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VfL Vichttal: Diese E-Jugend sorgt für Furore

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Besondere Nachwuchs-Förderung  

Diese E-Jugend sorgt für Furore

09.03.2015, 20:32 Uhr | t-online.de

VfL Vichttal: Diese E-Jugend sorgt für Furore. Christian Titz erklärt seinen Schützlingen die Taktik. (Quelle: Mark Weidenfeller)

Christian Titz erklärt seinen Schützlingen die Taktik. (Quelle: Mark Weidenfeller)

Von Mark Weidenfeller

Samstagmorgen, 09:30 Uhr. Zu einer Zeit, zu der die meisten Menschen noch im Bett liegen oder gerade auf dem Weg zum Bäcker sind, herrscht auf dem Gelände des VfL Vichttal schon Hochbetrieb. Im Vereinsheim wird Kaffee ausgeschenkt, es gibt Brötchen und Kuchen, aus den Lautsprechern dröhnt Musik. Der Grund für dieses bunte Treiben ist eine Partie der größten Attraktion des Klubs: Die E-Jugend tritt zu einem Testspiel an. "Wir haben hier eine Alternative zu den Jugendleistungszentren der Profi-Klubs geschaffen", erzählt Teamchef Christian Titz, der in dem kleinen Dorf in der Nähe von Aachen eines der spannendsten Nachwuchs-Projekte Deutschlands ins Leben gerufen hat.

Der 43-jährige Fußballlehrer hat sich zum Ziel gesetzt, talentierten Fußballern des Jahrgangs 2004 eine professionelle Ausbildung im familiären Umfeld zu bieten. Dafür gründete er im vergangenen Sommer ein Team mit anfangs gerade einmal fünf Spielern. "Wir haben dabei natürlich auf die Qualität der Jungs geachtet", sagt Titz: "Bei uns sollen die stärksten Spieler der Region bestmöglich gefördert werden."

Beeindruckende Bilanz

Und der Erfolg gibt ihm Recht. Die Meisterrunde wurde gerade erst souverän und ungeschlagen bei einem Torverhältnis von 114:20 als unangefochtener Spitzenreiter abgeschlossen. Bei zahlreichen Turnieren außerhalb des offiziellen Spielplans konnten zudem Siege gegen Mannschaften aus älteren Jahrgängen oder dem Bundesliga-Nachwuchs gefeiert werden. "Wir haben seit Juli 2014 insgesamt an die 100 Freundschafts-, Punkt- und Turnierspiele absolviert", so Titz. Dabei wurden unter anderem der FC St. Pauli, Fortuna Köln, die SG Wattenscheid und der 1. FC Köln geschlagen.

Mittlerweile hat es sich deshalb herumgesprochen, was für eine außergewöhnliche Truppe dort beim VfL Vichttal gerade heranwächst. "Wir bekommen immer mehr Anrufe von interessierten Eltern. Darüber freuen wir uns sehr", sagt Titz. Das Trainerteam wurde aus diesem Grund inzwischen sogar erweitert. Ex-Profi Erdal Celik, der an der Seite von Bastian Oczipka und Marcel Risse 2007 Deutscher A-Jugend-Meister mit Bayer Leverkusen wurde, ist neuer Chefcoach. Titz selbst kümmert sich vermehrt um die Organisation, Trainingsgestaltung und die Kaderzusammenstellung: "Das Team ist auf zehn Spieler angewachsen. Da wir in der nächsten Saison aber auf das Großfeld wechseln, brauchen wir noch vier bis fünf weitere Neuzugänge", sagt er.

Der Traum vom Profifußball spielt mit

Bewerbungen für diese vakanten Stellen gibt es genug. In der Partie am besagten Samstagmorgen gegen den VfJ Laurensberg laufen gleich zwei Testspieler auf, die gerne dauerhaft beim VfL Vichttal spielen und trainieren würden. "Wir haben uns das Leistungszentrum bei Fortuna Düsseldorf angeguckt und zudem Anfragen anderer Bundesligisten vorliegen", erzählen die Eltern der Zwillinge: "Aber hier gefällt es uns am besten." Das kann auch der Vater des Toptorjägers Justino, der verletzt zusehen muss, bestätigen: "Die fußballerische Ausbildung wird bei den großen Klubs in den unteren Altersklassen oft von jungen und unerfahrenen Trainern übernommen. Die Übungseinheiten hier sind deutlich besser.

Im Hinterkopf - das wird bei den Gesprächen mit den Eltern schnell klar - ist der Traum von einer Profikarriere des eigenen Nachwuchses schon fest verankert. Titz selbst geht es darum allerdings erst einmal nicht. "Wir haben dieses Projekt bewusst auf fünf Jahre angelegt. Jeder Spieler verpflichtet sich, bis zum Ende der C-Jugend bei uns zu bleiben", sagt er: "Dann werden die Besten mit Sicherheit zu den großen Vereinen wechseln. Entscheidend ist aber unser Versprechen, die Jungs bis dahin fußballerisch und in Ihrem Sozialverhalten optimal auszubilden."

Der Spaß darf nicht zu kurz kommen

Was das heißt, wird während des Testspiels schnell klar. Auch, wenn es dieses Mal "nur" zu einem 4:1-Sieg reicht, ist die besondere Spielanlage und das hohe Tempo der Vichttaler deutlich zu erkennen. Gegenpressing, Ballmitnahme in der Bewegung und ein Torwart, der bei eigenem Ballbesitz fast an der Mittellinie steht, gehören schon bei den Zehnjährigen zur Tagesordnung. "Natürlich gibt es auch bei uns schon eine Taktik, das ist wichtig. Die Jungs gehen in die fünfte Klasse, lernen Fremdsprachen und lösen mathematische Aufgaben", erklärt Titz: "Die verstehen ganz genau, was sie auf dem Platz machen müssen."

Neben all der Ernsthaftigkeit darf aber natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommen. "Wir achten bei der Auswahl der Spieler darauf, dass die Anfahrtswege nicht zu lang sind und sich alle in das Vereinsleben integrieren", so Titz: "Wir wollen auch außerhalb des Platzes eine Gemeinschaft sein. Das klappt bislang sehr gut.“ Viele der Jungs treffen sich meist sogar schon 30 Minuten vor Trainingsbeginn zum "Bolzen", wie es Titz nennt. Nach den Einheiten gibt es immer ein Abschlussspiel, an dem auch Eltern oder Spieler aus anderen Jahrgängen mitmischen dürfen. "Da halten wir uns mit Anweisungen komplett zurück. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass das alles noch Kinder sind", sagt Titz: "In erster Linie haben die einfach Bock zu kicken."

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