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FIFA ermittelt wegen WM 2006, DFB weist Vorwürfe zurück

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DFB weist Vorwürfe zurück  

FIFA ermittelt wegen WM-Vergabe 2006

16.10.2015, 20:47 Uhr | t-online.de, dpa, sid

FIFA ermittelt wegen WM 2006, DFB weist Vorwürfe zurück. Wolfgang Niersbach (li.) und Franz Beckenbauer waren bei der WM 2006 im Organisationskomitee. (Quelle: dpa)

Wolfgang Niersbach (li.) und Franz Beckenbauer waren bei der WM 2006 im Organisationskomitee. (Quelle: dpa)

Die Vorwürfe zum angeblichen Stimmenkauf bei der Vergabe der WM 2006 an Deutschland haben die FIFA auf den Plan gerufen. "Dies sind sehr schwere Beschuldigungen", teilte der Fußball-Weltverband mit. Die FIFA erklärte, den Fall an die Audit- und Compliance-Kommission weiterzuleiten.

Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, mit Hilfe einer schwarzen Kasse der deutschen WM-Bewerber seien mutmaßlich die Voten von den vier asiatischen Mitgliedern der FIFA-Exekutive gekauft worden. Diese hätten dann im Jahr 2000 für den DFB als Ausrichter gestimmt hätten. Weil außerdem der Neuseeländer Charles Dempsey beim letzten Wahlgang überraschend nicht abstimmte, siegte Deutschland mit 12:11 Stimmen gegen Südafrika.

DFB weist Vorwürfe zurück

Die Anschuldigungen würden nun im Zuge der laufenden unabhängigen internen Ermittlungen untersucht, hieß es von der FIFA. Der Deutsche Fußball-Bund räumte Ungereimtheiten rund um eine Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro an die FIFA ein. Delegierte seien aber nicht bestochen worden.

WM-Vergabe 2006 gekauft? 
Wird das Sommermärchen zum Albtraum?

Der DFB dementiert umgehend, doch es bleiben viele Fragen offen. Video

Die Schlussfolgerungen der Autoren seien "durch keinerlei Fakten" belegt. Es habe weder schwarze Kassen noch gekaufte Stimmen gegeben. "Mit aller Konsequenz hält der DFB deshalb nochmal ausdrücklich fest, dass dementsprechend weder der DFB-Präsident noch die anderen Mitglieder des Organisationskomitees in derartige Vorgänge involviert sein oder davon Kenntnis haben konnten", hieß es in der DFB-Mitteilung.

Niersbach hatte im Juni im ZDF erklärt: "Ich darf immer daran erinnern, dass wir die absolut beste Bewerbung hatten. Das hat uns die FIFA von einer unabhängigen Kommission bescheinigt. Es hat eine Abstimmung gegeben mit 12:11. Wir wissen, dass die acht Europäer für uns gestimmt haben. Wo die vier anderen herkamen, können wir nur spekulieren. Die haben wir überzeugt."

13 Millionen Mark vom Adidas-Chef

Nach Informationen des "Spiegel" hatte das Bewerbungskomitee eine schwarze Kasse eingerichtet, die der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus heimlich mit 10,3 Millionen Schweizer Franken - damals 13 Millionen Mark - gefüllt haben soll.

Allem Anschein nach waren der Chef des Bewerbungskomitees, Franz Beckenbauer, und der heutige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sowie weitere hochrangige Fußballfunktionäre eingeweiht. Niersbach soll spätestens seit 2005 Kenntnis gehabt haben. Damals war er geschäftsführender Vizepräsident und Pressechef des Organisationskomitees der WM 2006. Das Management von Beckenbauer wollte auf Anfrage zu den Gerüchten "keine Stellung beziehen".

Summe bleibt verborgen

Das Geld soll Louis-Dreyfus dem deutschen Bewerbungsteam vor der WM-Entscheidung am 6. Juli 2000 als Privatmann heimlich geliehen haben. Nach "Spiegel"-Angaben tauchte es aber weder im Haushalt des Bewerbungskomitees noch später, nach dem Zuschlag für Deutschland, im Haushalt des Organisationskomitees (OK) auf. Gut eineinhalb Jahre vor der WM forderte der 2009 verstorbene Louis-Dreyfus die Summe allerdings zurück, nunmehr 6,7 Millionen Euro.

Um das Geld an den Franzosen zurückzuzahlen, wurde offenbar eine Legende geschaffen. Es floss auf ein FIFA-Konto in Genf für eine damals noch geplante, später aber abgesagte Eröffnungsgala des Weltverbandes im Berliner Olympiastadion. Dieser leitete die Summe umgehend an Louis-Dreyfus weiter.

"Keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten"

Der DFB erklärte nun, dass eine Summe von 6,7 Millionen Euro, die für das FIFA-Kulturprogramm vorgesehen war, möglicherweise nicht dem angegebenen Zweck entsprechend verwendet worden ist. Die Zahlung habe aber in keinem Zusammenhang mit der bereits rund fünf Jahre zuvor erfolgten Vergabe gestanden.

"Im Rahmen seiner Prüfungen hat der DFB keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gefunden. Ebenso wenig haben sich irgendwelche Anhaltspunkte dafür ergeben, dass Stimmen von Delegierten im Zuge des Bewerbungsverfahrens gekauft wurden", teilte der DFB mit.

Horst R. Schmidt, damals als Finanzexperte einer der Macher des WM-Sommermärchens 2006, wies die Bestechungsvorwürfe zurück. "Mir war von einer schwarzen Kasse nichts bekannt. Die Stimmen sind nicht gekauft worden", sagte Schmidt dem TV-Sender Sky.

Scala-Kommission übernimmt

Hinweise über eine mögliche andere Verwendung der 6,7 Millionen Euro hatte DFB-Präsident Niersbach im Sommer dieses Jahres zum Anlass genommen, eine interne Untersuchung zur Aufklärung des Vorgangs anzuordnen. Die Prüfung umfasst laut DFB unter Hinzuziehung externer Rechtsberater auch die Frage, ob im Zusammenhang mit diesem Vorgang Ansprüche des DFB auf Rückforderung bestehen.

Ein abschließendes Ergebnis liegt dazu noch nicht vor, die eingeleiteten Prüfungen dauern noch an. Dazu gehört auch die Prüfung durch den Kontrollausschuss.

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