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Blatter setzt sich durch: Wahl des FIFA-Präsidenten erst 2016

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Blatter setzt sich durch  

Neuwahl des FIFA-Präsidenten findet erst 2016 statt

20.07.2015, 16:09 Uhr | sid

Blatter setzt sich durch: Wahl des FIFA-Präsidenten erst 2016. Der Fußball-Weltverband FIFA hat den Termin für die Präsidentenwahl festgelegt. (Quelle: dpa)

Der Fußball-Weltverband FIFA hat den Termin für die Präsidentenwahl festgelegt. (Quelle: dpa)

"Schöne" Bescherung für den Fußball: Sepp Blatter wird Weihnachten als Boss des taumelnden Weltverbandes FIFA feiern, die Präsidenten-Neuwahl geht gegen den Willen der Europäer um DFB-Präsident Wolfgang Niersbach erst am 26. Februar 2016 über die Bühne.

Eine erneute Kandidatur als Chef des Weltverbandes schloss der scheidende FIFA-Präsident aus. "Am 26. Februar wird die FIFA einen neuen Präsidenten haben", sagte der 79 Jahre alte Schweizer bei einem außerordentlichen Wahlkongress in Zürich und widersprach damit jüngsten Spekulationen und Gerüchten.

"Ich denke, ich werde zu meiner Arbeit, meinem Hobby zurückkehren, als Journalist. Dieses Mal wird es das Radio sein. Das Radio ist das populärste Medium, man kann 24 Stunden Radio hören. Es ist einfacher zu sprechen als zu schreiben", so Blatter weiter.

Terminwunsch von Niersbach geht nicht in Erfüllung

Die Einigung auf den Termin im Februar, den das Exekutivkomitee des tief in der Krise steckenden Verbandes beschloss, bedeutet einen Sieg für Blatter. Wer bei der Wahl antreten wird, bleibt offen - angeblich steht UEFA-Chef Michel Platini schon in den Startlöchern. "Das Exekutivkomitee hat beschlossen, dass die Wahlkampagne heute beginnt. Ich wünsche allen Kandidaten Erfolg, somit auch Michel Platini", gab sich Blatter diplomatisch.

Vor dem Treffen mit seinen Exko-Kollegen hatte Niersbach noch aufs Tempo gedrückt, um das Versteckspiel bei der Nachfolgesuche für den 79-jährigen Schweizer zu beenden. "Die Sitzung muss das klare Ziel haben, unter Beachtung der FIFA-Statuten einen möglichst schnellen Termin festzulegen", hatte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gesagt: "Ich erwarte eine Terminierung für den Dezember, noch vor Weihnachten." Seine Hoffnungen erfüllten sich nicht.

Noch hat sich kein Nachfolgekandidat positioniert

Ein Kandidat für das Erbe Blatters, der als Folge des Korruptionsskandals am 2. Juni seinen Rücktritt ankündigte, hat sich bislang nicht öffentlich positioniert. Derzeit wird vor allem ein Modell gehandelt: Platini folgt auf Blatter, Niersbach beerbt Platini bei der Europäischen Fußball-Union. Laut der Nachrichtenagentur AFP will Platini, der angeblich von vier der sechs Konföderationen unterstützt wird, in den kommenden beiden Wochen seine Entscheidung bekannt geben.

Dieser UEFA-Plan, der zuletzt von adidas-Vorstandsboss Herbert Hainer befürwortet wurde, stößt allerdings auf Kritik - vor allem, weil Platini durch Vorwürfe der Vetternwirtschaft schwer belastet ist. "Für einen wirklichen Neuanfang ist Platini sicher nicht der Richtige", hatte Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Bundestag-Sportausschusses, zuletzt gesagt.

"Es bedarf einer völligen Veränderung der Führungsstruktur"

Der frühere DFB-Boss Theo Zwanziger ist ohnehin der Ansicht, dass es mit der Wahl eines neuen Präsidenten nicht getan ist. "Es ist ein Irrglaube, dass eine Reform nur durch das Auswechseln von Personen zustande kommt", sagte das ehemalige Exko-Mitglied: "Es bedarf vielmehr einer völligen Veränderung der Führungsstruktur."

Bei der Suche nach einem Heilsbringer fällt dennoch immer wieder der Name Niersbach. Der DFB-Boss hatte zuletzt ein 10-Punkte-Programm für tiefgreifende Änderungen vorgelegt, wollte dieses aber ausdrücklich nicht als Wahlprogramm verstanden wissen.

Niersbach kritisiert Blatters Reformpläne

Für Reformen eingetreten war zuletzt ausgerechnet Blatter, der in seinen verbleibenden Monaten an der Spitze die Erneuerung selbst auf den Weg bringen will und sogar mit einem Verbleib im Amt kokettierte. Davon hält Niersbach nichts. "Die Einführung und Umsetzung eines umfassenden Reformpakets sehe ich beim neuen Präsidenten", sagte Niersbach: "Er könnte seine Ideen beispielsweise auf dem außerordentlichen Kongress als Ziel formulieren und sie auf dem ordentlichen Kongress im Mai 2016 in Mexiko zur Abstimmung stellen."

Als Konsequenz aus dem Skandal beriet das Exko unter anderem über Reformen beim Bewerbungsverfahren um die Ausrichtung künftiger WM-Turniere. So sollen Bewerber keine Projekte zur Förderung des Fußballs im Ausland mehr finanziell unterstützen dürfen. Außerdem liegt der Plan auf dem Tisch, wonach potenzielle WM-Gastgeber künftig die Standards der Vereinten Nationen (UN) bei Menschen- und Arbeitsrechten umsetzen müssen.

"Unabhängige Kommission" gefordert

Der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International (TI) und den Sponsoren reicht eine Erneuerung aus dem FIFA-Innern allerdings nicht aus. Sie fordern eine "unabhängige Kommission", um den Weltverband zu reformieren. Ziel müsse es sein, die FIFA von der "Kultur der Korruption" zu säubern.

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