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FIFA: Sepp Blatter droht Platini

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Drohung gegen Platini  

Sepp Blatter: "Ich verzeihe, aber vergesse nicht"

30.05.2015, 13:42 Uhr | sid

FIFA: Sepp Blatter droht Platini. Sie strahlen, doch sie werden keine Freunde mehr: Michel Platini (li.) gratuliert Sepp Blatter zur Wiederwahl.  (Quelle: AP/dpa)

Sie strahlen, doch sie werden keine Freunde mehr: Michel Platini (li.) gratuliert Sepp Blatter zur Wiederwahl. (Quelle: AP/dpa)

Europa muss sich nach der Wiederwahl von FIFA-Boss Sepp Blatter auf schwere Zeiten im kriselnden Weltverband einstellen. Der für eine fünfte Amtszeit gewählte Verbandschef warf seinen europäischen Widersachern im Schweizer Fernsehen "Hass" gegen seine Person vor und drohte seinem französischen Amtskollegen Michel Platini von der UEFA unverhohlen einen Gegenschlag für die öffentliche Forderung nach Blatters Rücktritt vor dem Kongress an: "Ich verzeihe jedem, aber ich vergesse nicht."

Bereits kurz nach seiner Bestätigung im Amt hatte Blatter vor den Delegierten der 209 FIFA-Mitgliedsverbände Verschiebungen im Machtgefüge des Weltverbandes zu Lasten Europas angedeutet.

UEFA favorisierte den Herausforderer

Aktueller Hintergrund von Blatters Verärgerung ist Europas Kritik an seiner Wiederwahl. Die UEFA und Vertreter einzelner Mitgliedsverbände wie Präsident Wolfgang Niersbach vom DFB hatten sich nach den Verhaftungen von zwei FIFA-Vizepräsidenten und mehreren weiteren Topfunktionären wegen Korruption im Zusammenhang mit Fußball-Geschäften eindeutig gegen eine weitere Amtszeit von Blatter ausgesprochen. Die UEFA hatte bereits vor den Ereignissen in Zürich mehrheitlich Blatters jordanischen Herausforderer Prinz Ali bin Al Hussein unterstützt.

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Den Widerstand gegen seine Person aus Europas wertete Blatter als Revanche für die Niederlage des früheren UEFA-Chefs Lennart Johansson Schweden bei der Wahl des FIFA-Präsidenten 1998 in Paris. "Sie können nicht verstehen, dass ich damals Präsident geworden bin." Hartnäckigen Gerüchten zufolge sollen vor Blatters damaliger Wahl zum Nachfolger des Brasilianers Joao Havelange Schmiergelder an Wahlmänner geflossen sein.

Vorwürfe gegen US-Justiz

Bei der vorherigen Sitzung des Exekutivkomitees sollen gleichwohl auch sachliche Töne geherrscht haben: "Ein UEFA-Vertreter", berichtete Blatter, "hat gesprochen und sagte: Wir müssen uns zusammenraufen, die UEFA gehört zur FIFA. Die UEFA braucht die FIFA - und die FIFA braucht die UEFA."

Blatter bemühte sich in dem TV-Interview auch um eine Diskreditierung der US-Justiz. Die Festnahmen von Zürich brachte Blatter mit der Niederlage der USA in der Bewerbung um die WM-Endrunde 2022 gegen Katar und mit der allgemeinen Unterstützung der Supermacht für Prinz Alis Heimatland Jordanien in Zusammenhang.

Platini kann Frankreichs Verbandsboss nicht überzeugen

Frankreichs Verbandsboss hat derweil UEFA-Chef Platini brüskiert und sich für dessen Erzfeind entschieden. "Ich habe für Blatter gestimmt. Zwischen ihm und Prinz Ali war es für mich die bessere Wahl", sagte Frankreichs Verbandspräsident Noël Le Graët.

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Vor dem Kongress hatte Platini den Schweizer nochmals in einem Vier-Augen-Gespräch zum Rückzug aufgefordert. Innerhalb der UEFA hatte er auf 45 bis 46 der 53 Stimmen für Al-Hussein gehofft. Seinen eigenen nationalen Verband, für den er mitverantwortlich die WM 1998 organisiert und als großer Star 72 Länderspiele bestritten hatte, konnte er aber nicht vom Anti-Blatter-Kurs überzeugen.

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