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Nach Rücktritt von Sepp Blatter: Der Fußball-Herrscher ist am Ende

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Blatters Rücktritt  

Der Herrscher über die Fußball-Welt ist am Ende

02.06.2015, 20:56 Uhr | sid

Nach Rücktritt von Sepp Blatter: Der Fußball-Herrscher ist am Ende. Joseph Blatter zieht sich von der Spitze des Fußballweltverbandes zurück: "Weil ich die FIFA und den Fußball liebe." (Quelle: AP/dpa)

Joseph Blatter zieht sich von der Spitze des Fußballweltverbandes zurück: "Weil ich die FIFA und den Fußball liebe." (Quelle: AP/dpa)

Eine Ära im Fußball-Weltverband FIFA ist vorbei. Jahrzehntelang hat Joseph S. Blatter allen Skandalen getrotzt, ist immer wieder als Sieger aufgestanden und war der ewige König des Weltfußballs - doch nun ist Schluss. Die persönlichen Angriffe und die Korruptionsermittlungen waren zu viel.

"Weil ich die FIFA und den Fußball liebe", sagte der 79-jährige Schweizer. Nach 17 Jahren als Präsident und noch mehr als hochrangiger Funktionär kam auf einmal die Einsicht über ihn - viele sagen endlich, genauso viele werden trauern.

Erst vor wenigen Tagen wiedergewählt

"Let's go FIFA, let's go FIFA", rief Blatter erst am Freitag nach seiner erneuten Wiederwahl ins Mikrofon. Beim FIFA-Kongress in Zürich hatte er viele Freunde. Weit mehr als die absolute Mehrheit der 209 Verbände hatte ihm das Vertrauen ausgesprochen, nach der Wahl gab es warmen Applaus. Im dunklen Sakko mit goldenem FIFA-Schriftzug thronte der Präsident im Machtzentrum des Weltfußballs, als wäre nichts geschehen. Krise? Welche Krise?

Ganze 96 Stunden später war alles nur noch Makulatur. Kein Lächeln, kein Optimismus, keine Dynamik: Die Gewissheit, dass ein anderer sein Lebenswerk fortsetzen wird, setzte Blatter sichtlich zu. Dabei hatte er angekündigt, sein Amt in vier Jahren abzugeben. Am Ende seiner fünften Amtszeit wollte er eine starke FIFA übergeben, die "den Sturm hinter sich hat".

Das FIFA-Glaubensbekenntnis hält nicht lange

Das System Blatter - in der FIFA lief es seit vielen Jahren wie geschmiert. Der mächtige Strippenzieher aus dem Wallis war ein Stehaufmännchen, das scheinbar keine noch so große Krise umhauen konnte. Bis Dienstag. Die Festnahmen von sieben FIFA-Funktionären am vergangenen Mittwoch, die weitreichenden Ermittlungen der Justizbehörden und immer lauter werdende Rücktrittsforderungen perlten am allmächtigen Verbandsboss ab.

Seine Devise, die immer lauter werdenden Gegenstimmen durch Schweigen und Ignoranz verstummen zu lassen, funktionierte dieses Mal nicht.

Blatter hatte am vergangenen Mittwoch nicht den Mut gehabt, nach der Weltnachricht der Verhaftungen selbst vor die Presse zu treten. Blatter wackelte, er rang um Fassung, aber er fiel noch nicht.

UMFRAGE
FIFA-Präsident Sepp Blatter ist zurückgetreten. Glauben Sie, dass sich beim Weltverband dadurch etwas ändern wird?

Sein Mediendirektor Walter De Gregorio verbreitete deshalb das offizielle FIFA-Glaubensbekenntnis: Alles ist gut, der Weltverband der Geschädigte - und, am Allerwichtigsten: Sepp Blatter ist nicht Gegenstand der Untersuchungen.

An Herrn Teflon bleibt doch was hängen

Erst die Ermittlungen der FIFA-Ethikkomission gegen hochrangige Funktionäre in aller Welt und die jüngsten Anschuldigungen gegen seinen engsten Vertrauten, den französischen FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke, brachten Blatter ins Wanken. Hundert Prozent Teflon? Das war einmal.

Paukenschlag in Zürich 
Joseph Blatter tritt als FIFA-Präsident zurück

Das nächste FIFA-Beben – und diesmal ist das schier Unmögliche eingetreten. Video

Persönliche Konsequenzen oder gar ein Rücktritt schienen für Joseph S. Blatter ausgeschlossen. Bis Dienstag. Dann trat der Herrscher des zerfallenen Reichs zurück.

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