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Winter-WM 2022 in Katar: FIFA überschüttet Klubs mit Geld

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Blatter-Coup  

Wegen Winter-WM in Katar: FIFA schüttet Klubs mit Geld zu

20.03.2015, 16:33 Uhr | dpa

Winter-WM 2022 in Katar: FIFA überschüttet Klubs mit Geld. Joseph Blatter hat sich mit Karl-Heinz Rummenigge über Ausgleichszahlungen an die Klubs geeinigt. (Quelle: imago/Mandoga Media)

Joseph Blatter hat sich mit Karl-Heinz Rummenigge über Ausgleichszahlungen an die Klubs geeinigt. (Quelle: Mandoga Media/imago)

Nur einen Tag nach dem historischen Votum für die erste Winter-WM der Fußball-Geschichte in Katar 2022 hat die FIFA ihren größten Widersacher mit einem Griff in ihre prall gefüllte Schatulle schnell beschwichtigen können. Die Klubs bekommen nicht nur für die umstrittene WM im Emirat am Golf, sondern auch schon für das nächste Turnier in gut drei Jahren in Russland die Rekordsumme von 209 Millionen Dollar - umgerechnet rund 195 Millionen Euro - für die Abstellung ihrer Profis.

Diesen Coup verkündeten die FIFA und die European Club Association ECA mit ihrem Vorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge kurz vor Abschluss der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees in Zürich.

Das Geld ist keine Entschädigung

"Aus Sicht der ECA ist das ein sehr erfreuliches Ergebnis. Es markiert einen weiteren Meilenstein, den der europäische Klub-Fußball gesetzt hat", sagte Rummenigge. Für die WM 2014 in Brasilien hatte die FIFA rund 65 Millionen Euro gezahlt. Zudem soll die ECA als Vertreterin der Top-Vereine mehr Mitspracherecht bei der Gestaltung des internationalen Spielkalenders erhalten - was angesichts der langen Unterbrechung der Saison 2022/23 von Bedeutung ist.

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Katar-Kritik von dieser Seite wird also künftig verstummen. Das ist ein Erfolg für die FIFA. Deren Generalsekretär Jerome Valcke wies dennoch jeden Zusammenhang zwischen dem Deal und der Winter-WM zurück. "Ich werde niemals das Wort Kompensation in den Mund nehmen. Es ist die Fortsetzung einer Einigung, die wir schon für die Turniere 2010 und 2014 hatten", legte der Franzose eine recht eigentümliche Sichtweise der Vorgänge dar. Offenbar will man sich bei der FIFA für weitere Forderungen von anderen Fußball-Protagonisten wappnen.

Rauball: "Entscheidung für Katar bleibt ein großer Fehler"

Auf besondere Gegenliebe stößt die Katar-WM bei den Spitzenvertretern des deutschen Fußballs weiterhin nicht. Für DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ist Vernunft das oberste Gebot. "Es fällt nicht leicht sich mit dem Gedanken abzufinden, dass ein WM-Finale an einem vierten Advent stattfindet, aber aufgrund des Klimas gab es keine Alternative zur Verlegung in die Wintermonate", sagte er.

Ligapräsident Reinhard Rauball bleibt trotz der FIFA-Zahlungen an die Profi-Klubs ein Katar-Gegner. "Die Entscheidung für Katar ist und bleibt ein großer Fehler der FIFA mit schwerwiegenden Folgen. Daran ändern auch die nachträglich vorgenommenen einschneidenden Korrekturen nichts", sagte Rauball in einer Stellungnahme.

Menschenrechtsdefizite? Blatter beruhigt

Ganz anders sieht das Joseph Blatter. Nach seiner jüngsten Reise zum Emir frohlockte der FIFA-Boss angesichts angeblich verbesserter Lage der Menschenrechte. "Wir haben beruhigende und positive Informationen erhalten", versicherte Blatter vor der Weltpresse. Katar spiele "mit offenen Karten". Valcke betonte, dass die Arbeitsbedingungen auf den bisher fünf WM-Baustellen den höchsten Ansprüchen genügen. Diese müssten die "Bench Mark" für alle Bauvorhaben im Emirat sein.

Dem FIFA-Top-Duo war offenbar klar, dass Menschenrechtsdefizite eine verbliebene offene Flanke für die Katar-WM bleiben - trotz aller Termin- und Finanz-Vereinbarungen.

Unfrieden in den Ligen ist vorprogrammiert

Rummenigge hatte stets betont, dass die Vereine für ihre Einwilligung zur Winter-WM eine Entschädigung erhalten müssen. Valcke hatte dies ausgeschlossen. Nun sah Blatter einen "riesigen Schritt" bei den Bemühungen für ein besseres Miteinander von FIFA und Klubs. Zuletzt war lediglich über eine Verdoppelung der Zahlungen spekuliert worden. Leisten kann sich Blatter den Geldsegen für die Klubs locker. Bei der WM 2014 in Brasilien wurde ein Rekordüberschuss von 2,2 Milliarden Dollar erzielt.

Ein Haken bleibt: Die knapp 200 Millionen Euro gehen nur an die Klubs, die WM-Spieler abstellen. Ein Verein ohne WM-Spieler geht also leer aus und bleibt auf seinen Kosten durch die lange Saisonpause im Advent 2022 sitzen. Unfrieden in den Ligen scheint programmiert.

Platini wollte Finale am 23. Dezember

Mit der Mega-Zahlung ist es aber offenbar für die FIFA ohnehin nicht getan. Als erster Kontinentalverbandschef erinnerte natürlich UEFA-Boss Michel Platini - Dauerrivale von Blatter - an die Interessen der nationalen Verbände, die in gut sieben Jahren zur ungewohnten Adventszeit um den WM-Pokal kämpfen und ihre regulären Länderspiele deshalb verschieben müssen.

"Aber die FIFA muss jetzt die internationalen Termine der Nationalverbände schützen - es gibt vier Länderspieltermine, die betroffen sein können. Sie sind die Lebensader der Nationalverbände", sagte Platini. Seine eigene Vorstellung von einem Endspiel am 23. Dezember hatte der UEFA-Chef im FIFA-Exekutivkomitee gegen den Blatter-Apparat nicht durchdrücken können. Die Niederlage verkaufte er als vermeintlich fairer Verlierer. "Der 18. Dezember ist in Ordnung für die UEFA, wir können die Änderungen für die Champions League vornehmen", sagte Platini.

Turnier soll 28 Tage laufen

Die FIFA will nun schnell Konsultationen für die notwendige Spielplanmodifizierung angehen - mit der ECA in neuer Rolle. "Die Arbeitsgruppe für den internationalen Spielkalender wird sich in Kürze treffen, um den internationalen Spielkalender für den Turnus 2019-2022 zu finalisieren", kündigte der Weltverband an. Bis Ende des Jahres soll der Plan stehen, kündigte Valcke an. Die ersten Fakten stehen: Endspiel am 18. Dezember, Eröffnungspartie wahrscheinlich am 20. November. Das Turnier soll auf 28 Tage begrenzt werden.

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