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Losglück für Weltmeister: Bierhoff bringt leichte Gruppe

25.07.2015, 20:22 Uhr | dpa

Fußball - Losglück für Weltmeister: Bierhoff bringt leichte Gruppe. Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff zog als Losfee den deutschen Zettel.

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff zog als Losfee den deutschen Zettel. Foto: Marcus Brandt. (Quelle: dpa)

St. Petersburg (dpa) - Als Oliver Bierhoff persönlich die rote Kugel mit dem blauen Schildchen "Germany" aus dem Lostopf gefischt hatte, strahlte der Nationalmannschafts-Manager über das ganze Gesicht.

"Ich freue mich, dass wir nicht gegen Italien und Frankreich spielen", sagte Bierhoff nach der Auslosung der WM-Qualifikation für das Fußball-Turnier 2018 in Russland. "Eine interessante Gruppe mit guten Gegnern. Wir sind natürlich zufrieden mit der Auslosung", übermittelte Bundestrainer Joachim Löw aus der Heimat.

Titelverteidiger Deutschland ist eine mögliche Hammergruppe erspart geblieben. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw muss sich in der im September 2016 beginnenden Ausscheidungsrunde für das Turnier in Russland mit Tschechien, Nordirland, Norwegen, Aserbaidschan und San Marino auseinandersetzen - eher leichte Gegner. "Wenn man sieht, was alles hätte geschehen können, mit den Gruppen mit Holland und Frankreich, Italien und Spanien, dann können wir zufrieden sein. Es ist auch eine gute Gruppe mit überschaubaren Reisestrapazen", bemerkte Bierhoff zu der Konstellation in Gruppe C.

Kracherspiele gegen die beiden Ex-Champions wird es für den viermaligen Weltmeister Deutschland auf dem Weg nach Russland nicht geben. Die neun Gruppensieger sind direkt für die WM qualifiziert. Die acht besten Gruppenzweiten ermitteln in Playoffs die weiteren vier europäischen WM-Starter. "Oliver Bierhoff hatte sicherlich ein gutes Händchen. Es hätte auch viel schwerer kommen können. Aber: Alle Spiele müssen erst noch gespielt werden. Wir werden alle ernst nehmen", warnte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock.

Tschechien ist als 20. der Weltrangliste der wohl härteste Kontrahent für die DFB-Auswahl, die in der WM-Ausscheidung überhaupt erst zwei Spiele verloren hat. Nordirland steht auf Rang 37, Norwegen auf 67, Aserbaidschan auf 108 und San Marino nur auf 192 im FIFA-Ranking. Gegen alle Gegner hat sich Deutschland schon in früheren Qualifikationen für EM- oder WM-Turniere durchgesetzt. "Tschechien ist sicherlich die Mannschaft aus dem schweren Topf, aber man darf auch die anderen nicht unterschätzen", sagte Bierhoff.

Zusammen mit dem russischen Rekordtorschützen Alexander Kerschakow zog der Europameister von 1996 vor 2000 Ehrengästen im Saal die Lose für die europäischen Gruppen. Eigentlich hatte der Weltverband Löw für die Rolle angefragt, der Bundestrainer verzichtete aber auf die Reise nach Russland. Insgesamt gehen 206 Teams weltweit in das Ausscheidungsrennen um die 31 Endrunden-Plätze 2018 neben Gastgeber Russland. "Jede Qualifikation hat ihren Reiz und ihre Gefahren, das sehen wir jetzt an der EM-Qualifikation. Im Vergleich ist es aber eine mittelschwere Gruppe", sagte Bierhoff.

Bei der Gala-Show in der früheren Residenz der russischen Zaren zeigten Russlands Präsident Wladimir Putin und der angeschlagene FIFA-Chef Joseph Blatter, der erstmals nach der Verhaftung von sieben Fußball-Funktionären im Mai in Zürich wieder im Ausland war, demonstrativ den Schulterschluss. "Es ist eine gute Chance, zu zeigen, wie weltoffen Russland ist", sagte Putin, bevor die Opernstars Chibla Gersmawa und Wassili Gerello das berühmte Lied "Moskauer Abende" sangen.

Der umstrittene Blatter, der im Februar kommenden Jahres seinen Platz räumen wird, entgegnete vor einem doppelten Händedruck mit Putin: "Wir wissen, dass Russland ein fantastischer Gastgeber sein wird." Bierhoff hatte zwar auf die WM-Vorfreude verwiesen, die er in Russland spüre, sagte aber in der ARD: "Es ist große Chance, sich wieder anzunähern. Man merkt aber, wie bedrückend die Stimmung ist. Man spürt, wieviel Kritik auf der FIFA liegt."

Beim Confederations Cup 2017 kann die DFB-Auswahl im Moskauer Spartak-Stadion (18. Juni), in St. Petersburg (22. Juni) und Sotschi (25. Juni) schon einmal die WM-Bedingungen in Russland testen. Zunächst aber geht es für den Weltmeister im heißen Herbst der EM-Qualifikation gegen Polen, Schottland und Irland.

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