 2018/2022-Untersuchung werden ausschließlich von der Untersuchungskammer der unabhängigen FIFA-Ethikkommission abgewickelt", sagte FIFA-Sprecherin Delia Fischer. Die FIFA wisse zudem nicht, "was tatsächlich in den Untersuchungsberichten erfasst ist", heißt es in dem Statement. Die FIFA gebe daher "momentan keine weiteren Kommentare ab."

Blatter will nicht von Katar abweichen

In Europa jedenfalls wächst der Widerstand gegen die FIFA und Präsident Joseph Blatter. Am Montag treffen sich Verbandschefs und Generalsekretäre aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Israel, Liechtenstein, Luxemburg, Polen und der Schweiz in Frankfurt am Main. Auch wenn es sich laut UEFA um ein lange geplantes Arbeitstreffen handle, wird die Situation der FIFA dennoch ein Thema sein.

Blatter wiederholte derweil bei einem Galadinner der asiatischen Fußball-Konföderation AFC in Manila einmal mehr sein Bekenntnis zu Katar 2022. "Die WM 2022 wird in Katar ausgetragen", sagte der Schweizer unter dem Applaus der 400 Funktionäre.

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