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Zwanziger vs. Niersbach - Die Feindschaft zweier Alphatiere

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Schlammschlacht beim DFB  

Zwanziger vs. Niersbach - Die Feindschaft zweier Alphatiere

23.10.2015, 16:51 Uhr | sid

Zwanziger vs. Niersbach - Die Feindschaft zweier Alphatiere. Vergiftetes Lächeln: Wolfgang Niersbach (li.) und Theo Zwanziger bei der Amtsübergabe im März 2012.  (Quelle: imago/Sven Simon)

Vergiftetes Lächeln: Wolfgang Niersbach (li.) und Theo Zwanziger bei der Amtsübergabe im März 2012. (Quelle: Sven Simon/imago)

Die Bilder aus Frankfurt sollten im März 2012 Harmonie ausstrahlen, wo längst ein zerrüttetes Verhältnis vorherrschte. Der scheidende Präsident des DFB, Theo Zwanziger, übergab lächelnd die Amtsgeschäfte an Wolfgang Niersbach - und der neue DFB-Boss legte seinem Vorgänger jovial den linken Arm um die Schulter.

Insider wussten schon damals, was spätestens mit Zwanzigers Lügen-Vorwurf in Richtung Niersbach im Zuge der WM-Affäre der breiten Öffentlichkeit klar wurde: Zwanziger und Niersbach, die die Geschicke des deutschen Fußballs über Jahre Hand in Hand lenkten, eint eine Männerfeindschaft.

Zwanziger und Niersbach - da trafen schon zu gemeinsamen DFB-Zeiten zwei Pole aufeinander. Zwei wie Feuer und Wasser. Hier der Visionär Zwanziger mit seiner Vorliebe für Frauenfußball und Amateursport, dort der den Profis nahe Sachverwalter. Hier das soziale Gewissen des Fußballs, da der Musterfunktionär.

Staudt fällt beim DFB durch

Zwanziger muss das kalte Grausen bekommen haben, als ihm klar wurde, dass er Niersbach als seinen Nachfolger nicht würde verhindern können. Der Jurist hatte Erwin Staudt, den früheren Präsidenten des VfB Stuttgart, favorisiert - doch der war intern nicht durchzusetzen.

Was folgte, gleicht einem Rachefeldzug Zwanzigers mit verbalen Amokläufen, die weder Niersbach noch ihn selbst schonen - mit dem nun vorläufigen Höhepunkt. Nur zur Erinnerung: Der heute 70-Jährige war selbst ab 2003 Vize für Finanzen im WM-OK 2006 und damit für die Vertuschung und Auflösung einer angeblichen "schwarzen Kasse" mitverantwortlich. Denn Zwanziger gab 2005 die ominöse 6,7-Millionen-Euro-Zahlung an die FIFA frei, die an Robert Louis-Dreyfus weitergeleitet worden sein soll.

Massive Attacken auf Niersbach

Doch lässt Zwanziger seit seinem Ausscheiden als DFB-Präsident nichts unversucht, um Niersbach zu diskreditieren. Schon früher soll es intern mitunter massiv geknirscht haben, wenn Zwanziger sich bei einer Sitzung mal wieder über seinen Generalsekretär erhob. Niersbach soll massiv unter Zwanziger gelitten haben. Das ist zumindest hinter vorgehaltener Hand zu hören. Richtig zum Ausbruch kam die Auseinandersetzung erst nach Zwanzigers Abschied vom DFB.

In seiner Autobiografie warf er seinem Nachfolger fehlendes soziales Gespür vor. In Interviews legte er im Herbst 2012 nach, Niersbach sei in sozialen und anderen wichtigen Bereichen untätig geblieben. Später prangerte er an, dass Niersbach als Ehrenamtler eine Betriebsrente vom DFB erhalte und ging in der Sache beim FIFA-Ethikkomitee gegen seinen Erben vor, dem er "Heuchlerei" vorwarf. Der so Gescholtene forderte Zwanzigers Rücktritt aus dem Exekutivkomitee des Weltverbandes. Inzwischen gilt Zwanziger beim DFB als persona non grata.

WM-Affäre 
DFB-Präsident Niersbach stellt sich der Presse

In der DFB Zentrale in Frankfurt versuchte er, die dubiosen Zahlungen an die Fifa zu erklären. Video

Zwanziger an Aufklärung interessiert

Kein Wunder, dass der ehemalige FIFA-Mediendirektor Guido Tognoni zuletzt "mit allem Vorbehalt" in verschiedenen deutschen Medien spekulierte, Zwanziger könne hinter der "Spiegel"-Geschichte stecken. Die jüngsten Meldungen schwächen diesen Verdacht zumindest nicht ab.

Zwanziger ließ jedoch vor Tagen über seinen Anwalt dementieren, die Berichterstattung "gesteuert zu haben oder zu steuern". Er wolle lediglich zur Aufklärung des Vorgangs beitragen; und das übrigens seit Jahren. Aber, so ließ Zwanziger suggerieren, Niersbach habe ja kein Interesse an einer Offenlegung gehabt.

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