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FIFA: Das FBI ermittelt offenbar auch gegen Sepp Blatter

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Rücktritt des FIFA-Chefs  

Medien: Das FBI ermittelt auch gegen Blatter

02.06.2015, 23:23 Uhr | dpa

FIFA: Das FBI ermittelt offenbar auch gegen Sepp Blatter. Nun auch selbst im Fokus der Ermittler? FIFA-Präsident Joseph Blatter. (Quelle: dpa)

Nun auch selbst im Fokus der Ermittler? FIFA-Präsident Joseph Blatter. (Quelle: dpa)

Die Ära Joseph Blatter ist vorbei. Nur vier Tage nach seiner Wiederwahl für eine fünfte Amtszeit kündigte der umstrittene Schweizer überraschend seinen Rückzug als FIFA-Präsident an. Nach 17 Jahren an der Spitze formulierte Blatter Worte, die selbst im Sumpf der andauernden Korruptionsvorwürfe an seinen Weltverband niemand erwartet hätte: "Ich habe entschieden, mein Mandat bei einem außerordentlich Kongress niederzulegen."

Blatters Ankündigung könnte darin begründet liegen, dass er inzwischen selbst im Fokus der Behörden steht. Der amerikanische Sender ABC berichtete am Abend, dass das FBI und die US-Staatsanwaltschaft auch gegen ihn ermitteln würden. Quelle sei jemand, der mit dem Fall vertraut sei, hieß es. Die "New York Times" schrieb mit Verweis auf offizielle Quellen, dass Blatter im Fokus der Ermittler war.

Einzelheiten, was die Ermittlungen ergeben haben oder ob sie andauern, wurden nicht bekannt. Das FBI weigerte sich die Berichte zu kommentieren und wollte die Ermittlungen nicht bestätigen.

US-Regierung weist Interesse zurück

Erst am vergangenen Freitag war Blatter als Präsident des Weltfußballverbandes wiedergewählt worden. Nun die plötzliche Kehrwende: "Ich habe ernsthaft über meine Präsidentschaft nachgedacht und über die vierzig Jahre, in denen mein Leben untrennbar mit der FIFA und diesem großartigen Sport verbunden gewesen ist", sagte Blatter.

Die US-Regierung hatte zuvor abgestritten, Blatter aus dem Amt gedrängt zu haben. "Die Vereinigten Staaten haben keine Position zu der Frage, wer der Präsident der FIFA ist", sagte Marie Harf, Sprecherin im US-Außenministerium.

Bis zur Neuwahl weiter im Amt

Blatters Nachfolger als FIFA-Präsident soll voraussichtlich bei einem Sonderkongress des Weltverbands zwischen Dezember 2015 und März 2016 gewählt werden, kündigte Domenico Scala, Chef der FIFA-Compliance-Kommission, an. Den Statuten des Weltverbands zufolge seien mindestens vier Monate zur Vorbereitung eines Wahlkongresses notwendig. Der nächste reguläre FIFA-Kongress ist erst für den 12. und 13. Mai 2016 in Mexiko-Stadt vorgesehen. "Dies wurde eine unnötige Verzögerung bedeuten", sagte Blatter.

Bis zu der außerordentlichen Zusammenkunft der FIFA wird Blatter sein Amt noch ausüben. Zusammen mit Scala will Blatter in den noch verbleibenden Monaten an der Spitze grundlegende Veränderungen durchführen. Nach den nicht enden wollenden Korruptionsvorwürfen, die am Dienstag auch noch Blatters Generalsekretär Jérôme Valcke erreichten, kündigte Blatter eine "tief verwurzelte strukturelle Veränderung" an.

Plötzlich wie ein geschlagener Mann

"Im Exekutivkomitee sind Vertreter von Verbänden, über die wir keine Kontrolle ausüben, aber für deren Handlungen die FIFA verantwortlich gemacht wird", sagte Blatter, der das Exko, dem auch DFB-Präsident Niersbach angehört, plötzlich verkleinern will. Noch kurz nach seiner Wiederwahl am Freitag hatte er eine Vergrößerung des Gremiums angekündigt. Die Mitglieder sollten nun zudem durch den FIFA-Kongress gewählt werden und nicht durch Entsendung der Kontinentalverbände ihren Platz bekommen. Dadurch erhofft man sich offensichtlich mehr Kontrolle.

Blatter wirkte relativ gefasst, als er seine Worte in französischer Sprache vortrug. Vom Kampfgeist und seiner vermeintlichen Aufbruchstimmung wie noch bei seiner Wiederwahl war aber nichts mehr zu spüren. Zuversichtlich wollte er ungeachtet der Festnahmen und Anklagen gegen hochrangige Funktionäre am Freitag noch weitermachen und giftete einen Tag nach seiner Wahl noch gegen Platini. An diesem denkwürdigen 2. Juni 2015 wirkte Blatter aber auch ein bisschen wie ein geschlagener Mann.

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Kein Beschuldigter bei Ermittlungen der Schweizer

Der Skandal um Schmiergelder, Korruption und Geldwäsche, bei dem in der Kongresswoche sieben hochrangige FIFA-Mitglieder festgenommen wurden und gegen insgesamt 14 von den US-Behörden ermittelt wird, war letztlich aber zu viel. Hinzu kommen die WM-Vergaben an Russland 2018 und Katar 2022 - hier ermittelt die Schweizer Justiz.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft betonte jedoch diesbezüglich: "Das Verfahren der Bundesanwaltschaft wurde wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie des Verdachts der Geldwäscherei gegen unbekannt eröffnet", hieß es in der Mitteilung. Blatter sei kein Beschuldigter. Sein angekündigter Rücktritt habe keinen Einfluss auf das Strafverfahren.

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