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US-Justiz zum FIFA-Skandal: "Wird weitere Festnahmen geben"

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Untersuchungen im Fall Blatter  

Neues zum FIFA-Skandal: "Wird weitere Festnahmen geben"

15.09.2015, 07:16 Uhr | dpa

US-Justiz zum FIFA-Skandal: "Wird weitere Festnahmen geben". Der Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber und US-Justizministerin Loretta Lynch geben Auskünfte zum FIFA-Skandal. (Quelle: imago/EQ Images)

Der Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber und US-Justizministerin Loretta Lynch geben Auskünfte zum FIFA-Skandal. (Quelle: imago/EQ Images)

Im FIFA-Korruptionsskandal hat die US-Justiz ihre Ermittlungen ausgeweitet. Es gebe Untersuchungen gegen weitere Individuen und Organisationen, sagte US-Justizministerin Loretta Lynch auf einer Pressekonferenz in Zürich. Auch FIFA-Präsident Sepp Blatter ist weiter im Visier der Behörden.

"Ich erwarte eine nächste Runde von Festnahmen. Es kann sein, dass wir weitere Verdachtsmomente feststellen", sagte Lynch vor 150 Journalisten und 29 Fernsehkameras. Erst am Wochenende waren neue Verdächtigungen gegen Blatter bekanntgeworden.

Weitere Anklagen folgen

Auf die Nachfrage, ob auch gegen Blatter ermittelt werde, wollte Lynch keinen Kommentar abgeben. "Ich werde mich zu Einzelpersonen nicht äußern", betonte sie immer wieder. Der Frage, ob sie dem 79 Jahre alten Schweizer zu Reisen in bestimmte Länder abraten würde, um sich so einem möglichen Zugriff der US-Justiz zu entziehen, wich sie aus: "Ich bin leider nicht in der Lage, Ihnen Informationen zu geben über Herrn Blatters Reisepläne."

Es war das erste Mal an diesem spannungsgeladenen Nachmittag, dass die Justizministerin der USA Blatter namentlich erwähnte. Bislang werden 14 Personen - darunter neun ehemalige Fußball-Funktionäre und fünf Geschäftsmänner - der Korruption beschuldigt. 13 von ihnen wurden festgenommen. Doch es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis weitere Festnahmen und Anklagen folgen. Im Visier der Justiz sind "Einzelpersonen und Organisationen", wie es Lynch und der Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber fast wortgleich formulierten.

Wohnungen durchsucht und Konten überprüft

Große Neuigkeiten über die seit Ende Mai laufenden Untersuchungen zu den Korruptions- und Bestechungsvorwürfen innerhalb und außerhalb der FIFA-Welt gab es allerdings nicht. "Ganz eindeutig sind wir nicht einmal nahe der Halbzeitpause", sagte Lauber, der die Untersuchungen zur Vergabe der umstrittenen Weltmeisterschaften an Russland 2018 und Katar 2022 leitet. Es werde um einiges länger dauern als die "legendären 90 Minuten". Immerhin verriet Lauber, dass wegen des Verdachts der Geldwäsche Wohnungen und Häuser in den Schweizer Alpen durchsucht und 121 Kontoverbindungen genauer überprüft worden seien.

Zu den über das Wochenende aufgekommenen vermeintlichen Verdächtigungen gegen Blatter konnte Lauber noch nichts sagen. Nach einem Bericht des Schweizer Fernsehens soll der FIFA-Boss vor zehn Jahren TV-Übertragungsrechte zu einem bemerkenswert niedrigen Preis an einen der Beschuldigten in der FIFA-Affäre, den früheren Vize-Präsidenten Jack Warner, verkauft haben. Dieser soll die Fernsehrechte für ein Vielfaches weiterverkauft und zudem im Gegenzug Blatter bei mehreren Wahlen Stimmen verschafft haben.

Blatters Fall wird untersucht

Für den ehemaligen Anti-Korruptionsexperten Mark Pieth ein klarer Fall für strafrechtliche Ermittlungen. "Blatter muss sich gegen eine Anklage wegen Veruntreuung verteidigen. Das nennt man Anfangsverdacht", sagte der Schweizer Top-Jurist. Lauber betonte, dass man auch in diesem Fall untersuche, aber erst am Sonntagabend von der FIFA eine Stellungnahme dazu erhalten habe.

Die eine oder andere Ausführung durfte immer mal wieder als kleine Spitze gegen die FIFA interpretiert werden. Von einigen beteiligten "Parteien" erhoffe er sich eine etwas offenere und intensivere Kooperation, führte Lauber aus - auch er erwähnte die FIFA oder den am 26. Mai aus dem Amt scheidenden Blatter nicht namentlich.

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