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FIFA-Skandal: Blatter-Rücktritt sorgt für weltweite Begeisterung

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FIFA-Boss mit Kurzschlussreaktion?  

Blatter-Rücktritt sorgt für weltweite Begeisterung

03.06.2015, 13:50 Uhr | sid, dpa

FIFA-Skandal: Blatter-Rücktritt sorgt für weltweite Begeisterung. Sein schwerster Gang: FIFA-Boss Sepp Blatter bei seinem angekündigten Rücktritt. (Quelle: ddp-images)

Sein schwerster Gang: FIFA-Boss Sepp Blatter bei seinem angekündigten Rücktritt. (Quelle: ddp-images)

Die Rücktrittsankündigung von FIFA-Präsident Sepp Blatter hat in der Fußball-Welt und sogar der hohen Politik förmlich einen Stoßseufzer der Erleichterung ausgelöst. Doch die Motive für den plötzlichen freiwilligen Abschied des kritisierten Dauerregenten im skandalumtosten Weltverband scheinen trotz des zehn Absätze langen Statements des 79-Jährigen weiter nicht einwandfrei geklärt.

Berichte der Zeitung "New York Times" und des amerikanischen TV-Senders ABC legen den Schluss nahe, dass Blatter nur auf juristischen Druck - und eventuell sogar in einer Kurzschlussreaktion - agiert haben könnte. Das FBI soll bereits gegen ihn ermittelt haben, was die US-Behörde aber nicht bestätigen wollte.

Unangenehme Nachrichten aus Amerika

Die "New York Times" berief sich in ihrem Bericht auf Informationen aus den Ermittlerkreisen. Die Zeitung hatte in der Vorwoche die Verhaftungen von führenden Fußball-Funktionären als erste publik gemacht und den Anstoß zur neuen Eskalationsstufe der massiven FIFA-Glaubwürdigkeitskrise kurz vor Blatters dennoch geglückter Wiederwahl gegeben.

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Auch ABC beruft sich auf Personen, die mit dem Fall vertraut seien. Einzelheiten, was die Ermittlungen ergeben haben oder ob sie andauern, wurden nicht bekannt. Das FBI weigerte sich die Berichte zu kommentieren. Doch sogar aus dem Blatter-Umfeld kommen Andeutungen. Die amerikanische Nachrichtenagentur AP zitierte dessen langjährigen Freund, Walter Gagg: "Ich hatte ein sehr gutes Treffen mit ihm heute früh. Dann kamen die anderen Informationen aus den USA mit diesem und jenem." Ein weiteres Indiz für unangenehme Nachrichten aus Amerika für Blatter.

"Das Beste, was uns passieren konnte"

Die Demission sorgte in der Fußballwelt jedenfalls für große Begeisterung. "Die FIFA braucht eine frische Führung, der Rücktritt des Präsidenten ist der erste Schritt", teilte beispielsweise der australische Verband mit. "Wir glauben, dass dies die richtige Entscheidung ist, um den Ruf der FIFA wieder herzustellen", sagte der neuseeländische Verbandspräsident Andy Martin.

"Das ist das Beste, was uns passieren konnte", äußerte sich Panamas Verbandschef Pedro Chaluja: "Wir müssen Transparenz schaffen und Kontrollorgane einrichten, die sicherstellen, dass die Entscheidungen der Konföderationen und der FIFA dem Sport nützen und nicht Einzelinteressen", schrieb der mexikanische Verband in einer Stellungnahme.

Widersprüchlich äußerte sich hingegen Brasiliens Legende Pele. Was die FIFA brauche, seien "ehrliche Menschen", sagte der dreifache Weltmeister der BBC. Erst am Sonntag hatte er die Wiederwahl Blatters noch als "perfekt" bezeichnet. An der FIFA-Spitze brauche es Menschen mit Erfahrung, hatte Pele damals gesagt.

DFB-Boss Niersbach: "Überfällige Entscheidung"

Im deutschen Fußball gibt es über die Notwendigkeit eines Neuanfangs keine zwei Meinungen. "Dies ist ein guter Tag für den Weltfußball", sagte Ligapräsident Reinhard Rauball. DFB-Boss Wolfgang Niersbach, der als Exko-Mitglied nun nicht mehr in der Bredouille steckt, unter Blatter dem Gremium gar nicht angehören zu wollen, sagte: "Das ist die Entscheidung, die absolut richtig ist, die überfällig ist." Sogar Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte sich erleichtert: "Ich habe gesagt, es ist ein Neuanfang notwendig, wenn der Fußball und die Fußballbegeisterung überleben sollen." (Lesen Sie hier weitere Reaktionen zum angekündigten Rücktritt von Sepp Blatter)

Tochter als treibende Kraft?

Blatter selbst hatte seinen Rückzug so begründet: "Meine tiefe Fürsorge für die FIFA und ihre Interessen, die mir sehr am Herzen liegen, haben mich zu dieser Entscheidung bewegt." Seine Tochter Corinne gab sich beim britischen Sender BBC als treibende Kraft für die Meinungsänderung aus - als Selbstschutz für ihren Vater.

Welche Rolle spielt der Schweizer? 
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Der gerade erst im Amt bestätigte FIFA-Präsident war am Dienstag überraschend zurückgetreten. Video

Erbe voller Konfliktpotenzial

Im skandalgeplagten Fußball-Weltverband beginnt am Tag nach dem sensationellen Schritt die keineswegs leichte Weichenstellung für die Zukunft. Ohne Blatter steht die FIFA vor einer Zäsur, die der scheidende Chef selbst noch einmal dramatisierte. Mit einem Vorschlagskatalog für Reformen, die er selbst in 17 Jahren Regentschaft entweder nicht anfasste oder nicht durchsetzte, hinterlässt Blatter seinem Nachfolger innerhalb der FIFA-Strukturen ein ungeheuer schweres Erbe voller Konfliktpotenzial.

Ein kleineres Exekutivkomitee (Exko), statt eines größeren, wie es Blatter noch am Wochenende wollte. Eine Wahl der Exko-Mitglieder durch den Kongress, statt durch die Konföderationen. Ein ethischer Eignungstest der Kandidaten durch die FIFA statt durch die Kontinentalverbände. Und zu guter Letzt: Eine Amtszeitbeschränkung für Exko-Mitglieder und den Präsidenten. Nie wieder würde ein FIFA-Präsident mit der Macht regieren können, wie es Blatter tat.

Platini? Prinz Ali bin al-Hussein?

Die Spekulationen, wer dieses Erbe antreten könnte, waren sofort im Gange. Michel Platini, Langzeitrivale der vergangenen Monate ist ebenso reflexartig dabei wie der von Blatter besiegte Prinz Ali bin al-Hussein, der schon seine erneute Bewerbung in Erwägung zog. Der kurz vor der Wahl nicht angetretene Michael van Praag hält sich zunächst alles offen.

Weiterer potenzieller Kandidat wären Ahmad al Fahad al Sabah aus Kuwait - ein mit allen Machtmitteln ausgerüsteter Funktionär, der auch IOC-Präsident Thomas Bach ins Amt half. Gewählt werden soll der neuen FIFA-Boss bei einem außerordentlichen Kongress, offenbar nicht vor Dezember.

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