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RB Leipzig: "Ralf Rangnick ist der Stratege des Vereins"

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Leipzig-Experte Guido Schäfer  

"Ralf Rangnick ist der Stratege des ganzen Vereins"

07.07.2015, 07:29 Uhr | t-online.de

RB Leipzig: "Ralf Rangnick ist der Stratege des Vereins". Ralf Rangnick steht seit Beginn dieser Saison wieder auf dem Trainingsplatz. (Quelle: imago/Picture Point LE)

Ralf Rangnick steht seit Beginn dieser Saison wieder auf dem Trainingsplatz. (Quelle: Picture Point LE/imago)

Guido Schäfer berichtet für die "Leipziger Volkszeitung" seit Jahren über RB Leipzig. Auch für den "kicker" schrieb er schon über den "Brause-Klub". Der 50-Jährige spielte früher selbst aktiv Fußball, so lief er in 177 Zweitligaspielen (8 Tore) für den FSV Mainz 05 auf.

Im Gespräch mit t-online.de spricht Schäfer über die Ressentiments gegenüber RB Leipzig, über die Ambitionen des Klubs und über die Doppelrolle von Ralf Rangnick.

t-online.de: Herr Schäfer, bundesweit gibt es immer noch große Vorbehalte gegenüber RB Leipzig. Wie wird der Klub in der Region Leipzig wahrgenommen?
Guido Schäfer: RB Leipzig hat diesen "Krieg" zumindest in Leipzig und Umgebung längst gewonnen. Bis auf einige wenige Fans von Lok Leipzig und Chemie Leipzig wird der Klub hier sehr gut angenommen. Außerhalb von Leipzig ist der Klub meist ein Hassobjekt, mal stärker, mal weniger stark.

UMFRAGE
Kann RB Leipzig in den nächsten Jahren zum FC Bayern und Co. aufschließen?

Wie reagieren die Verantwortlichen und Spieler auf die Anfeindungen?
Es bleibt ihnen nichts anderes übrig als damit umzugehen. Ich habe mit Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick schon einige Male gesprochen. Er sagte mir, dass es zu seiner Anfangszeit in Hoffenheim eine ähnliche Ablehnung seitens anderer Fans gegeben hat. Diese Wahrnehmung hat sich gewandelt als seine Mannschaft erfrischenden und tollen Fußball gespielt hat und an die Spitze der Bundesliga gestürmt ist. Auf eine ähnliche Entwicklung hoffen hier auch alle. Darüber hinaus ist man in Leipzig bestrebt, so wenig Angriffsfläche zu bieten wie möglich.

Sind die scheinbar unbegrenzten Mittel der Hauptgrund für diese Aversion?
Dass RB Geld hat, hat sich natürlich herumgesprochen. Was viele aber nicht sehen wollen, ist, dass es auch zielführend eingesetzt wird. Rangnick weist immer wieder darauf hin, dass er Hoffenheim mit vielen Einkäufen aus der 3. Liga in die Bundesliga geführt hat, am Ende seiner Zeit aber ein Transferüberschuss stand. Das wird hier ähnlich aussehen, Rangnick will Transferwerte schaffen.

An wen denken Sie da?
Davie Selke zum Beispiel. Ein junger, hochveranlagter Stürmer. Den haben sie für acht Millionen Euro aus Bremen geholt. Ich kann mir vorstellen, dass Rangnick ihn entwickelt und er in ein paar Jahren für 25 Millionen Euro verkauft wird. Und er ist nur einer von vielen.

Trotzdem bleibt die bundesweite Ablehnung.
Dieser Hass hat viel mit Missgunst und Neid zu tun. Und mit Unwissenheit. Viele sehen nur den Konzern Red Bull und seinen Besitzer Dietrich Mateschitz. Die Investitionen hier sind allerdings nachhaltig angelegt, Infrastruktur, Nachwuchsarbeit – alles top. Wenn man Red Bull und die vermeintlich allgegenwärtige Dose mal außen vor lässt, ist das hier ein ganz normaler Klub. Und die Dose sieht man bei weitem nicht bei jedem Heimspiel. Es ist nicht so, dass alle Zuschauer hier Red Bull trinken.

Bleibt der Vorwurf, dass RB Leipzig nur ein Marketing-Vehikel ist.
Ich glaube, Mateschitz jucken die Millionen, die es kostet, nicht wirklich. Er hat einfach Spaß am Fußball. Dazu kommt, dass Rangnick vormacht, dass es auch ohne Millionen-Defizit geht und dass man auch eine schwarze Null schreiben oder sogar mit Gewinn aus der Saison rausgehen kann. Das kannte Mateschitz vielleicht gar nicht, nachdem zum Beispiel in Salzburg jahrelang Geld verbrannt worden ist. Er ist ja auch ein Spielertyp, von daher wird ihm das gefallen. Auch wenn er steinreich ist und die paar Millionen in seinem Imperium sicher gar nicht spürt.

Wie bewerten Sie die Investitionen in Infrastruktur und Nachwuchsarbeit?
Bevor RB gestartet ist, wurde die Nachhaltigkeit von Einigen in Zweifel gezogen. Doch man muss sich nur das riesengroße Nachwuchsleistungszentrum anschauen – da sieht man, dass Mateschitz gekommen ist, um zu bleiben. Das ist ganz klar ein nachhaltiges Projekt hier und kein Marketing-Gag. Wenn Mateschitz der Stadt und der Region so viel Gutes tut, juckt es hier keinen, ob Red Bull ein paar Millionen Getränkedosen mehr verkauft.

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Ist Ralf Rangnick, der in der kommenden Saison in Personalunion Trainer und Sportdirektor ist,  der entscheidende Mann?
Ja, er hat ja bereits hinreichend bewiesen, dass er ein absoluter Fachmann ist. Er hat mir erzählt, dass er bei Schalke, wo er wegen seines Burn-Outs aufhören musste, ein absoluter Kontrollfreak war, der Tag und Nacht nur an Fußball gedacht hat. Ich bin mal gespannt, ob er das hier gesünder für sich regeln kann. Wobei ich zum Trainingsstart jetzt eine absolute Begeisterung bei ihm feststellen konnte, wieder auf dem Trainingsplatz zu stehen. Er hat sich gefreut wie ein kleiner Junge.

Kann Rangnick beide Rollen vollwertig ausfüllen?
Ich glaube, das läuft auf so eine Teamchef-Nummer hinaus. Rangnick hat seine Assistenten und seinen Stab, die auch mal ein Training leiten, wenn er in seiner Funktion als Sportdirektor unterwegs ist. Ich bin gespannt, ob er einen gesunden Mittelweg findet. Aktuell macht er einen absolut positiven Eindruck. Man merkt: Er ist heiß.

Mateschitz hat als Ziel ausgegeben, in fünf Jahren zur Spitze in Deutschland zu gehören. Ist das aus Ihrer Sicht realistisch?
Ich glaube, dass wird gar nicht mehr so lange dauern. Wegen Rangnick. Er ist der Vordenker und der Stratege des ganzen Vereins. Er lag nicht mit jeder Entscheidung richtig, aber mit den meisten, und hat auf allen Positionen hier im Verein Top-Leute geholt. Das ist schon beeindruckend, was er hier geschaffen hat.

Ist es nicht auch gefährlich, wenn eine Person so wichtig ist für den Erfolg des ganzen Vereins?
Schon, wenn Rangnick hier eines Tages weg ist, sehe ich eine Gefahr für das ganze Konstrukt. Zumindest in den nächsten Jahren. Wenn er bleibt, gehört RB Leipzig in drei Jahren zur deutschen Spitze.

Das Interview führte Johann Schicklinski

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