Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball > WM 2018 >

WM 2022: DFB blickt bei Posse um Garcia-Report nicht mehr durch

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Posse um Garcia-Report  

DFB-Chef Niersbach: "Wir blicken's nicht mehr"

16.12.2014, 14:55 Uhr | dpa, sid

WM 2022: DFB blickt bei Posse um Garcia-Report nicht mehr durch. Nachdenklich: Bei DFB-Chef Wolfgang Niersbach sorgt das Verhalten der FIFA für Verwirrung. (Quelle: imago/Hartenfelser)

Nachdenklich: Bei DFB-Chef Wolfgang Niersbach sorgt das Verhalten der FIFA für Verwirrung. (Quelle: imago/Hartenfelser)

Die Verwirrung ist komplett. Selbst Wolfgang Niersbach ist das juristische Gezerre um die Veröffentlichung des Garcia-Reports bei der FIFA zu kompliziert. "Also wir blicken's nicht mehr", räumte der DFB-Präsident am Rande einer Pressekonferenz des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ein. Angesichts der Korruptionsvorwürfe gegen die FIFA forderte er eine Neuausrichtung des Weltverbandes. "Wir brauchen eine Institution, die für absolute Glaubwürdigkeit und Integrität steht. Das ist zuletzt nicht gelungen", sagte der 64-Jährige.

Derweil hat die FIFA den Einspruch von Sonderermittler Michael Garcia gegen den umstrittenen Bericht des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert zur Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zurückgewiesen. Die Berufungskommission des Weltverbandes unter dem Vorsitzenden Larry Mussenden von den Bermudas erklärte die Berufung Garcias aus formalen Gründen für "unzulässig". Das teilte die FIFA mit.

"Untersuchung ein Zwischenstand"

Eckert hatte Mitte November in seinem 42-seitigen Bericht zu den Korruptionsvorwürfen bei der Vergabe der Turniere an Russland und Katar keine gravierenden Verstöße festgestellt. Dafür erntete der Münchner Jurist nicht nur weltweite Kritik und Unverständnis, sondern veranlasste auch den ehemaligen FBI-Mann Garcia zu einem Einspruch gegen dieses Urteil. Der US-Amerikaner hatte zahlreiche unvollständige und fehlerhafte Darstellungen der Tatsachen und Schlussfolgerungen moniert.

Der deutsche Jurist hatte daraufhin überraschend der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erklärt: "Wir haben momentan in der Untersuchung einen Zwischenstand." Sein Papier sei eine Grundlage, auf der Garcia weiter untersuchen könne - besonders gegen beteiligte Einzelpersonen. Dies klang verwirrend, hatte die FIFA das Eckert-Papier doch zwei Tage vorher noch quasi als Abschlussbericht deklariert.

Beschwerden abgewiesen

Genau darauf stützte die Berufungskommission nun ihre Entscheidung. Es handle sich bei dem sogenannten Eckert-Bericht nicht um einen "Schlussbericht" nach den Statuten des FIFA-Ethikreglements. "Der Bericht nennt weder Regelverstöße einer beschuldigten Person noch irgendeinen Antrag an die rechtsprechende Kammer zur Bestrafung der beschuldigten Person", hieß es in der Mitteilung. Daher sei Eckerts Stellungnahme "weder rechtsverbindlich noch anfechtbar".

Auch mit diesem Urteil verschärfte die FIFA ihre Glaubwürdigkeitskrise eklatant. Die offiziellen Beschwerden der zwei Informantinnen im Korruptionsskandal zu den WM-Vergaben 2018 und 2022 wies die Disziplinarkommission zurück. Für die Eröffnung eines Disziplinarverfahrens gegen Eckert gebe es "keine stichhaltigen Gründe", hieß es in dem Ergebnis des Gremiums unter dem Vorsitzenden Claudio Sulser.

WM 2018 in Russland 
Valcke: WM-Boykott 2018 wäre "Nonsens"

Der FIFA-Generalsekretär hält nichts von den Drohungen. Video

Kein Verstoß gegen Vertraulichkeit

Phaedra Almajid, Ex-Mitarbeiterin von Katars Bewerbungskomitee für die WM 2022 und Zeugin des FIFA-Sonderermittlers Garcia, hatte sich über den angeblichen Verstoß gegen die Vertraulichkeit durch den Bericht des FIFA-Ethikhüters Eckert beschwert. Auch Bonita Mersiades, ehemalige Chefin für öffentliche Angelegenheiten von Australiens Kandidatur für 2022, fühlte sich in dem Eckert-Bericht als unglaubwürdig dargestellt und im Stich gelassen.

Sulser habe das "gesamte vorliegende Material" geprüft und festgestellt, dass "die an der Untersuchung Mitwirkenden lange vor der Veröffentlichung der Stellungnahme des Vorsitzenden der rechtsprechenden Kammer mit eigenen Medienaktivitäten an die Öffentlichkeit gelangt seien und die Beschwerde betreffend Verletzung des Vertrauensschutzes folglich haltlos sei".

Zudem seien in dem Bericht keine Namen genannt worden und sämtliche Angaben allgemeiner Natur gewesen. Eckert habe sich laut FIFA "für die im Bericht gezogenen Schlussfolgerungen auf keine von den an der Untersuchung Mitwirkenden gelieferten Informationen oder Dokumente gestützt".

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal