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Pressestimmen FIFA-Wahl: "Schönes Spiel noch hässlicher geworden"

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Pressestimmen zur Blatter-Wahl  

"Das schöne Spiel ist noch hässlicher geworden"

30.05.2015, 11:36 Uhr | t-online.de, dpa

Pressestimmen FIFA-Wahl: "Schönes Spiel noch hässlicher geworden". Sepp Blatter jubelt nach seiner Wiederwahl, die Presse allerdings nicht. (Quelle: dpa)

Sepp Blatter jubelt nach seiner Wiederwahl, die Presse allerdings nicht. (Quelle: dpa)

Nach der Wiederwahl zum FIFA-Präsidenten geht ein großer Teil der internationalen Presse mit Sepp Blatter hart ins Gericht. "Das System ist da, fest verankert mit seinen Lügen und seiner Geldgier. Die Reform wird mit oder ohne Blatter Jahre dauern", schreibt "Le Figaro". Und der englische "Daily Mirror" titelte neben einem jubelnden Blatter: "Das wunderschöne Spiel ist noch hässlicher geworden."

Eine konträre Meinung kommt erwartungsgemäß aus Russland: "Für Sepp Blatter ist die Wiederwahl der bedeutendste Sieg seiner bisherigen Fußballkarriere. Weder ein starker Gegenkandidat noch eine massive Krise in der FIFA konnten ihn stoppen. Doch der Krieg ist nicht vorüber. Vor allem UEFA-Chef Michel Platini ist nicht im Begriff, den Konflikt beizulegen", schreibt die Tageszeitung "Kommersant" aus Moskau. Die Pressestimmen im Überblick:

ENGLAND

"Daily Mirror": "Das wunderschöne Spiel ist noch hässlicher geworden"

UMFRAGE
Hat der Korruptionsskandal bei der FIFA Auswirkungen auf Ihr Verhältnis zum Fußball?

FRANKREICH

"Le Figaro": Jetzt, wo der Skandal zutage gebracht wurde, kann er nicht mehr weitergehen. Doch muss man naiv sein, um zu glauben, dass die FIFA von heute auf morgen ihre Unschuld wieder findet. Das System ist da, fest verankert mit seinen Lügen und seiner Geldgier. Die Reform wird mit oder ohne Blatter Jahre dauern, ebenso lange wie der Kampf gegen Doping im Radsport. Die internationale Justiz, Polizei und die Politik müssen jetzt mitspielen.

"Le Journal de la Haute-Marne": Auf dem Papier hat Joseph Blatter gewonnen. Doch der Präsident der FIFA sitzt auf einem wurmstichigen Stuhl. Er hat keine moralische Autorität mehr.

"L'Equipe": Blatter verlängert sein Glück. Frankreichs Verbandspräsident Le Graet hat für ihn gestimmt. Trotz der Affären, trotz seines Alters und trotz der nicht gehaltenen Versprechen wurde der Präsident wieder gewählt. Damit ist die FIFA bereit, ihr Image nicht zu verbessern.

RUSSLAND

"Kommersant": Für Sepp Blatter ist die Wiederwahl der bedeutendste Sieg seiner bisherigen Fußballkarriere. Weder ein starker Gegenkandidat noch eine massive Krise in der FIFA konnten ihn stoppen. Doch der Krieg ist nicht vorüber. Vor allem UEFA-Chef Michel Platini ist nicht im Begriff, den Konflikt beizulegen, bei dem es auch um die WM 2018 in Russland geht. Hinter dem Gegenkandidaten Prinz Ali bin al-Hussein stehen einflussreiche Funktionäre. Sie haben bereits einen möglichen Boykott von FIFA-Turnieren durch die UEFA angedeutet. Schon am Rande des Champions-League-Finales am 6. Juni in Berlin werden Platini und Blatter die Chance haben, einen neuen Blick auf die Lage zu werfen.

Dünnhäutiger Funktionär 
FIFA-Vizepräsident platzt der Kragen

Jim Boyce verliert bei den Fragen eines deutschen Journalisten kurzzeitig die Kontrolle. Video

SCHWEIZ

"Tages-Anzeiger": Der Konflikt mit dem europäischen Fußball-Verband UEFA wird an Schärfe zunehmen, es drohen Verhältnisse wie im Boxen: mehrere Verbände, die einander die Legitimation absprechen. Und dazu wartet auf Sepp Blatter die große Herausforderung in den USA. (...) Noch ist er persönlich nicht im Visier der Untersuchungsbehörde. Aber er wird hellhörig geworden sein, als die traditionell der Justiz nahestehende "New York Times" kurz nach der Verhaftung der sieben Funktionäre schrieb, das Verhalten des FIFA-Präsidenten selber sei "noch nicht" Gegenstand der Ermittlungen. Und als die US-Justizministerin noch am selben Tag sagte, ihr Amt würde nicht ruhen, bis der ganze Sumpf trockengelegt sei. Was das bedeutet, wissen jene Schweizer Banker, die seit Jahren in Strafverfahren in den USA verwickelt sind.

TSCHECHIEN

"Lidove noviny": Aus dem Blickwinkel der liberalen westlichen Medien, Gesellschaften, Staaten und Fußballverbände war es ein Kampf zwischen zumindest einem gewissen Grad an Sauberkeit bei der FIFA und skrupellosem Lobbyismus, der zu einem Netz an Korruption ausgewachsen ist. Aber die kleinen Staaten der Welt und ihre Fußballverbände haben andere Prioritäten. Für sie ist Sepp Blatter der ideale Chef. Er vertritt ihre Interessen nach dem Motto: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. Im Fußball geht es dabei ums Geld - und wer sich sattgefressen hat, überlässt das Kleingeld den Schwächeren. (...) Blatter steht an der Spitze dieser Welt. Und wenn sich jemand gegen diesen Korruptionsmotor stellt, behauptet Blatter einfach, dass der aktuelle Unmut des Westens über Russland daran Schuld trägt.

FIFA-Skandal 
Blatter: "Können nicht jeden die ganze Zeit kontrollieren"

Von einem Rücktritt sprach der amtierende Präsident allerdings nicht. Video

ITALIEN

"Gazzetta dello Sport": Das Gesetz von Blatter: Er gewinnt auch im Schlamm. Die FIFA bleibt in den Händen von Blatter. Aber die Schwierigkeiten haben noch kein Ende.

"La Repubblica": Blatter ist noch immer der Patron des Fußballs. Er hat es noch einmal geschafft, gab es daran Zweifel? Aber dieses Mal keine Ovationen. Vorsichtiger Applaus, weil alle wissen, dass es arrangiert ist.

"Gazzetta dello Sport": Niemand kann an Blatters Gesetz rütteln. Auch inmitten einer Schlammschlacht ohne gleichen erhält der FIFA-Boss sein fünftes Mandat. Doch zwischen Skandalen und finanziellen Schwierigkeiten steht Blatter vor schwierigen Zeiten. Sepp tanzt zwar auf seiner persönlichen Titanic, kann aber trotzdem feiern. Selbst Platini wusste, dass man ihn nicht besiegen konnte. Dieser fast 80-jährige Mann ist ein Fels. Er hat zum fünften Mal ein Mandat erobert, ist aber jetzt deutlich weniger fest im Sattel als vorher.

SPANIEN

"El País": Eine verpasste Chance. Die Wiederwahl von Blatter macht die demokratische Erneuerung des Fußballs zunichte. Eine schlechte Nachricht für den Sport.

"AS": Blatter bezwingt Ali im zweiten Durchgang. Er wird seinen Titel nun gegen das FBI verteidigen. Blatter will das Image der FIFA wiederherstellen, aber das Schlimmste steht noch bevor. Es ist ein Ambiente von Korrupten. Der Korruptionsschatten hängt jetzt auch über der WM 2002, als Spanien auf skandalöse Weise mit unerklärlichen Entscheidungen des agÿptischen Schiedsrichters Al-Ghandour gegen Südkorea im Viertelfinale rausflog.

"Marca": Es ändert sich nichts bei der FIFA. Es bleibt alles beim Alten. Jetzt reicht's, Mensch! Blatter muss endlich ausquartiert werden! Es hat sich wieder mal gezeigt, dass die FIFA in einer Seifenblase lebt! In anderen Sportarten wird bei Korruptionsvorwürfen recht schnell gehandelt, hier zieht sich alles hin. Blatter wird wiedergewählt als sei praktisch Nichts geschehen. Sollten die WM-Ausrichterländer neu gewählt werden, dann tut es auch wirklich!

NIEDERLANDE

"De Volkskrant": Europas Alptraum wird wahr. Dem Fußball stehen schwere Zeiten bevor. So sieht es jedenfalls jetzt aus. Die Frage ist unter anderem, was kommt noch mehr aus den Untersuchungen nach Korruption heraus? (...) Dennoch ist ein Austritt eine schlechte Idee. Europa sollte lieber versuchen, die Opposition gegen Blatter anständig zu organisieren und ihn auf reguläre Weise vom Thron zu stoßen.

"De Telegraaf": Die 209 Fußballländer sprachen dem 79-jährigen Schweizer ihr Vertrauen aus und sind nicht offen für Veränderung und mehr Transparenz. Sie bleiben lieber auf einem holprigen Weg voller Skandale. Damit bekommen sie mit Blatter den Führer, den sie verdienen. ... Beim Start von Blatters fünfter Amtsperiode befindet sich die FIFA mit allen Skandalen um die Organisation auf dem absoluten Tiefpunkt ihrer 111-jährigen Geschichte.

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