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Fußball und Kommerz: "Im TV sendet man sich gerade tot"

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Debatte "Fußball und Kommerz"  

"Fußball bewegt sich auf das Spannungs-Niveau der Formel 1 zu"

15.07.2015, 20:00 Uhr | t-online.de

Fußball und Kommerz: "Im TV sendet man sich gerade tot". Bayern-Star Robert Lewandowski bei einer Marketing-Reise in New York: Jeder Moment wird festgehalten. (Quelle: imago)

Bayern-Star Robert Lewandowski bei einer Marketing-Reise in New York: Jeder Moment wird festgehalten. (Quelle: imago)

Das Thema "Fußball und Kommerz" haben wir in den letzten zehn Tagen ausführlich beleuchtet. Es ging um Merchandising und Marketing, den Einfluss von Investoren, Probleme der sogenannten "Traditionsklubs", die steigenden TV-Gebühren und die Situation des Amateurfußballs in Deutschland. Zum Abschluss debattierten wir mit Ihnen, unseren Lesern, über die Entwicklung in Deutschland: "Kommerzialisiert sich der Fußball zu Tode?", haben wir Sie gefragt. Es war eine intensive Diskussion.

"Eigentlich müsste es heißen: Der Fußball kommerzialisiert die anderen Ballsportarten zu Tode", schrieb uns Leser "Flaps". "Immer mehr Sponsoren, immer mehr Geld, immer mehr Fernsehen nur für Fußball und es bleibt immer weniger für die anderen Sportarten. Dort sind die wahren Probleme: fehlende Mittel, Förderung und damit weniger Nachwuchs."

Dies steht stellvertretend für die Mehrheit derjenigen, die sich an der Debatte beteiligten. Tennis läuft kaum noch im frei empfangbaren TV, Hockey, Wasserball, Basketball oder Tischtennis kann die deutsche Bevölkerung ebenfalls selten sehen. Wie können Kinder so für andere Sportarten begeistert werden?

"Der Fußball sendet sich gerade tot"

Und so sind viele Leser gelangweilt vom Bohei um den Profifußball. "Der Fußball sendet sich gerade tot und bewegt sich auf das Spannungs-Niveau der Formel 1 zu", schrieb uns "Aroi" in Anspielung auf die vielbeschworene Eintönigkeit des Motorsports.

Was kann der DFB tun?

In der Tat: Der Sommer 2015 ist ein Sommer ohne WM oder EM, und dennoch rollte fast täglich das Leder im Fernsehen - bei der U21-EM, der WM der Frauen, davor sogar noch der U17-EM. Es zeigte sich in der Debatte deutlich, dass bei unseren Lesern die Omnipräsenz des Fußballs in der deutschen Gesellschaft durchaus kritisch wahrgenommen wird.

Klar, die alte Floskel "Geld regiert die Welt" gilt auch im Fußball. Dort vielleicht noch viel mehr als in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens. Da sind sich die Debattierenden einig. Doch könnte da beispielsweise nicht der DFB mit gutem Beispiel vorangehen?

"Wenn Leute 100 Euro für den Kick gegen die USA bezahlen, dann wird es auch weiterhin Tickets zu diesem Preis geben", gibt ein Leser zu bedenken. Dennoch: "Dem DFB würde es gut zu Gesicht stehen, wenn er für solch ein Spiel vergünstigte Tickets anbieten würde oder Kinder keinen Eintritt bezahlen müssten." Für das Testspiel, in dessen Rahmen der neue Marketingname "Die Mannschaft" vorgestellt wurde, mussten die Fans zwischen 45 und 100 Euro bezahlen. Dafür gab es eine Sponsorenshow statt Klassefußball, das Stadion in Köln war längst nicht ausverkauft.

"Wir Fans haben es doch selbst in der Hand"

Doch was ist die Lösung? In dieser Frage sind sich die meisten schließlich doch ihrer eigenen Schuld bewusst. "Wir Fans haben es doch selbst in der Hand. Gehen wir in die überteuerten Stadien und kaufen die unverschämt teuren Fanartikel, geben wir der ganzen Kommerzialisierung ja nur recht", schrieb "Birkmen" und ergänzte. "Zeigen wir aber die kalte Schulter, wie schon in der Formel 1 zu sehen, werden sich die Herren doch mal überlegen, für wen der Sport eigentlich ist. Für die oberen Zehntausend oder die breite Masse?"

Alles auf einen Blick 
Themenwoche "Fußball und Kommerz"

Interviews, Analysen, Kommentare, Foto-Shows und ein interaktiver Zeitstrahl. mehr

FIFA-Skandal und WM-Proteste in Brasilien

Nicht zuletzt zeugt die Wut auf die Machenschaften der FIFA davon, dass viele Fans weltweit übersättigt sind vom grellem Sponsorenspektakel rund um den Fußball. Dass Gastgeberländer immense Kosten und Verpflichtungen auf sich nehmen, sorgt schon seit Jahren für Kritik. Vor der Weltmeisterschaft in Brasilien kam es sogar zu Straßenschlachten im Zuge heftiger Anti-WM-Proteste.

Unternehmen nutzen Fußballbegeisterung für sich

Ob jedoch aktuell schon ein Umdenken stattfindet, erscheint äußerst fraglich. "In Europa ist es der Fußball, in den USA Football bzw. Basketball", bilanziert Leser "Rainer": "Die Zeiten haben sich leider dahingehend geändert. Unsere Leidenschaft Fußball hat einfach mit Emotionen zu tun und das wird natürlich von jedem Unternehmen genutzt, um selber mehr Umsatz generieren zu können."

Der Ausweg Amateurfußball

Bis dahin, so das Fazit vieler Leser und auch unseres, hilft der Blick in die eigene Nachbarschaft, zum ehrlichen, preiswerten Sport als attraktiver Alternative. Leser "Andi" fand beispielsweise sein Heil im Amateurfußball: "Ich habe mich in einem kleinen Verein am Ort angemeldet und bin da aktiv." Sein SKY-Abo hat er gekündigt, stattdessen ist er nun draußen auf dem Platz. "Deswegen weiß ich meine Freizeit sicher nicht schlechter zu nutzen als früher." Dem können wir nichts mehr hinzuzufügen.

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