Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball >

Fußball: Stationen aus Beckenbauers Leben

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Fußball  

Stationen aus Beckenbauers Leben

11.09.2015, 08:22 Uhr | dpa

Fußball: Stationen aus Beckenbauers Leben. Franz Beckenbauer entwischt bei der WM 1974 dem Niederländer Johan Cruyff.

Franz Beckenbauer entwischt bei der WM 1974 dem Niederländer Johan Cruyff. Foto: dpa. (Quelle: dpa)

München (dpa) - Franz Beckenbauer wird 70 Jahre alt. Ob beim FC Bayern, im Nationalteam, als WM-Macher oder Werbefigur - der "Kaiser" steht für Erfolge. Die Deutsche Presse-Agentur dokumentiert einige Stationen aus sieben Jahrzehnten. 

DIE WATSCHN: Es ist wahrscheinlich die berühmteste Ohrfeige im deutschen Fußball. 1958 wechselte der 13 Jahre alte Franz Beckenbauer nur deshalb zum FC Bayern München und nicht zum TSV 1860 München, weil ein "Löwen"-Spieler ihn bei einem Spiel ins Gesicht geschlagen hatte. "Es war nicht die Hand Gottes, sondern die Watschn eines Sechzigers", erinnerte Beckenbauer. So manche Stammtischrunde hat schon spekuliert, was wohl aus den "Löwen" mit einem Beckenbauer geworden wäre. Der "Watschnmann", Gerhard König, hielt seine Identität jahrelang geheim. Er hatte Sorge, dass Chaoten vielleicht gegen sein Restaurant vorgehen könnten. Vor fünf Jahren trafen sich die beiden wieder. "Das war nett und lustig. Er war so, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Leger, zugänglich, offen - so wie er einfach ist", sagte König damals. 

GOLDENE 1970ER: Drei von insgesamt fünf Meistertiteln und drei Erfolge im Europapokal der Landesmeister mit dem FC Bayern, dazu Triumphe bei EM 1972 und WM 1974 - Beckenbauer führte Club und Nationalteam in dieser Zeit zu glorreichen Siegen. Beckenbauer interpretierte die Rolle des Liberos neu, war nicht nur Chef der Defensive, sondern gleichzeitig Spielgestalter, famoser Dirigent eines großen Ensembles. "Er strahlte aus: Versucht es erst gar nicht. Es ist Zeitverschwendung, gegen mich anzutreten", beschrieb der englische Weltmeister Sir Bobby Charlton den Stil des Liberos aller Liberos. "Alle unsere Erfolge wären ohne Gerd Müller aber nicht möglich gewesen. Ihm haben wir alles zu verdanken", wiegelte der "Kaiser" mit Blick auf den Dauertorjäger ab. Imposant ist aber auch seine Statistik: 424 Bundesligaspiele (44 Tore) stehen national zu Buche. Für das DFB-Team lief er in 103 Begegnungen auf (14 Tore). 50-mal war Beckenbauer dabei Kapitän. 

US-TRIP: An der Seite von Pelé kickte Beckenbauer nach seiner Bayern-Zeit von 1977 bis 1980 für Cosmos New York. Zusammen mit Brasiliens Jahrhundert-Fußballer in einem Team zu spielen, war immer ein Traum des Münchners. Beckenbauer genoss es, dass er sich mit seinem Star-Statur in der US-Metropole freier bewegen konnte als in Deutschland. "Wir waren Pioniere, den US-Amerikanern zu zeigen, wie spektakulär Fußball ist", schwärmte Pelé im "Kicker" über die sportliche Seite. Ernüchternd war da des "Kaisers" Fazit. "Fußballerisch kannst du es vergessen." Beckenbauer wollte seine Laufbahn aber auf größerer Bühne beenden, feierte nach seiner Rückkehr mit dem Hamburger SV bei der letzten großen Station der Karriere auch Meistertitel Nummer fünf. Nach vielen Verletzungen war 1983 Schluss mit aktivem Fußball. 

TEAMCHEF: "Mit Fußball möchte ich später einmal nichts zu tun haben, und ein Trainerjob kommt für mich absolut nicht infrage", sagte der junge Beckenbauer. Zwar nahm sich Beckenbauer nach der aktiven Laufbahn tatsächlich eine kleine Pause, aber nach der EM 1984 trat er doch auf der Trainer-Bühne auf. Auf dem Weg zum zweiten Platz bei der WM 1986 gab es im Nationalteam unter Teamchef Beckenbauer Querelen, Ersatztorhüter Uli Stein warf er sogar aus dem Kader. Bis er es zum gefeierten Weltmeister-Trainer gebracht hatte, musste auch Beckenbauer einen Lernprozess durchlaufen. Die Krönung erfolgte am 8. Juli 1990. Legendär sind die Bilder, wie er nach dem WM-Triumph alleine über den Rasen schreitet. "Das war der einzige Platz, an dem ich meine Ruhe hatte", erklärte er. Im Überschwang legte er nach dem Titel die Latte für Nachfolger Berti Vogts hoch. Mit den DDR-Spielern sei man auf Jahre unschlagbar, sagte Beckenbauer.

WM-MACHER: Im Jahr 1998 wurde er Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes und trieb die Bewerbung für die WM 2006 voran. Er reiste monatelang um die Welt, um Stimmen für Deutschland zu sammeln. Der "Spiegel" sah in ihm einen "nichtstaatstragenden Außenminister, der genauso unangestrengt Politik zu machen vermag wie er Fußball spielte". "Eine WM zu organisieren, das hast du nur einmal in deinem Leben", schwärmte er oft. Er habe das Bild von Deutschland im Ausland verändert, erklärte "Sommermärchen"-Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Rekordverdächtig auch seine Flugkilometer während der Weltmeisterschaft: Über 20 000 in vier Wochen, dabei besuchte er drei Viertel der 64 Spiele. Ganz nebenbei heiratete er überraschend auch während der Endrunde seine Lebensgefährtin Heidi Burmester. Es ist seine dritte Ehe.

MEDIENMANN: Ob Werbung für Tütensuppe ("Kraft in den Teller - Knorr auf den Tisch") oder Handy-Verträge ("Ja ist denn heut' schon Weihnachten"), Kolumnen oder TV-Analysen - Beckenbauer ist für Werbung und Medien populär. "Es ist klar, dass man die eigene Mannschaft kritischer behandelt als andere, die einem mehr oder weniger wurscht sind. Bei mir schwillt die Halsschlagader an, und das muss dann raus, sonst kriegt man ja ein Magengeschwür", sagte er schon. "Am nächsten Morgen, wenn ich in der Zeitung lese, was ich da gesagt habe, tut es mir schon wieder leid." Das tut ihm auch sein Film "Libero" aus dem Jahr 1973 - mit ihm als Darsteller. Diesen zeigte der Bezahlsender Sky, für den Beckenbauer als Experte arbeitet, anlässlich des 65. Geburtstags. "Kann man das noch verbieten?", fragte Beckenbauer augenzwinkernd damals. 

BAYERN-TAUSENDSASSA: Spieler, Interimscoach, Vizepräsident, Präsident, Aufsichtsratschef - immer feierte Beckenbauer Titel. Bei Champions-League-Reisen sorgte er bei den traditionellen Bankettreden nach den Spielen für Aufsehen. Legendär ist die Ansprache nach dem 0:3 bei Olympique Lyon in der Zwischenrunde 2001, als sich Beckenbauer über die Münchner "Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft" mokierte. "Das hat nichts mit Fußball zu tun, das ist eine andere Sportart", schimpfte er. Zwei Monate später gewannen die "Altherrenfußballer" die Königsklasse. Als Entertainer führte Präsident Beckenbauer auch einzigartig durch die Jahreshauptversammlungen seines Herzensclubs. "Franz Beckenbauer war und ist die größte Persönlichkeit, die dieser Verein je hatte. Unser Club hat ihm viel zu verdanken", würdigte ihn Karl-Heinz Rummenigge.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

Shopping
Mit dem Multitalent wird jedes Kochen zum Erlebnis

Krups Multifunktions-Küchenmaschine HP5031: Ihr Partner für kreative Kochideen! bei OTTO.de

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal