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Rettig: DFL denkt über personifizierte Tickets nach

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Regelung für Risikospiele  

Rettig: DFL denkt über personifizierte Tickets nach

17.02.2015, 12:50 Uhr | sid

Rettig: DFL denkt über personifizierte Tickets nach. Andreas Rettig sieht Vereine und Fans in der Pflicht gegen Kriminelle vorzugehen. (Quelle: imago/Eibner)

Andreas Rettig sieht Vereine und Fans in der Pflicht gegen Kriminelle vorzugehen. (Quelle: Eibner/imago)

Vermummte Chaoten stürmen den Platz, Jagdszenen im Borussia Park und etliche Handgreiflichkeiten - die Krawall-Szenen nach dem rheinischen Derby am vergangenen Samstag zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln (1:0) sollen sich nicht bei anderen Risikospielen wiederholen. Die Kölner haben deshalb bereits begonnen, die Randalierer zu sanktionieren. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) beschäftigt sich nun mit möglichen weiteren Maßnahmen.

"Ich kann mir vorstellen, über personalisierte Tickets für sicherheitsrelevante Spiele nachzudenken. Damit wurden beim Niedersachsen-Derby zwischen Braunschweig und Hannover gute Erfahrungen gemacht", sagte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig dem "Express".

Grundsätzlich sei auch eine Reduzierung von Tickets für Gästefans möglich. Darunter würde aber auch die Atmosphäre im Stadion leiden. "Derbys leben ja auch von dieser Stimmung zwischen den Fanlagern", sagte der langjährige Bundesligamanager. "Komplett auf Gästefans zu verzichten, mit der Entscheidung hätte ich Kummer."

Vereine und Fans in der Pflicht

Damit es soweit nicht kommt, appelliert Rettig an die Vereine, trotz möglicher frustrierender Erlebnisse auch weiter auf den Austausch mit den Fans zu setzen. "Es darf jetzt nicht passieren, dass die Vereine den guten Weg verlassen und den Dialog mit den Fans einstellen, weil Kriminelle ohne Vereinsbezug randalieren", erklärte der 51-Jährige.

Auch die Fans sieht Rettig in der Verantwortung. Bei solchen Krawallen seien im Stadion auch viele als stille Begleiter dabei. "Die dürfen sich nicht wieder in ihr Schneckenhaus zurückziehen. In den Fankreisen muss eine öffentliche Distanzierung von diesen Kriminellen stattfinden! Wer meint, man darf diese Personen nicht verpfeifen, der liegt falsch!"

Dass dies teilweise als Denunziantentum ausgelegt wurde, kann der DFL-Geschäftsführer nicht verstehen. "Kriminelle zu outen und dies als Denunziantentum zu bezeichnen, das ist doch aberwitzig! Ich kann verstehen, dass manche Leute Angst vor diesen Kriminellen haben. Aber dann gilt es, diesen Leuten Schutz zu gewähren." Das harte Durchgreifen des FC begrüßte Rettig.

Köln schmeißt Ultra-Klub raus

Nach dem Schlusspfiff in Gladbach hatten rund 30 Zuschauer in Malerkitteln den Platz gestürmt und sich Handgemenge mit der Polizei und Ordnungskräften geliefert. Als eine Konsequenz hatte der 1. FC Köln daraufhin die Ultra-Gruppierung Boyz am Montag aus dem Verein ausgeschlossen.

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